Internet-Plattform will Direkte Demokratie forcieren

Internet-Plattform will Direkte Demokratie forcieren

Die Betreiber wollen damit auch erreichen, dass die Möglichkeiten des Internet bei politischen Prozessen besser ausgenutzt werden.

Direkte Demokratie ist nach der jüngsten Volksbefragung in aller Munde. Werden die Österreicher in Zukunft öfter nach Ihrer Meinung gefragt? Eine Privatinitiative will diesen Trend zur Partizipation des Staatsbürgers forcieren: Im November haben Bernhard Schreder und Philippe Hoffuri die Plattform iDepart online gestellt: Dort können engagierte Bürger ihre politischen Initiativen vorstellen, organisieren und gleich aktiv um Unterstützung werben.

Der Verein iDepart wurde schon im Sommer 2011 von Schreder und Hoffuri gegründet, der Aufbau der Plattform geschah dann mittels Crowdfunding über Respekt.net sowie über fördernde Mitglieder. Noch bevor die Website offiziell gestartet wurde, hat iDepart im Juni des Vorjahres einen Social Impact Award gewonnen.

Philippe Hoffuri im Gespräch mit format.at über die Beweggründe für die Schaffung dieser Plattform: „Wir haben iDepart entwickelt, da wir der Meinung sind, dass eine starke und wachsame Zivilgesellschaft in einer Demokratie von fundamentaler Bedeutung ist.“ Allerdings sei die Beteiligung an politischen Prozessen für die meisten Bürger derzeit noch zu zeit- und kostenintensiv. „Das zu vereinfachen und die politische Beteiligung der Bürger zu fördern, war unser zentrales Ziel.“

Was kann iDepart?

Hoffuri und Schreder verfolgen vier zentrale Themen mit ihrer Plattform: Erstens soll diese eine zentrale Anlaufstelle für politische Initiativen werden und somit eine gute Übersicht bieten. Zweitens soll den Betreibern solcher Initiativen ein Werkzeug in die Hand gegeben werden, das die Arbeit erleichtert – etwa Veranstaltungskalender, Organisation von Arbeitsgruppen und ähnliches. Drittens soll es den Informationsaustausch zwischen einzelnen Aktivisten erleichtern. Und viertens wird der Lebenszyklus einer Initiative auf iDepart leicht nachzuvollziehen sein.

Philippe Hoffuri: „Auf iDepart.at ist es sehr einfach, eigene Initiativen zu starten.“ Zudem sei es möglich, eine Arbeitsgruppe zu gründen, um Mitstreiter zu finden. „Es ist uns wichtig, dass der Aufwand, selbst aktiv zu werden, deutlich abgesenkt wird.“ Es sei erwünscht, dass ein Wissenstransfer stattfindet und erfahrene Aktivisten ihre Erfahrungen und ihr Wissen weitergeben. Die Initiativen und Aktivitäten auf iDepart können durch User auf Facebook bzw. via Twitter weiter verbreitet werden, um Aufmerksamkeit für die jeweilige Initiative zu erhöhen.

Kostenlose Nutzung

Die Nutzung der Plattform ist kostenlos. Laut Hoffuri gibt es derzeit rund 200 registrierte User. Bisher wurden 22 Initiativen angelegt und zwar von Privatpersonen, NGOs, Vereinen und neuen politischen Parteien. Hoffuri: „Diese Initiativen beschäftigen sich derzeit am häufigsten mit den Themen Asyl, Antirassismus, Demokratie, Menschenrechten, Korruption und Transparenz.“ Was den Betreibern wichtig ist: Sie wollen die „Wahrung von Unabhängigkeit, Neutralität und Unparteilichkeit beim Aufbau und Betrieb der Plattform“ garantieren.

Wie geht´s weiter?

Auf lange Sicht soll iDepart durch ein so genanntes Freemium-Modell finanziert werden. Das bedeutet, dass Grund-Features kostenlos bleiben, zusätzliche Services aber etwas kosten. Hoffuri: „Bürger werden die Plattform immer kostenlos verwenden können, aber wir bieten professionellen Usern im Rahmen von Premium-Mitgliedschaften zusätzliche Features an, die bei der Benutzung von iDepart behilflich sind.“ Er denkt dabei etwa an Widgets auf der Website dieser Nutzer, eigens gekennzeichnete Profilseiten oder ähnliche Angebote.

Noch im ersten Quartal wollen die iDepart-Betreiber neue Aktivitäten auf ihrer Plattform möglich machen, etwa erweiterte Arbeitsgruppen oder eine Ausweitung der Userprofile. Im Laufe des Jahres sollen auch ortsbasierte Dienste dazukommen; eine passende Idee wäre etwa ein Alarmsignal, falls jemand in der Nähe eines Magistrats ist, auf dem man ein Volksbegehren unterschreiben kann.

Internet besser nutzen

Nichts weniger als die Bereicherung der politischen Landschaft Österreichs haben sich Hoffuri und Schreder vorgenommen. „Wir erwarten, dass direkte Demokratie aufgrund der Möglichkeiten des Internets zunehmend seitens der Politik berücksichtigt werden muss.“ Hoffuri meint, dass etwa die Online-Unterstützung von Volksbegehren längst überfällig sei. „Die Möglichkeiten des Internets gehören stärker in politische Prozesse eingebunden.“

Robert Prazak

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