Volkswagen: Logistik mit Datenbrille

Volkswagen: Logistik mit Datenbrille

Effizienz durch Technik: Volkswagen setzt den Mitarbeitern den Scanner auf die Nase.

Neustart für Google Glass? Volkswagen testet nun die intelligenten Brillen in der Logistik. Die Datenbrille soll Handscanner ersetzen, mit denen die Mitarbeiter die Bauteile bisher kommissioniert haben.

Google sucht neue Einsatzgebiete für seine Datenbrille "Google Glass". Bereiche, in denen es zu keinen Problemen mit Datensicherheit oder der Verletzung von Persönlichkeitsrechten kommen kann - beides Punkte, die den ehrgeizigen Zielen des IT-Konzerns herbe Rückschläge verpasst haben. Ein möglicher Anwendungsbereich könnte in der Logistik sein. Genau hier hat der Volkswagen-Konzern einen Testlauf mit der Datenbrille gestartet.

Die Computerbrillen könnten den Arbeitsalltag im Teilelager des Volkswagen-Werks in Wolfsburg revolutionieren, so die Überlegung. Die intelligenten Brillen die Handscanner ersetzen, mit denen die Mitarbeiter die Bauteile bisher kommissionieren. Mit der Brille auf der Nase hätten die Mitarbeiter beide Hände frei zum Packen, erklärte ein VW-Sprecher auf den Probelauf.

Per Minikamera liest das Gerät Info-Aufkleber an den Teilebehältern. Ist es die richtige Kiste für den Packauftrag, signalisiert die Brille per Piepton und Projektion auf den Gläsern ihr Okay. Auch eine Warnung vor dem Griff in falsche Kisten ist möglich. VW hält das für bewegungsschonender, sicherer und nicht zuletzt für schneller.

VW Wolfsburg: Daten-Brille ab Frühjahr im Einsatz

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn testete die Brille vor kurzem, als er sich über die Zukunft der Fabriklogistik informierte. Die Brille soll voraussichtlich im Frühjahr erste Handscanner ablösen, derzeit laufen laut VW abschließende Tests im Lageralltag.

Weitere Einsatzbereiche für die Datenbrillen werden evaluiert. So könnten etwa Ärzte über Projektionen in das Brillenglas millimetergenaue Unterstützung bei Operationen erhalten. Mittels unsichtbarem Infrarotlichts könnten die Positionen der Pupillen erfassen und per Echtzeit-Software Bilder mit dem Blickfeld des Trägers errechnet werden.Auch bei schwierigen Montagearbeiten wird der Einsatz der Brillen ausgelotet. Federführend in der Entwicklung ist das Fraunhofer-Institut für Elektronische Bauelemente, das an einer "blickgesteuerten Datenbrille" arbeitet.

Auch das Militär interessiert sich für Datenbrillen, die den Soldaten etwa geografische Informationen oder Feindbewegungen ins Sichtfeld legen. In der zivilen Nutzung wird nun evaluiert, wie etwa Alte oder Kranke per Pupille um Hilfe rufen oder mit einem bestimmten Blick das TV-Programm ändern können.

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