Game of Drones: USA wollen Hobby-Drohnen kontrollieren

Game of Drones: USA wollen Hobby-Drohnen kontrollieren

Drohnen als Risiko: In den USA überlegt man, wie Behörden im Bedarfsfall die Steuerung unbemannter Flugobjekte übernehmen könnten.

Nach zunehmenden Problemen mit von Amateuren pilotierten Drohnen denkt man in den USA nun über Kontrollen für die unbemannten Flugobjekte nach. Behörden wollen deren Steuerung übernehmen können.

Sie fliegen gefährlich nahe an Verkehrsflugzeuge heran, kommen Feuerwehrleuten in die Quere, bringen Rauschgift über die Grenze und sind ein Alptraum für Leibwächter: Drohnen von Hobby-Piloten gelten in den USA zunehmend als Sicherheitsrisiko. Die US-Regierung arbeitet nun gemeinsam mit der Polizei an Hightech-Methoden, um gefährdete Einrichtungen wie das Weiße Haus oder Flughäfen vor der Gefahr aus der Luft zu schützen, wie Insider berichten. Eine Lösung ist dringend nötig, da die Zahl ungenehmigter Drohnen-Flüge in den vergangenen zwölf Monaten in die Höhe geschnellt ist. Nun wächst die Sorge, eines der Fluggeräte könnte mit einer Verkehrsmaschine im Landeanflug kollidieren oder als Waffe eingesetzt werden.

Bis es allerdings Methoden gibt, eine Drohne verlässlich aufzuspüren und außer Gefecht zu setzen, dürfte es noch eine Weile dauern. Die Forschung zu dem Thema steckt noch in einem sehr frühen Stadium. Einen ersten Feldversuch gab es allerdings bereits: Am Silvesterabend habe die New Yorker Polizei ein auf Mikrowellentechnik basierendes System genutzt, um eine handelsübliche Drohne über dem überfüllten Times Square zu entdecken und zu ihrem Piloten zurückzuschicken, hieß es in Forscherkreisen. Dabei sei es zu Problemen gekommen, weil Fernsehstationen in unmittelbarer Nähe Beiträge sendeten und sich die Signale dadurch überlagerten.

BEHÖRDEN WOLLEN KONTROLLE

Eigentlich dürfen Hobby-Piloten ihre Drohnen in den USA nicht höher als 120 Meter fliegen und einem Flughafen nicht näher als fünf Kilometer auf die Pelle rücken. Die US-Behörden haben jedoch nur begrenzte Möglichkeiten, die Identität von Amateuren festzustellen, die sich nicht an diese Regeln halten. Dies liegt unter anderem daran, dass der Kongress es der Luftfahrtbehörde FAA 2012 untersagte, die Nutzung privater Drohnen gesetzlich zu regulieren. Hobby-Piloten müssen ihre Fluggeräte weder registrieren noch eine Ausbildung dafür absolvieren oder sie so markieren, dass der Besitzer festgestellt werden kann.

Daher suchen die Behörden nun nach Wegen, um Drohnen aus der Ferne außer Gefecht zu setzen. Bei Massenveranstaltungen wie auf dem Times Square oder in Sportstadien wolle die Polizei in der Lage sein, die Kontrolle über eine Drohne zu übernehmen, sie von der Menschenmenge weg zu steuern und zu ihrem Piloten zurückzuschicken und diesen so festzustellen, hieß es.

Dies ist allerdings leichter gesagt als getan. "Wir können das Ding nicht aus dem Himmel schießen", sagt ein Insider. "Wir müssen uns eine möglichst simple Lösung einfallen lassen, damit - wenn etwas geschieht - die Drohne direkt zu ihrem Piloten zurückfliegt und nicht einfach abstürzt." Nach Einschätzung von Experten ist dazu zunächst ein Funkempfänger nötig, der die Drohne aufspürt und identifiziert. Dann müssten die Polizisten das Fluggerät mit einem elektromagnetischen Signal anpeilen, das stärker als dessen eigene Funksteuerung ist und daher die Kontrolle über die Drohne übernehmen kann.

SOFTWARE gegen DROHNEN

"Man braucht ein Signal, das stark genug ist, den Sender außer Kraft zu setzen", sagt der pensionierte Oberstleutnant der Marineinfanterie und Experte in der elektronischen Kriegführung, Muddy Watters. "Wenn man das Signal einfach nur jammt, kann die Drohne keine Befehle mehr empfangen und wird wahrscheinlich abstürzen. Aber wenn ich die Sendecodes der Drohne kenne, kann ich die Kontrolle darüber übernehmen."

Der demokratische Senator Charles Schumer schlägt eine andere Lösung vor. Danach könnten die Drohnen-Hersteller verpflichtet werden, technische Vorkehrungen zu treffen, so dass ihre Geräte nicht in Sicherheitszonen wie etwa rund um Flughäfen einfliegen können. Dies könnte nach Aussagen aus der Industrie mit Hilfe einer Software geschehen, die den Standort der Drohnen registriert und die Fluggeräte nicht über eine bestimmte Höhe steigen oder in die Nähe bestimmter Objekte fliegen lässt. Der chinesische Produzent SZ DJI Technology, dessen Drohne im Januar vor dem Weißen Haus abstürzte und für viel Wirbel sorgte, hat inzwischen ein entsprechendes Programm entwickelt.

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