Sony hat weitere Offensive bei Kompaktkameras im Fokus

Sony hat weitere Offensive bei Kompaktkameras im Fokus

Mit zwei neuen Modellen für die RX-Reihe hat der japanische Hersteller auch jene Kunden im Fokus, die auf Vernetzung und besondere fotografische Eigenschaften Wert legen. Taisuke Goda, Senior Manager Product Planning bei Sony in Tokio, erläutert die Strategie bei Kompaktkameras.

Fotografieren ist auch nicht mehr das, was es einmal mehr: Die pure Masse an Smartphone-Fotos, die wir uns selbst tagtäglich antun, steht in scharfem Gegenlicht zu den immer hochwertigeren (und leistbareren) Apparaten, die auf den Markt kommen. Speziell die so genannten Kompaktkameras (als Gegenentwurf zu den Spiegelreflexkameras, kurz SLR oder bei Digitalgeräte DSLR genannt) werden immer ausgereifter, die Hersteller verbinden vergleichsweise einfache Bedienung mit Handlichkeit und einer Qualität, die auch für gehobene Amateur-Ansprüche ausreicht.

Somit machen Allround-Konzerne wie Samsung oder Sony den klassischen Kamera-Herstellern wie Nikon und Canon zunehmend Konkurrenz. Sony hat heute bei einer Präsentation in Wien eine Erweiterung seiner Modellpalette in der RX-Reihe vorgestellt. Es handelt sich um zwei neue Modelle:

RX100 II

Der vor einem Jahr neu herausgebrachten RX100 wird nun die RX 100 II zur Seite gestellt: Dieses Modell hat einen 20,2-Megapixel-Bildsensor, was speziell bei Aufnahmen in der Dämmerung bzw. bei Dunkelheit für bessere Bilder sorgen soll. Im Vergleich zum älteren Modell ist der Sensor nun doppelt so lichtempfindlich.

Interessant erscheinen die Verbindungsmöglichkeiten der RX 100 II: Mittels WiFi und NFC lassen sich die Bilder beispielsweise ans Smartphone oder an einen Fernseher übertragen. Zudemm kann mittels einer App das Smartphone zur Fernsteuerung der Kamera - etwa für Selbstauslöser-Fotos - verwendet werden .

Der drei Zoll (7,5 Zentimeter) große LCD-Monitor der Kamera ist schwenkbar (84 Grad hoch- und 45 Grad herunterklappbar), das Gerät kann auch Full-HD-Videoaufnahmen machen (AVCHD-Format, auch MP4). Die neue Kamera soll ab Juli erhältlich sein und kostet rund 750 Euro.

RX1 R

Ein Schwestermodell erhält auch die RX1: Das Modell RX1R (ab Juli, Preis ca 3100 Euro) ist aber vor allem etwas für Profis, die beispielsweise Landschaftsaufnahmen oder Architekturfotos mit einem hohen Detailgrad machen wollen. Die Kamera ist nämlich wie die RX1 ein Vollformat-Gerät, das heißt, der Sensor ist besonders groß. Das neue Modell mit dem Zusatz "R" im Namen soll nun noch mehr Bildschärfe und Farbtiefe bieten. Es wurde der Tiefpassfilter vor dem Sensor entfernt, das Licht kommt dadurch ungefiltert zum Sensor, es werden feinste Strukturen erkannt. Wie gesagt: Nur für Profis empfehlenswert.

Der Markt ändert sich

Taisuke Goda, Senior Manager Product Planning in der Konzernzentrale in Tokio, erläuterte im Gespräch mit format.at die Hintergründe der Produktstrategie von Sony bei Kompaktkameras: "Immer mehr Leute verwenden Smartphones als Kameras. Wir wollen ihnen helfen, mit besserer Qualität zu fotografieren, dazu sind unsere Kompaktkameras ideal." Vom Smartphone seien es diese Kunden aber gewohnt, dass Bilder rasch übertragen werden können. "Vernetzung ist daher ein Fokus für unsere Modelle", sagt Goda.

Der Markt sei insgesamt im Umbruch, bei der Entwicklung neuer Modelle komme es mehr denn je auf "Geschwindigkeit und Flexibilität" an. Gegen die Giganten am Fotomarkt wie Canon und Nikon komme man langsam heran, denn das Image der Kompaktkameras ändere sich, auch durch das umfangreiche Zubehör, das zur Verfügung steht.

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