Nokia profitiert von Boom im mobilen Internet

Nokia profitiert von Boom im mobilen Internet

Handys drückten Nokia auf den Gewinn bis man die Sparte an Microsoft im Jahr 2013 und sich nur noch auf Funktechnologie fokussiert hat. Nun profitiert der finnische Konzern nach der Verschlankung seines Protfolios.

Espoo. Netzwerkausrüstung hat für Nokia einen goldenen Boden. Im vergangenen Quartal haben die Finnen, die über ein Jahrzehnt Weltmarktführer bei Handys waren, von der starken Nachfrage nach schnellen Mobilfunknetzen profitiert. Der Umsatz zog im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 3,8 Mrd. Euro an, wie der finnische Konzern am Donnerstag mitteilte. Dabei verwies Nokia vor allem auf ein robustes Geschäft in Nordamerika.

Der Gewinn sprang um fast 80 Prozent auf 327 Mio. Euro hoch. Nokia hatte im Jahr 2014 die verlustreiche Mobilfunk-Sparte an Microsoft verkauft, nachdem der Deal schon Jahre davor auf Schiene gebracht wurde - unter anderem mit einer engen Kooperation und davor mit der einer wichtigen personellen Besetzung. Im September 2010 wurde der damalige Ex-Microsoft-.Manager Stephen Elop als neuer CEO von Nokia eingesetzt. Danach hatte der erste Nicht-Finne im Rang des CEO den finnischen Konzern an Microsoft angenähert, was der Führungsriege davor nicht im Traum einfallen wollte. Nach dem Verkauf der Handysparte an Microsoft im Jahr 2014 setzt Nokia vor allem auf Netzwerktechnik und zu geringen Teilen mit Kartendiensten.

Das Netzwerk-Geschäft macht fast 90 Prozent der Erlöse aus. Der Umsatz des Segments dürfte in diesem Jahr über die Vorjahresmarke steigen. 2014 Jahr war er trotz der Erholung zum Jahresende noch leicht gesunken. Im Gesamtkonzern blieben die Erlöse 2014 mit 12,7 Mrd. Euro auf vergleichbarer Basis stabil.

Zuckerl für Aktionäre

Die Aktionäre von Nokia, die lange Jahre eine regelrechte Achterbahnfahrt erlebten, was auch den Börsenkurs anbetrifft, können sich heuer wieder auf eine Dividende freuen. 14 Cent sollne pro Anteilsschein bezahlt werden. Analysten hatten bis vor kurzem noch 16 Cent auf iherm Zettel stehen. Die Börse konnte Nokia aber nicht überzeugen. Der Kurs der Nokia-Aktie hat am Donnerstag um fast fünf Prozent verloren.

Weniger als im Vorjahr. Aber dort wurde noch eine Sonderdividende ausgeschüttet. Die Aktionäre bekamen ein Zusatzzuckerl, was mit dem Verkauf der Handysparte an Microsoft begründet wurde. Neben 11 Cent normaler Ausschüttung gab es die einmalige Sonderdividende von 26 Cent.

Microsoft hatte die Handysparte von Nokia im Jahr 2014 für 5,44 Mrd. Dollar (4,02 Mrd. Euro) gekauft. Für den Ex-Microsoft-Manager, dann CEO von Nokia und dann wieder Microsoft-Manager Elop, hatte sich der Deal rentiert: Er bekam eine Abfindung von 25,4 Mio. Dollar (rund 18,8 Mio. Euro) - nachdem er Nokia verscherbelt hatte und 12.500 von 25.000 Nokia-Mitabreiter gefeuert hatte. Unter der Leitung von Elop hatte Nokia die Verluste ausgeweitet. Im Jahr 2011 erzielte der einstige Handy-Weltmarktführer rund 1,2 Mrd. Euro Verlust, im Jahr 2012 waren es schon 3,1 Mrd. und in den ersten neun Monaten dieses Jahres waren weitere 590 Mio. Euro Verlust aufgelaufen, obwohl das Unternehmen mit der Einführung neuer Smartphone-Modelle mit Microsoft-Betriebssystem die "schwarze Null" anvisiert hatte.

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