Nicht mal Computerviren interessieren sich für Österreich

Nicht mal Computerviren interessieren sich für Österreich

2,1 Prozent von 1.000 gescannten Computern sind in Österreich zwischen Jänner und Juli 2013 von einem Virus infiziert gewesen. Weltweit liegt der Durchschnitt der Infizierungen bei 5,8 Prozent.

Das geht aus dem "Security Intelligence Report" von Microsoft hervor, der heute, Dienstag, in Amsterdam präsentiert wurde. "Der österreichische Wert liegt nur bei einem Drittel des weltweiten Durchschnitts", sagte Tim Rains, Produktmanager der Abteilung "Trustworthy Computing at Microsoft", vor der Präsentation in einem Interview mit der APA in Wien.

Nur zwei Arten von Malware werden hierzulande häufiger gemeldet als im weltweiten Vergleich: Sogenannte "Exploits", also Viren, die systematisch Schwachstellen, die bei der Entwicklung eines Programms nicht berücksichtigt wurden, ausnutzen und "Passwortdiebe", also Programme, die sich Kennwörter der Benutzer erschleichen. Der Bericht zeigt weiters, dass fünf der zehn häufigsten schädlichen Programme zur Gruppe der Trojaner gehören.

Eine Neuheit im Bericht ist die "Encounter Rate", sie informiert über das Ausmaß, in dem Microsoft Anti-Virus-Software schädliche Programme blockiert. Auf diese Weise könne man die Zahl jener Systeme, die Malware beinhalten, mit der Zahl der Systeme, die tatsächlich infiziert wurden, vergleichen. "Man kann sich das so vorstellen, als würde jemand ständig an der Türglocke läuten. Wird die Tür geöffnet, ist das eine Infektion. Das bloße Anläuten ist aber nur ein Antreffen", erklärt Rains. Auch bei dieser Zahl liegt Österreich mit 10,6 Prozent deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt von 17 Prozent.

Rains warnte davor, dass Microsoft am 8. April 2014 den Support der Software Windows XP einstellt. Ab diesem Zeitpunkt gibt es für die User keine Sicherheitsupdates und Ansprechpartner im Falle technischer Probleme mehr. Der "Security Intelligence Report" zeigt, dass Windows XP im Vergleich zu Windows 8 mehr als 56-mal häufiger Opfer von schädlichen Softwares wurde. Die Tendenz sei laut Tim Rains steigend. Aktuelle Betriebssysteme würden über zahlreiche integrierte Sicherheitsfunktionen verfügen, das über zehn Jahre alte Windows XP sei hingegen nicht mehr so gut ausgestattet: Von Jänner bis Juli verzeichneten 9,1 Prozent der Windows XP-Benutzer Virenbefälle, die Zahl der betroffenen Windows 8 Nutzer lag hingegen bei rund 1,8 Prozent.

"Windows XP wird in Zukunft noch unsicherer sein als es das heute schon ist. Die Software war eine enorme Erfolgsgeschichte, aber es ist Zeit weiter zu machen", sagte Rains. Sicherheitsmaßnahmen, die man vor zwölf Jahren in Windows XP integriert habe, würden heute routinemäßig von Hackern umgangen werden: "Als erstes greifen Hacker Anti-Viren-Programme an. Wir glauben, dass diese Software von Windows XP nach April 2014 immer ineffektiver werden. Das ist so, als würde man ein Haus auf Treibsand bauen", erklärte Rains. Daher könne man das Betriebssystem nicht mehr länger weiterführen.

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