Investor Mantra hat was gegen Gigaset-Übernahme

Investor Mantra hat was gegen Gigaset-Übernahme

Die Pariser nähmen das Offert des Hongkonger Goldin Funds von einem Euro je Aktie nicht an und rieten auch den anderen Aktionären, ihrem Beispiel zu folgen, teilte Mantra am Montag mit.

"Mantra ist der Auffassung, dass der Angebotspreis in Höhe von 1,00 Euro das zukünftige Potenzial der Gigaset nicht widerspiegelt", hieß es. Der Vorstand der Münchner hatte den Eigentümern empfohlen, sich den Asiaten anzuschließen. Derzeit notiert die Gigaset-Aktie knapp unter einem Euro.

Die Franzosen, die fast fünf Prozent an dem Telefonhersteller halten, fürchten indes, dass die krisengeschüttelte Gigaset verramscht wird und der Fonds des Unternehmers Pan Sutong besser abschneidet als die Altaktionäre. "Es dürfte der richtige Moment für sie sein, aber wohl nicht für die Minderheitsaktionäre", so Mantra-Chef Antoine Drean. "Wir haben das Gefühl, dass etwas Seltsames vor sich geht". Goldin solle besser erklären, was es mit Gigaset vorhabe. Drean argwöhnt, dass sich die Asiaten lediglich die Marke mit der Übernahme unter den Nagel reißen wollen. Die 1.400 Arbeitsplätze in Deutschland stünden auf dem Spiel.

Mantra gehe es nicht ums Geld. "Die Investition ist sowieso schon zum Großteil abgeschrieben", sagte Drean. "Es geht darum, dass Gigaset bereits jetzt auf einem viel besseren Weg ist." Ein Gegenangebot will er allerdings nicht vorlegen. "Dass hätten wir gerne gemacht, aber dafür ist es jetzt zu spät." Auch die kurzfristige Suche nach einem anderen Bieter sei erfolglos gewesen. Daher konzentriere sich Mantra nun darauf, noch möglichst viele Fahrensleute unter den Aktionären um sich zu scharen, um Goldin einen Strich durch die Rechnung zu machen. "Die Schlacht ist noch nicht verloren. Es gibt uns noch und es stoßen immer mehr Freunde zu uns", zeigte sich Drean kämpferisch. Goldin war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die Asiaten hatten der klammen Gigaset jüngst mittels Kapitalschritt aus der Patsche geholfen und wollen nun vollends die Kontrolle über den europäischen Marktführer erlangen. Im Gegenzug sollen bis zu 170 Millionen Euro fließen, um Gigaset auch als Marke für Tablet-Computer und Smartphones zu etablieren.

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