Feuerwehrmänner setzen sich Datenbrillen auf

Feuerwehrmänner setzen sich Datenbrillen auf

Google Glass, aber sinnvoll: In einem EU-Projekt wird ein Feuerwehrhelm entwickelt, der die Einsatzkräfte bei Bränden an die richtige Stelle lotsen und sie zudem schützen soll.

Die Orientierung für Feuerwehrleute in brennenden Gebäuden ist schwierig. Europäische Unternehmen und Hochschulen, darunter die Technische Universität (TU) Wien arbeiten in dem EU-Projekt ProFiTex an der Entwicklung eines Feuerwehrhelms mit Datenbrille, der Einsätze sicherer machen soll. Eine 3D-Kamera erfasst dabei die Umgebung und leitet die Daten an die Einsatzleitung weiter. Zudem kann eine Wärmebildkamera Gefahren erkennen und auf einem Display erhalten die Feuerwehrleute wichtige Information direkt ins Gesichtsfeld eingeblendet.

Abbild des Gebäudes

Meist gibt es bei einem Brand keinen Gebäudeplan für die Feuerwehrleute. „Mit Hilfe von 3D-Kameras am Helm können wir in Echtzeit ein virtuelles Abbild des Gebäudes erstellen“, erklärt Hannes Kaufmann vom Institut für Softwaretechnik und interaktive Systeme der TU Wien am Montag in einer Aussendung der Uni. Dieses 3D-Modell kann zur Einsatzleitung geschickt werden, die so einen optimalen Überblick über die Situation behält und die Feuerwehrleute nach Bedarf koordinieren kann.

Zusätzlich sollen die Feuerwehrleute mithilfe von Infrarot-Kameras am Helm erkennen können, wo große Hitze herrscht. Diese Informationen können direkt am Helm-Display eingeblendet werden. Das Wärmebild könnte auch helfen, Personen in einem Gebäude zu finden.

Eine weitere Verbesserung sollen Infrarot-Laserstrahlen bringen: Im Gegensatz zu sichtbarem Licht durchdringen Infrarotstrahlen selbst den dichtesten Rauch und können so auch dann Orientierung ermöglichen, wenn man sonst nichts mehr sehen würde.

Erforscht werden soll noch, wie viel Information in einer solchen Stresssituation überhaupt aufgenommen werden kann. Zu viele Daten könnten die Feuerwehrleute überfordern.

Erste Tests

„Wir haben das System bereits getestet. Das 3D-Modell, das wir dabei erzeugen konnten, sollte für einen Feuerwehreinsatz mehr als ausreichend sein“, sagt Hannes Kaufmann. Und die Infrarot-Sensoren ließen ganz klar erkennen, wo im Raum sich noch Menschen aufhalten.

Ziel des im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm geförderten Projekt ProFiTex ist es, Sicherheit und Effizienz bei der Brandbekämpfung durch erweiterte Schutzausrüstung zu erhöhen. An dem Vorhaben sind neben der TU Wien u.a. die ETH Zürich, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen sowie aus Österreich die Unternehmen active photonics (Villach) und Texport Funktionsbekleidung (Salzburg) beteiligt.

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