Apple – Warten auf das nächste große Ding

Apple – Warten auf das nächste große Ding

Während , perfektioniert Apple bisher im festen Rhythmus seine iPads und iPhones.

Diese Frage musste kommen. Was denn nun mit den "neuen Produktkategorien" sei, die Apple im April versprochen habe, wollte Analyst Toni Sacconaghi vom Wall-Street-Haus Sanford C. Bernstein in einer Telefonkonferenz wissen. "Toni, ich habe im April nicht gesagt, dass Du sie in diesem Jahr sehen wirst oder in der ersten Hälfte kommenden Jahres", antwortete Apple-Chef Tim Cook spitz. Gleichzeitig versicherte er ungewöhnlich wortreich, dass da noch etwas zu erwarten ist: Apple habe das Zeug, "Produkte in Kategorien zu bauen, in denen wir heute nicht vertreten sind".

Die Frage ist nur: Wann? Und was? Apple fordert Fans und Investoren eine Menge Geduld ab. Während Google seine Datenbrille Glass unter großer öffentlicher Teilnahme testet und Samsung seine Computeruhr Galaxy Gear schon verkauft, arbeitet Apple noch hinter verschlossenen Türen. Das jüngste revolutionäre Produkt war das iPad. Der Tabletcomputer erschien vor dreieinhalb Jahren, seitdem betreibt Apple Modellpflege.

Unmut trotz Milliardengewinnen

Zwar fährt der Konzern auch mit der x-ten Auflage seines iPhones und immer neuen iPad-Ablegern Milliardengewinne im Stil eines Ölmultis ein. Doch wächst das Geschäft der Kalifornier inzwischen deutlich langsamer, und sie stehen unter Zugzwang, die Preise für ihre Geräte zu senken oder zumindest stabil zu halten. Das drückt auf die Rendite und schlägt sich auch im Kurs nieder: Die Aktie liegt ein Viertel unter ihrem Höchststand. Anleger klagen, dass die Luft raus sei. Apple versucht sie mit Dividenden und Aktienrückkäufen in Rekordumfang zu beruhigen. Aber der Unmut bleibt.

Wann kommt denn nun die erhoffte iWatch-Datenuhr? Und wann beseitigt Apple mit einem eigenen Fernseher das Fernbedienungschaos auf dem Wohnzimmertisch? Kein Wort dazu von Tim Cook. Die Analysten hören in der Telefonkonferenz zu den jüngsten Geschäftszahlen stattdessen viel Selbstbeweihräucherung: "Apples Geschäft ist stärker denn je. (...) Die meisten Unternehmen wären stolz, nur eines unserer Produkte zu haben. (...) Ich denke, niemand hat solche Fähigkeiten wie wir."

Doch Apple steht in vielen Bereichen unter Druck, die der Konzern einst erst erschlossen hatte: Das dominierende mobile Betriebssystem ist mittlerweile Googles Android, und der mit weitem Abstand zurückliegende Rivale Microsoft gewinnt mit seiner Windows-Familie im mobilen Bereich an Boden. In immer schnellerer Folge bringen Samsung, LG oder Nokia riesengroße, gebogene oder mit besonders hochauflösenden Kameras ausgestattete Smartphones und Tablet-Computer heraus. "Wir gewinnen mit unseren Produkten in den Bereichen, die für uns wichtig sind", sagt dazu Tim Cook. Er nennt etwa Kundenzufriedenheit oder die Zeit, die Nutzer mit ihrem Gerät verbringen.

Den Investoren, denen mit Blick auf Apples Milliarden-Schatz das Wasser im Mund zusammenläuft, signalisierte der Konzern: Sie sollten ihren Appetit allmählich zügeln. In den vergangenen fünf Quartalen seien 36 Mrd. Dollar (26,12 Mrd. Euro) an sie ausgezahlt worden, sagte Finanzchef Peter Oppenheimer. Die Cash-Reserven in den USA seien nicht mehr gewachsen - weil alles neue Geld an die Aktionäre geflossen sei. Insgesamt sitzt Apple aber immer noch auf einem Geldberg von rund 147 Mrd. Dollar.

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