HP Österreich sucht sein Heil in der Offensive

HP Österreich sucht sein Heil in der Offensive

Der US-Computerkonzern HP ist zuletzt wegen seines Sparprogramms in die Schlagzeilen gekommen. In Österreich will Michaela Novak-Chaid, Chefin der vereinten Computer- und Drucker-Sparte, die Marktanteile mit neuen Produkten verteidigen.

Kosten senken, Effizienz heben – diese Worte hört man beim US-Computerkonzern HP intern im Moment wohl des Öfteren. Doch Michaela Novak-Chaid verwendet diese Begriffe ausdrücklich im Zusammenhang mit den Produkten ihres Unternehmens; sie letzte den Geschäftsbereich Printing & Personal Systems. Das bedeutet: Die Sparten Druck (die Frau Novak-Chaid schon bisher leitete) und Computer wurden zusammengeführt. Weshalb? „Wir wollten Synergien heben und den Kunden Lösungen aus einer Hand anbieten.“ Also eben Kostensenkung und mehr Effizienz, indem Pakete aus Computern und Druckern stärker als bisher forciert werden. Das ist international ebenso geschehen. „Wir wollen mehr als bisher Lösungen anbieten und nicht nur Produkte.“

Kaufmännisch denken

Michaela Novak-Chaid war davor unter anderem als Finanzdirektorin und im Risikomanagement in Osteuropa tätig, ehe sie vor zweieinhalb Jahren den Imaging- und Printing-Bereich übernahm. Ist dieser Finanz-Background ein Hinweis auf eine Spar-Strategie bei HP in Österreich? „Keineswegs“, lacht Novak-Chaid, „aber ökonomisch und kaufmännisch zu denken ist gerade jetzt hilfreich.“ Nach Angabe von HP-Sprecherin Barbara Werwendt sind Stellenstreichungen in Österreich derzeit noch kein Thema. International ist die Situation für HP weniger optimistisch: In Deutschland wurde gestern angekündigt, dass 450 Stellen von insgesamt mehr als 10.000 abgebaut werden sollen. Weitere Schritte werden überlegt.

Hybridmodelle und Drucker mit Internet-Anschluss

Zurück nach Österreich: Nicht nur die Zusammenlegung der Geschäftsbereiche soll helfen, die Marktanteile zu verteidigen, sondern auch eine Palette neuer Produkte. Bei den Computern sind das vor allem so genannte Hybridgeräte, eine Mischung aus Tablet-PC und Laptop. Bei Druckern soll die Internet-Vernetzung der Modelle (HP nennt das ePrint) ein Kernargument sein; bei den Großkunden sollen „Workflow-Lösungen“ die reine Lieferung von Geräten ablösen. Soll heißen: HP will sich verstärkt um Einbindung der Geräte in die gesamte IT-Umgebung kümmern. Ein Referenzkunde hierfür ist Raiffeisen.

Die Zielgruppe aller HP-Produkte reicht vom Privatnutzer über Kleinbüros bis zu Großunternehmen. „Wir haben eine sehr breite Kundengruppe und sind in allen Sparten vertreten,“ sagt Novak-Chaid. Worauf kommt es bei diesen Produkten an, worauf legen die Käufer wert? Dazu Michaele Novak-Chaid im Interview mit format.at/trend.at:

Die Vertriebswege bleiben die bekannten: Neben den großen Elektromärkte auch kleinere Fachhändler sowie im B2B-Bereich Partner wie ACP. „Daran werden wir nichts ändern, denn starke Partner sind uns sehr wichtig“, kündigt Novak-Chaid an.

In Österreich ist HP unter anderem bei Computern klarer Spitzenreiter – jeder dritte PC, der hierzulande verkauft wird, kommt von HP.

Österreich top, weltweit im Rückwärtsgang

Damit ist Österreich aus HP-Sicht eine Insel der Seligen. Jüngste Zahlen des Marktforschers Gartner zeigen nämlich, dass HP weltweit nur noch knapp an der Spitze der PC-Hersteller liegt. Der chinesische Konzern Lenovo ist den Amerikanern bei Stückzahlen schon sehr nahe gekommen. Im zweiten Quartal kam HP demnach auf einen Marktanteil von 14,9 Prozent (davor: 16,9 Prozent); Lenovo verbesserte sich von 12,7 auf 14,7 Prozent.

In Kürze folgen Details zu den Produktneuheiten von HP

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