Hindenburg anno 2013: Luftschiffe sollen Frachtflugzeuge ersetzen

Hindenburg anno 2013: Luftschiffe sollen Frachtflugzeuge ersetzen

Nach dem Hindenburg-Desaster 1937 wurden Luftschiffe nur noch in Randbereichen eingesetzt. Hersteller aus den USA und Großbritannien wollen mit neuen Modellen nun den Frachtflugzeugen Konkurrenz machen.

Als im Mai 1937 in den USA der deutsche Zeppelin LZ 129, genannt Hindenburg, bei der Landung verunglückte und dabei 36 Menschen ums Leben kamen, war dies de facto das Ende der Luftschifffahrt. Luftschiffe, meist vereinfacht als Zeppeline (eigentlich eine besondere Form davon) benannt, sind besonders leichte Transportmittel, die dank aerostatischer Kräfte unterwegs sind. Vor dem Zweiten Weltkrieg war es augenscheinlich, dass dieser Art der Fortbewegung durch die Lüfte die Zukunft gehören würde.

Dann geschah das Hindenburg-Unglück, offenbar ausgelöst durch die Entzündung des Gas-Luftgemisches. Luftschiffe blieben - bis auf gelegentliche, großtenteils erfolglose Versuche eines Neustarts – eine Episode in der Geschichte der Luftfahrt.

Nun soll es aber eine Renaissance dieser leichten Luftfahrzeuge geben: Wie der Nachrichtendienst Bloomberg meldet, wollen die Hersteller von Luftschiffen dank der Entwicklung leichterer, aber dennoch robusterer Materialien im Frachtbereich den Flugzeugflotten von FedEx und anderen Frachtdiensten Konkurrenz machen. Vor allem sinkende Preise für Carbon-faserverstärkten Kunststoff (kurz CFK) machen es möglich, dass Luftschiffe günstig gebaut werden können.

So hat der kalifornische Hersteller Aeros ein Modell im Angebot, dass 66 Tonnen transportieren kann und nur einen Bruchteil eines Transportflugzeuges kostet.

Hier ein Video von der Produktion eines Aeros-Luftschiffes:

Die Hersteller, darunter die britische Hybrid Air Vehicles , glauben an einen Einsatz ihrer Luftschiffe für besondere Gelegenheiten, etwa um Ölplattformen mit Ersatzteilen zu versorgen oder um Lebensmittel in entlegene Gebiete in Afrika zu bringen. Das Hybrid-Modell Airlander 50 soll 2015 seinen ersten kommerziellen Frachtflug absolvieren, erste Aufträge von Frachtunternehmen sollen bereits entgegen genommen werden. Kunden sind nach Ansicht der Hersteller auch Transportkonzerne wie FedEx oder UPS, die unter großem Kostendruck stehen. Und obwohl Luftschiffe beispielsweise für die Überquerung des Atlantiks zwei Tage statt acht Stunden brauchen, könnten sie doch eine günstige Alternative sein – etwa für Frachtaufträge, die nicht so zeitsensibel sind.

Auftrieb gab den diversen Luftschiff-Projekten in jüngerer Vergangenheit vor allem das US-Verteidigungsministerium. Für Überwachungsaufträge sind die leise dahingleitenden Luftschiffe nämlich bestens geeignet; Hersteller Northrop Grumman etwa hat das Pentagon schon mehrfach mit entsprechenden Modellen versorgt.

Hier ein Video eines solchen Luftschiffs für militärische Einsätze:

Es bleibt abzuwarten, ob Luftschiffe den Sprung vom Nischenprodukt zum Massenprodukt schaffen können.

Abschließend ein Video des Hindenburg-Desasters von 1937 – ein dramatisches Filmdokument, unterlegt mit dem emotionalen Radiokommentar. Heute werden Luftschiffe vorwiegend mit nicht brennbarem Helium gefüllt, ein Unglück wie 1937 scheint daher ausgeschlossen.

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