Tetris ist 30 Jahre alt: Eine Geschichte um mutige Geschäftsmänner und den KGB

Tetris ist 30 Jahre alt: Eine Geschichte um mutige Geschäftsmänner und den KGB

Alexey Pajitnov war 28 Jahre alt, als er Tetris erfand - basierend auf einem Puzzle, das ihn als Kind fasziniert hatte. In den Westen kam das Spiel aus Moskau über Budapest, und unter den wachsamen Augen des KGB.

Am 6. Juni feiert die Gaming-Community den „Welt-Tetris-Tag“, denn an diesem Tag feiert das Kult-Videospiel seinen 30. Geburtstag. Der Nervenkitzel rund um die fallenden Blöcke schrieb Geschichte als das erste weltweit erfolgreiche Computerspiel, das in der ehemaligen UDSSR entworfen wurde. Der Erfinder Alexey Pajitnov, der in den 80ern als Forscher an der Akademie der Wissenschaften der Sowjetrepublik arbeitete, schreibt im Guardian über die Entstehungsgeschichte: Sein Institut bekam stets neue Hardware, deren Leistungsfähigkeit getestet werden musste – und das nahm der damals 28jährige als Ausrede, Spiele zu entwickeln.

Als Kind hatte er stets ein Faible für „Pentominos“ – Puzzles, deren Teile aus fünf Quadraten bestehen – gehabt und wollte darauf basierend ein Computerspiel entwickeln. Das Problem war aber, dass es bei Pentominos zwölf unterschiedliche Kombinationen gibt, deren Simulation zu komplex gewesen wäre. Also entschied sich Pajitnov für die abgespeckte Variante der „Tetrominos“, die aus vier Quadrtaten und sieben möglichen Kombinationen bestehen. Der Name des Spiels, „Tetris“, war geboren.

Die Programmierung des Spiels dauerte bloß drei Wochen, und Pajitnov erkannte schnell das Suchtpotenzial: Mit der Entschuldigung, an der Behebung von Fehlern zu arbeiten, spielte er sein eigenes Spiel durchgehend. Seinen Kollegen erging es ähnlich – und schon bald fand Tetris auch den Weg nach Ungarn.

Kontakt in den Westen

In Budapest wurde daraufhin der Geschäftsmann Robert Stein von Andromeda Software erstmals auf das Spiel aufmerksam. Dort vereinbarte er formlos die Übernahme der Rechte, so dass das Spiel von den Unternehmen Mirrorsoft und Spectrum HoloByte vermarktet werden sollte – positioniert als das erste Spiel, das hinter dem Eisernen Vorhang programmiert worden war, mit Bildern von Matrioschkas und orthodoxen Kirchen. Als ohrwurm-taugliche, heute als Kult geltende Melodie wurde Korobeiniki, ein russisches Volkslied aus dem 19. Jahrhundert, gewählt. „Ich fand die Kirchen und Matrioschkas kitschig“, sagt Pajitnov heute: „Aber sie halfen beim Verkauf.“

Bei der Vermarktung gab es bloß ein Problem: Als der Verkauf bereits lief, erhielt Stein eine Nachricht von der russischen Staatsfirma Electronorgtechnica ("Elorg"): Er habe die erforderlichen Rechte nie erhalten, hieß es. Bei den nachfolgenden Verhandlungen gelang es immerhin, die PC-Rechte herauszuhandeln. Pajitnov, der Erfinder des Spiels, war bei den Verhandlungen nicht anwesend – er wurde nachher mit einem neuen Computer angespeist, worüber er sich aber nicht sonderlich ärgerte: Bei seinem damaligen Gehalt hätte er 16 Jahre arbeiten müssen, um sich dieses Gerät leisten zu können.

Der Aufstieg des Gameboy

Dann kam die japanische Firma Nintendo ins Spiel. Nintendo-Manager Minoru Arakawa wollte „Tetris“ unbedingt zum Marktstart des Gameboy im Jahr 1989 auf den Markt bringen und bat daher den Unternehmer Mark Rogers, mit den Russen zu verhandeln. Das war leichter gesagt als getan: Im Guardian schreibt Rogers, er sei bloß mit einem Touristenvisum nach Moskau gefahren, um dort mit der Elorg über die Rechte zu verhandeln – es habe aber niemand mit ihm reden wollen; er sprach nicht russisch, und die Russen sprachen nicht englisch. Schließlich heuerte er in einer Hotellobby eine bildhübsche Übersetzerin an, die sich als KGB-Agentin entpuppte. Nach zäher Verhandlung mit der Elorg, bei der auch der KGB mit am Tisch saß, wurde die Lizenzvergabe an Nintendo besiegelt.

Die Japaner verkauften anschließend allein für den Gameboy 35 Millionen Exemplare; Rogers erhielt einen Dollar pro verkauften Spiel und wurde so zum Multimillionär. Pajitnovs Kinder bekamen als Dankeschön immerhin Nintendo-Konsolen geschenkt – selbige gab es in der Sowjetunion nicht zu kaufen.

Doch auch für Pajitnov selbst gab es schließlich ein Happy End, etliche Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und mit dem Siegeszug des Smartphones: Im Jahr 1996 kauften Rogers und er der Elorg die Rechte ab und gründeten die Tetris Company. Inzwischen wurden 425 Millionen bezahlte Downloads für Mobiltelefone verkauft, zitiert die APA eine Aussage des Programmierers im Technologieblog „Recode“. Den Erfolg von Tetris konnte er aber mit keinem anderen Spiel wiederholen.

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