Quizduell: Die Killer-App aus dem Keller

Quizduell: Die Killer-App aus dem Keller

Wissenskampf: Bei der App Quizduell tritt der Nutzer gegen echte Gegner an, misst sich mit anonymen oder befreundeten Spielern. Die schwedische App führt seit Wochen die Download-Charts an, Buch, Brettspiel und eine deutsche TV-Show sind bereits in Planung.

Die Optik ist so altbacken, als hätte Mutti auf der VHS den App-Programmierkurs gemacht. Die Avatare sind grob wie Holzköpfe und der Sound könnte aus dem Klingeltonlabor geklaut sein. Wer die Quizduell-App aber erst einmal geladen hat, weiß nach wenigen Minuten - das ist reine Camouflage, denn das Zeug fährt ein wie der Morgenkaffee.

Seit Wochen führt die Quizduell-App die Download-Statistik in den deutschsprachigen Ländern an, Anfang Jänner waren es schon fünf Millionen. Epidemisch breitet sich der Nutzerkreis aus, die Duellanten werden einem anfangs zugelost wie beim Chat-Roulette - irgendein Gegner ist immer online.

Wie kann eine App so süchtig machen, die eigentlich nichts anderes bietet als Armin Assinger in der Millionen-Show? Nämlich Fragen zu stellen aus unterschiedlichen Wissensgebieten, die mit vier Antwort-Optionen binnen 20 Sekunden zu beantworten sind.

App-Sounds mit Kollegen im Keller eingespielt

Die richtige Antwort kommt aus Schweden: Quizduell-Erfinder Robert Willstedt demonstriert, dass man noch immer App-Millionär werden kann. Seine Story hat zwar Anteile einer Tellerwäscher-Geschichte, ist in ihrer Konzeption aber kein Zufallstreffer, sondern das Resultat jahrelanger Arbeit. Denn die Idee hatte der Lehrer schon 2009, als die ersten Appstores aufkamen.

Ein Jahr arbeitete er in seinem Keller in Uppsala an den ersten 8.000 Fragen, die Sounds spielte der Hobbymusiker mit seinem Bandkollegen selbst ein. Als die App 2012 in Schweden nach ein paar Wochen die ersten 100.000 Duellanten angezogen hatte, wusste Willstedt, dass sie "auf Erfolg programmiert war“ - jetzt musste sie nur noch in den Export. Am 19. Juni 2013 ging die deutschsprachige App online und brauchte ein paar Monate für die kritische Masse an Spielern, die das Werkl jetzt wie ein Perpetuum mobile am Laufen hält.

Einzelne Nutzer haben bereits über 500 Fragen entworfen

Willstedts Firma ist noch immer überschaubar. Im Management der FEO Media sitzen Robert, Hendrik und Anders Willstedt und die Brüder Olle und Kalle Landin. Sie kümmern sich mit 40 Voll- und Teilzeitmitarbeitern um ausreichend Serverkapazität, den Kundenservice und die Sichtung der neu eingehenden Fragen. Es gibt deutschsprachige Nutzer, die bereits über 500 Fragen entworfen haben, angetrieben wohl von einer Mischung aus Wikipedia-Effekt und dem Ehrgeiz, der Community die eigene Wissenspotenz zu zeigen.

15 Millionen Spieler Ende Jänner

Buch, Brettspiel & TV-Show. Wo die Angry Birds aus Finnland zur sanften Landung beim Billa ansetzen, heben die Schweden jetzt richtig ab. Vor wenigen Wochen stiegen Frankreich und Polen ins Duell ein. 15 Millionen Spieler zählte die Plattform Ende Jänner. Willstedt will sich zwar noch nicht als App-Millionär feiern lassen, angesichts dieser Nutzerzahlen liegen die Umsätze aber garantiert im Millionen-Euro-Bereich.

An der Gratis-Version verdient FEO Media mit Werbung, an der Bezahl-App abzüglich Provision sicher noch gut zwei Euro. Und der Erfolg soll bald offline prolongiert werden. Ein Buch, ein Brettspiel und eine deutsche TV-Show sind in Planung. Greift das Duell-Virus auf das TV über, muss sich Armin Assinger einen Avatar zulegen, und das schnell.

Wie viel kostet die Quizduell-App?

Die Basisvariante der App (iOS/Android) ist kostenlos. So richtig Spaß macht aber nur die Premium-Version (€ 2,69): keine Werbebanner, dafür Statistiken und Avatare. Aktuell gibt es 27.000 Fragen auf Deutsch.

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