Finden statt suchen: Mindbreeze spürt Fakten auf

Finden statt suchen: Mindbreeze spürt Fakten auf

Das oberösterreichische Unternehmen Mindbreeze hilft Unternehmen und Internet-Usern bei der Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im (Daten-)Heuhaufen. Die Fabasoft-Tochter sieht noch viel Potenzial für seine Technologien.

Daten, Fakten, Informationen – wer soll sich in der Masse noch zurechtfinden? Nicht nur im Internet ist es äußerst schwierig, Wichtiges von Unwichtigem und Wertvolles von Schrott zu unterscheiden. Auch innerhalb der Unternehmen macht die Datenflut so manches Projekt zunichte.

Abhilfe verspricht das oberösterreichische Unternehmen Mindbreeze , das sich auf Software zur raschen Suche relevanter Daten in Unternehmen und auf Websites spezialisiert hat. Das Unternehmen mit Sitz in Linz gehört zur Fabasoft-Gruppe , die 55 Prozent der Anteile hält, der Rest liegt in Händen des Managements.

Die Technologie

Die beiden Produktschienen von Mindbreeze sind erstens Software für unternehmensinterne Suchanfragen (Mindbreeze Enterprise) und zweitens eine Suchmaschine für Websites (Mindbreeze InSite). Der Unterschied zu anderen Softwareprodukten liegt in der Genauigkeit von Analyse und Indizierung der jeweiligen Fakten. „Wir verknüpfen die Informationen und erstellen einen genauen Index“, erläutert Mindbreeze-Geschäftsführer und Gründer Daniel Fallmann. Der große Unterschied zu Google: Die berühmte Internet-Suchmaschine liefert einfach nur eine Linkliste und reiht die Suchergebnisse nach gewissen Kriterien. „Wir zerlegen die Inhalte der einzelnen Daten und zeigen diese.“ Egal ob Mails, Textdokumente, Personendaten, Notizen oder Kalendereinträge – alles wird analysiert, indiziert, semantisch verknüpft und nach Relevanz sortiert. Anschließend wird dem Anwender eine Trefferliste zur Verfügung gestellt, die dieser auch verändern kann. Natürlich geht das Alles aber nicht ohne entsprechende Hardware: Die Services laufen auf drei Mindbreeze-Rechenzentren in Österreich und Deutschland, in Kürze soll ein viertes in der Schweiz dazukommen.

Prominente Kunden

Die Enterprise-Lösungen werden quer durch alle Branchen eingesetzt, beispielsweise in der Retailsparte oder im E-Government. Die Kundenliste kann sich durchaus sehen lassen: So zählen etwa die Spar-Gruppe, der Bund, der Freistaat Bayern und Treibacher zu den Anwendern der Mindbreeze-Technologie. „Wir können im Prinzip jede Branche und jeden Kunden ansprechen“, sagt Fallmann. Der Grund: Es könnte alle Arten von Ablagesystemen erfasst werden, etwa Mailprogramme, SAP oder CMS. „Derzeit sind wir stark in Richtung Gesundheitswesen unterwegs“, berichtet Fallmann. Dort sei die Suche nach relevanten Daten und entsprechende intelligente Verknüpfung besonders wichtig und heikel.

Sicherheit geht vor

Ein wichtiger Aspekt bei der Suche ist die Sicherheit. Schließlich wollen Unternehmen verhindern, dass Mitarbeiter beispielsweise in den Gehaltslisten stöbern. „Wir schließen unerlaubte Zugriffe auf heikle Daten aus, das ist den Unternehmen sehr wichtig“, sagt Fallmann.

Die InSite-Software für das gescheite Durchstöbern von Websites ist als Cloud-Lösung aufgesetzt, das heißt sie ist in kurzer Zeit einsetzbar. „Hier sehen wir derzeit besonders großen Bedarf“, sagt Fallmann. Mit einer speziellen Technologie namens „Information Pairing“ können Informationen aus unterschiedlichen Bereichen verknüpft werden, um diese etwa als Newsflash auf der jeweiligen Seite anzuzeigen.

2005 gegründet

Mindbreeze wurde 2005 von Daniel Fallmann gegründet. „Ich habe schon während meines Studiums gesehen, dass die enormen Datenzuwächse viele Unternehmen überfordern.“ Die Idee: Eine Technologie schaffen, die es möglich macht, relevante Informationen zu finden. Als Start-Up hatte Mindbreeze den Vorteil, durch die Mutterfirma Fabasoft sofort die nötige Infrastruktur parat zu haben. „Sonst lässt uns Fabasoft aber eigenständig agieren.“ Die Fabasoft-Gruppe hat insgesamt 208 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von rund 23 Millionen Euro. „Mindbreeze trägt dazu einen wesentlichen Teil bei“, verrät Fallmann.

Für das nächste Jahr hat er sich viel vorgenommen: „Wir wollen in Europa die Nummer eins bei Suche für Unternehmen werden und bei der Bewältigung der Datenflut werden.“

Hinweis: Ein Beispiel für die Mindbreeze-Technologie ist FORMAT.AT / TREND.AT selbst. Die Technologie wird verwendet, um Leserinnen und Lesern die rasche Suche nach Artikeln zu ermöglichen (siehe Leiste rechts oben).

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