Facebook will sich 650 Millionen Sportfreunde krallen

Facebook will sich 650 Millionen Sportfreunde krallen

Ein Fußballspiel im Dual-Mode? Beim FC Barcelona im Stadion "Nou Camp" wird das Smartphone eher Ablenkung zum eigentlichen Live-Spektakel sein - auch wenn Facebook meint, dass Fußballfreunde permanent Daten und Kommentare auf das Smartphone bekommen sollen oder selbst posten.

Die Nummer 1 der Social-Media-Branche befeuert wieder einmal die Datenschleuder: Der Fokus liegt nun auf der Zielgruppe "Sport". Mit einer neuen Applikation will Facebook rund 650 Millionen Sportfreunde locken. Und für sich selbst mehr Werbefläche schaffen.

"Sport in Echtzeit", das verspricht Facebook seinen Nutzern mit der neuen App "Facebook Sports Stadium". Und alle Sportfans und Facebook-Nutzer sollen via Smartphone kräftig mittun und Daten produzieren, liken und teilen sowie Kommentare posten.

Facebook-Gründer Marc Zuckerberg will mit der Facebook-App somit seinen nächsten Coup landen. Das US-Unternehmen fokussiert sich auf sportliche Aktivitäten, die parallel zum Live-Ereignis am Smartphone weiter gedreht wird.

Neben den Kommentaren der Facebook-Freunde will das Unternehmen auch bei Klubs, TV-Gesellschaften und Datendienstleister andocken und Daten abfangen. Facebook will so von Live-Ereignissen auch die Experten-Kommentare liefern. Vorausgesetzt, die Protagonisten spielen das Facebook-Ringelspiel mit.

Dem Facebook-Nutzer sollen so auch aktuelle Statistiken zum Spiel, zur Performance der Spieler sowie prominente Meinungen geliefert werden.

Der Vorteil für Facebook: Das Unternehmen schafft sich so mehr Werbefläche für die flankierenden Werbeflächen, was für Zuckerberg und seine Shareholder bare Münze bedeutet. Und mit den gewonnen neuen Daten kann Facebook unendlich viele Daten abgreifen, kombinieren und somit noch mehr Informationen über seine Nutzer gewinnen. So können wieder neue Werbepartner erreicht werden. Und das Match um die Daten beginnt ständig von vorne, mit jedem sportlichen Ereignis. Ein Milliarden-Business.

Der verengte Blick

Ganz kritikfrei kommt Facebook und die App-Economy aber nicht davon. Bei Fußball-Top-Klubs, etwas in Deutschland und Österreich, ist man in „Sorge“, dass die Fans ihren Blick für das Runde ins Eckige am grünen Rasen zugunsten des Smartphones ab- und aufgeben - und das Live-Erlebnis selbst dabei aus den Augen verlieren -eine Seite der Medaille.

Der zweite, viel triftigere Grund, dürfte sein, dass den Profiklubs es nicht passt, dass sie selbst an dem Milliarden-Business von Facebook nicht mitschneiden - was sie freilich offiziell nicht sagen.

Hier geht's zum Link:
Facebook Sport Stadium

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