Facebook macht mobil

Facebook macht mobil

Das börsenotierte US-Unternehmen Facebook, zuletzt an der Börse wieder etwas im Aufwind, hat eine Schwachstelle: Im insgesamt stark wachsenden Geschäft mit und auf Mobilgeräten spielt Facebook eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Zwar können die Nutzer auch via Handy und Tablet auf die Social Networking-Plattform zugreifen und geschätzte 600 Millionen der insgesamt rund 1,1 Milliarden User weltweit tun dies auch. Doch Facebook hat noch kein Modell entwickelt, wie man damit Geld verdienen kann. Das Problem: Generell sind die Facebook-Nutzer nicht eben offen für Werbung auf den Seiten dieser Plattform – Untersuchungen zufolge klicken nicht mal ein Prozent der Anwender auf die eingeblendeten Werbe-Offerte (die zudem meist unpassend sind).

Jetzt startet Facebook aber offenbar einen neuen Anlauf im Mobile Business. Soeben wurde der “Messenger”-Service für Android aufgewertet, wie das Unternehmen gestern bekannt gegeben hat . Demnach braucht es in Zukunft keinen Facebook-Account, um diesen Facebook Messenger zu nutzen. Dieser Dienst soll nach und nach in diversen Ländern freigeschaltet werden. Damit steckt mehr als bloße Konkurrenz zum beliebten Nachrichtendienst „WhatsApp“, der Gerüchten zufolge auch das Kaufinteresse von Facebook geweckt hat. Sondern Facebook will sich als Marke jenseits der bloßen Networking-Plattform etablieren. So wie sich Google vom Image als reine Suchmaschine längst emanzipiert hat und in allen Bereichen des Internet die Richtung vorgibt, will Facebook offenbar weg vom reinen Networking-Modell. Facebook soll als Dienst angesehen werden, der die User Tag und Nacht mit ihren Freunden (angeblichen oder echten) „verbindet“.

Entscheidende Richtung

Dazu passen die Zukäufe von Facebook – so wurde das kanadische Unternehmen Acrylic übernommen, das Software für Apple-Geräte entwickelt, zum Beispiel digitale Zeitungen für das iPad. Außerdem wurde Spool gekauft, das Bookmarking-Dienste für Mobilgeräte erzeugt.
Der Erfolg auf Mobilgeräten könnte entscheidend sein für die Zukunft von Facebook – und zwar nicht nur die pure Anzahl an Usern, sondern eher die Frage, ob diese Facebook als einen Dienst von vielen sehen oder als unverzichtbaren Teil ihrer Kommunikation. Wenn es Facebook schafft, diese umfassende Marke zu werden, sieht es weiterhin rosig aus.

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