#100 Euro #schicken: Twitter startet Bezahldienst in Frankreich

#100 Euro #schicken: Twitter startet Bezahldienst in Frankreich

Franzosen können künftig Beträge bis 250 Euro via Twitter überweisen.

Mitteilen in lediglich 140 Zeichen: Das ist die Erfolgsformel des sozialen Nachrichtendienstes Twitter. Nun kann man in Frankreich neben dem Verschicken von Kurzbotschaften auch Bezahlen: Die französische Bankengruppe BPCE vhat Twitter mit einem Smartphone-Banking-System verknüpft. Nutzer brauchen eine Kreditkarte und eine französische Handy-Nummer.

Millionen Franzosen können Geld künftig über den Kurznachrichtendienst Twitter überweisen. Kunden der genossenschaftlichen Bankengruppe BPCE hätten bald die Möglichkeit, via Twitter Geld zu transferieren, ohne die Kontodetails des Empfängers dabei anzugeben, erklärte Nicolas Chatillon, Chef der BPCE-Tochter S-Money. Bisher gibt es Bezahl-Systeme über soziale Netzwerke bereits in den USA und bei einer japanischen Bankengruppe, sie laufen aber über Facebook.

Die nun gestartete Geldüberweisung via Twitter und das Smartphone-Banking-System S-money soll in zwei Schritten laufen: Zunächst muss der Nutzer eine Twitter-Botschaft schicken etwa mit dem Inhalt: "@SMoneyfr 100 Euro #schicken @Empfänger". Der Nutzer wird dann auf eine App von S-money geleitet, die bei iOS von Apple und Android von Google verfügbar ist, wo er dann seine Zahlung ausführt. Die Accounts von Twitter und S-money werden dazu verbunden.

Bezahl-Tweets sind noch öffentlich

"Der Nutzer wechselt einfach und ohne Unterbrechung von einem Raum in den nächsten", erläuterte Chatillon. Der Dienst ist nur in Frankreich verfügbar, zudem sind eine Kreditkarte und eine französische Handy-Nummer nötig. Der Nutzer muss aber nicht unbedingt ein Konto bei der BPCE haben, zu der die Banque Populaire und die Caisse d'Epargne in Frankreich zählen. Eine Überweisung zwischen Privatpersonen darf 250 Euro nicht übersteigen, 500 Euro bei Verbänden oder Firmen.

Ein solcher Tweet kann derzeit noch von jedem anderen Twitter-Nutzer gelesen werden. Die BPCE schloss nicht aus, Überweisungen künftig über private Botschaften möglich zu machen, falls die Nutzer dies wünschen sollten.

Twitter sucht nach neuen Umsatzmöglichkeiten

In den USA ist die App für den Bezahldienst Venmo zum Versenden von Geld ein großer Erfolg bei jungen Leuten. In Japan hat die Bankengruppe Rakuten Bank einen solchen Dienst via Facebook gestartet. Der BPCE-Verbund, zu dem unter anderem Banque Populaire, Caisses d'Epargne und Natixis gehören, ist mit 36 Millionen Kunden die zweitgrößte Bankengruppe in Frankreich.

Twitter ist derzeit auf der Suche nach Möglichkeiten, wie der US-Konzern außer mit Werbebotschaften noch Geld verdienen kann. Deshalb will der Kurznachrichtendienst wie Apple und Facebook verstärkt im Finanzbereich mitmischen. Im September hat der Konzern bereits die "Twitter Buy"-Funktion in seinen Tweets eingeführt, über die Nutzer beispielsweise beim Modekonzern Bluberry oder der Baumarktkette Home Depot einkaufen können.

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