Electronic Arts-Chef hat ausgespielt

Electronic Arts-Chef hat ausgespielt

John Riccitiello, Chef des Videospiele-Herstellers Electronic Arts, muss sich verabschieden. Trotz des anhaltenden Booms der Branche konnte der börsenotierte Konzern zuletzt vor allem mit Umsatzrückgängen und technischen Problemen auffallen.

Nach schleppenden Videospiele-Verkäufen zieht der Chef von Electronic Arts die Konsequenzen. John Riccitiello tritt nach sechs Jahren an der Spitze des "Sims"-Entwicklers wegen Erfolglosigkeit zurück. Er übernehme die Verantwortung für das zuletzt schlechter als erwartet gelaufene Geschäft, schrieb Riccitiello am Montag an seine Mitarbeiter.

Electronic Arts ist für seine aufwendigen und teuren PC- und Konsolenspiele bekannt, leidet aber unter der Konkurrenz durch wesentlich günstigere Titel für Smartphones und Tablet-Computer sowie Online-Games. Das macht es schwer, die hohen Entwicklungskosten wieder hereinzuholen. Das Unternehmen steht hinter Hits wie "Need for Speed", "Command & Conquer" oder den "Fifa"-Fußballsimulationen. Fürs iPad und iPhone waren etwa die "Simpsons" herausgekommen.

Mobilgeschäft wächst rascher

Zwar hatte sich Electronic Arts durch Zukäufe bei mobilen Spielen gestärkt. Doch konnte das Branchen-Schwergewicht dadurch das Geschäft nicht wie erhofft ankurbeln. Das Unternehmen bereitete die Anleger deshalb darauf vor, dass es die Prognosen für das laufende Quartal womöglich nicht halten kann.

Bis ein endgültiger Nachfolger gefunden ist, lenkt der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Larry Probst, die Geschicke der Firma. "Wir sind uns einig, dass dies der richtige Zeitpunkt für einen Führungswechsel ist", erklärte er. Ende März endet das Geschäftsjahr. Nachbörslich stieg die Aktie.

Hoher Verlust eingefahren

Probst hatte Electronic Arts selbst 16 Jahre als Konzernchef geleitet, bevor er 2007 das Ruder an Riccitiello übergab. Dieser hatte zuletzt durchwachsenen Erfolg: In den ersten neun Monaten schrumpfte der Umsatz um sieben Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar und es lief ein Verlust von 225 Millionen Dollar auf.

Wie schwierig das Spielegeschäft ist, in dem ein einziger Hit über Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann, hatte auch das Abschneiden des Rivalen Zynga gezeigt. Dieser war mit Facebook-Spielen wie "Farmville" groß geworden. Doch das Wachstum war zuletzt abgeflaut und Zynga kämpft mit roten Zahlen.

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