Deutsche Telekom setzt bei Bundesliga auf Sky-Programm

Deutsche Telekom setzt bei Bundesliga auf Sky-Programm

Die Deutsche Telekom gibt nach der Niederlage bei der Vergabe der Fußball-Bundesliga-Rechte ihr eigenes Programm "Liga Total" zwangsweise auf.

Statt auf eine Sublizenz für die Eigenproduktion setzt der Bonner Konzern nun darauf, seinen Kunden über Internet, Mobilfunk und Satellit ab der Saison 2013/2014 das Programm des Rivalen Sky zeigen zu können, an den die Telekom die Rechte verlor. "Ich gehe davon aus, dass wir mit Sky eine Verhandlungslösung hinbekommen und dann ab 2013 das Sky-Signal einspeisen werden", sagte Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitagausgabe).

Ein Telekom-Sprecher ergänzte, es gebe keine Eile bei den Gesprächen mit dem Pay-TV-Sender. Denn für die kommende Saison 2012/2013 habe der Konzern noch die Fußball-Rechte für die Übertragung über das Internetprotokoll (IPTV). "Wir sind in einem frühen und konstruktivem Gesprächsstadium mit Sky", sagte er. Den Sendebetrieb hat die Telekom an den privaten Anbieter Constantin Medien abgegeben, um verfassungsrechtliche Bedenken wegen des Staatsanteils am Konzern auszuräumen.

Die Telekom hatte sich mit Sky ein hartes Duell um die Live-Rechte geliefert. Denn für den chronisch verlustreichen Pay-TV-Sender Sky - ehemals Premiere - des Medienzaren Rupert Murdoch sind die Rechte überlebensnotwendig. Sie sichern Sky den Kundenstamm und damit seine Existenz. Die Telekom bot diesmal sogar für sämtliche Live-Rechte - sowohl auf dem Fernseher via Satellit, Kabel und IPTV als auch für die Übertragung auf Mobilfunkgeräte und auf Computer mit Internetanschluss - um die eigenen Umsätze aufzupeppen. Der Konzern wollte bei einem Zuschlag die Bundesliga nicht mehr exklusiv in seinem Programm zeigen, sondern die Sendungen produzieren und an andere Unternehmen weiterverkaufen. Am Ende unterlag die Telekom jedoch, weil ihr der Preis zu hoch wurde.

"Entertain" als Hoffnungsträger

Mit der Aufgabe von "Liga Total" verliert die Telekom eines ihrer wichtigsten Zugpferde für ihr Internet-Fernsehen, das mit den stetig sinkenden Umsätze im klassischen Telefongeschäft an Bedeutung gewinnt. Vor allem will der Bonner Konzern mit seinem TV-Angebot "Entertain" mehr Kunden für sein superschnelles Internet über den VDSL-Standard gewinnen, für das die Telekom viel Geld ausgab. Zehn Prozent der IPTV-Kunden des Konzern schauen "Liga Total", das entspricht etwa 200.000. Seit Herbst ist Entertain auch über Satellit zu empfangen, um auch Kunden mit langsameren Internet-Anschlüssen zu gewinnen. Bislang können diese Kunden Bundesliga-Spiele nicht live sehen.

Sky hingegen ging aufs Ganze und zahlt für die Live-Rechte eine Rekordsumme von mehr als 1,9 Milliarden Euro für die Zeit von 2013 bis 2017. Auf eine Saison umgerechnet ist das mit 468 Millionen Euro fast doppelt so viel wie Sky für sein Zugpferd bisher zahlt. Analysten fragen sich, wie Sky die hohen Ausgaben wieder verdienen will. Da könnten Einnahmen durch eine Einspeisung des Programms bei der Telekom hilfreich sein. 2013 will Sky operativ schwarze Zahlen schreiben.

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