Das iPhone wird zum Reisepass

Das iPhone wird zum Reisepass

Interessante Patentanmeldung von Apple beleuchtet weitere Möglichkeiten der Handynutzung.

Das Patent mit der Nummer 8215546 ( hier das Dokument im Original ), erstmals eingereicht im Jahr 2008 und vor wenigen Tagen vom US-Patentamt bestätigt, beschäftigt sich mit „Methode und System für einen Transport-Check-In via Near-Field-Communication (NFC) mittels Handheld-Gerät wie Mobiltelefon oder Personal Media Player“. Das wäre an sich nicht weiter bemerkenswert, würde nicht Apple dahinter stecken. Im Weiteren wird bei dem Patent erläutert, wie ein solches Gerät Reisereservierungen und Identifizierung der Reisenden speichern und übermitteln könnte. Dazu könnte neben NFC auch die Übertragungstechnologie RFID verwendet werden – dabei senden Mini-Transponder Signale aus, die von Computern erfasst werden.

Reif fürs nächste iPhone

Die Anwendung hinter dieser Technologie soll laut Insidern iTravel heißen und könnte genau zum nächsten iPhone passen, das Ende des Jahres auf den Markt kommen soll. Das nächste Betriebssystem iOS6
verfügt auch über eine integrierte App namens Passbook , mit der Ausweisdaten, Reisedaten und Konzerttickets abgespeichert werden sollen. Das nächste iPhone soll ja auch NFC-tauglich sein. Damit können Daten kontaktlos übertragen werden, die Technologie wird beim Bezahlen eingesetzt und wird beispielsweise in Kreditkarten eingebaut.

Apple ist das aber anscheinend zu wenig, mit iTravel könnte es eine umfassende Anwendung geben, mit der vor allem das Reisen bequemer werden soll. Denn mit der Technologie könnten auch heikle Personendaten wie Netzhautscans oder Fingerabdrücke gespeichert werden. Überhaupt soll ein kompletter Personalausweis – und eventuell auch ein Reisepass – digital abgespeichert werden können. Die eben patentierte iTravel-Technologie könnte die unterschiedlichen Funktionen – Identifizieren, Bezahlen, Reservieren, etc. – zusammenfassen; das iPhone könnte zum Reisepass, Geldbörsel und Universal-Ticket werden.

Steckt nur Taktik dahinter?

Ob und wie Apple das Patent dann in der Praxis einsetzen wird, ist allerdings noch fraglich. Manche Experten sehen es tatsächlich auch eher als Versuch, ähnliche Projekte der Android-Konkurrenz – allen voran der Hersteller Google - zu torpedieren. Tatsächlich sind Patent-Streitigkeiten derzeit der beliebteste Weg, den Machtkampf am Markt für Mobilgeräte anzuheizen. Die immens teuren, oft monatelang laufenden Verfahren bewirken oftmals eine Verzögerung von Innovationen und hemmen den Wettbewerb, beklagen sich indes Konsumentenschützer – letztlich zahlen die Kunden für die Patentstreitigkeiten in Form höherer Preise.

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