Chiphersteller AMD: Neue Grafikkarte muss ein Erfolg werden

Chiphersteller AMD: Neue Grafikkarte muss ein Erfolg werden

Mit seiner neuen Grafikkarte Radeon HD 7790 steht US-Hersteller AMD unter Zugzwang: Die Schwäche des PC-Marktes lässt die Erlöse schwinden - das Unternehmen musste zuletzt sogar Immobilien verkaufen, um flüssig zu bleiben.

Der US-Halbleiterhersteller AMD steht unter Druck - das zeigt unter anderem der vor kurzem erfolgte Verkauf einer wichtigen Immobilie: Der so genannte "Lone Star Campus" im texanischen Austin wurde um 167 Millionen Dollar an einen Immobilieninvestor verkauft und wird von AMD zurückgeleast. Damit wurde Geld in die Kassen des US-Unternehmens geschwemmt, was auch dringend nötig war.

Nun steht mit dem Verkaufsstart der neuesten Grafikkarte aus der Radeon-Reihe ein essenzieller Schritt für das Unternehmen bevor: Die AMD Radeon HD 7790 wird laut Medienberichten Ende dieser Woche vorgestellt werden; speziell für PC-Gamer soll sie technologische Fortschritte bringen. Für das Unternehmen selbst ist ein Erfolg dieser Grafikkarte wichtig, um die nächsten Quartale wieder über steigende Erlöse berichten zu können. Das neue Produkt soll hinsichtlich seiner Leistungsmerkmale etwas unter dem Mittelklasse-Grafikkarte Radeon HD 7850 angesiedelt sein; Gerüchten aus der Branche zufolge könnte das (billigere) 7790 das Vorläufermodell aber mittelfristig überhaupt ersetzen - dafür spricht der Kostendruck in der PC-Branche. Die Käufer erwarten selbst bei billigeren Computern bereits beste Grafikkarten.

Die Hintergründe des Erfolgsdrucks

Der US-Chiphersteller hatte im abgelaufenen Quartal zwar mehr Umsatz gemacht als von Analysten erwartet, doch die Schwäche des PC-Marktes macht das Geschäft mühsam: Die Umsatzprognose für das aktuelle Vierteljahr liegt unter den Expertenprognosen.

Im Schlussquartal 2012 wareb die Erlöse auf 1,16 (Vorjahreszeitraum: 1,69) Milliarden Dollar gefallen; Branchenexperten hatten im Schnitt lediglich mit 1,15 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettoverlust weitete sich auf 473 (minus 177) Millionen Dollar aus. Für das laufende Vierteljahr sagte das Management einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorquartal von neun Prozent voraus.

AMD macht genauso wie dem großen Konkurrenten Intel der Vormarsch mobiler Geräte wie Smartphones und Tablets zu schaffen - das drückt auf die Nachfrage nach PCs und Laptops und damit nach Halbleitern. Die Markteinführung des neuen Betriebssystems Windows 8 von Microsoft hatte bisher für keinen klaren Trendwechsel sorgen können.

Hoffnungsträger PlayStation 4

Hoffnung schöpft AMD indes auch aus der neuen Spielkonsolen PlayStation 4 von Sony - diese wird den Radeon-Grafikchip von AMD enthalten, mit dem noch bessere Spielegrafiken möglich sein sollen. Allerdings hat auch dieses Geschäft ein Fragezeichen: Wird der Absatz von Spielkonsolen unter dem Vormarsch leistungsfähiger Smartphones, die auch fürs Gaming verwendet werden, leiden?

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