Wie BlackBerry doch überleben könnte

Wie BlackBerry doch überleben könnte

Am Smartphone-Markt wird der angeschlagene kanadische Konzern nicht mehr allzu viel holen können. Die Zukunft könnte aber im Aufbau sicherer Netze für Firmenhandys liegen.

Das kanadische Telekom-Unternehmen BlackBerry, Hersteller der gleichnamigen "Smartphones", steht vor dem Verkauf , zuletzt wurde auch mit SAP und Google über eine Übernahme gesprochen. Das groß angekündigte neue Telefon ist trotz wohlwollender Tests ein arger Ladenhüter, gegen Apple, Samsung und andere Hersteller hat BlackBerry derzeit einfach keine Chance. Der Quartalsverlust von knapp einer Milliarde Dollar ist indes eine große Hürde für potenzielle Investoren.

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Dennoch könnte das Unternehmen überleben: Im jüngsten Quartalsbericht ist auch von einer 32prozentigen Steigerung jener Unternehmen die Rede, die die Server der Kanadier installiert haben. Derzeit sind schon rund 25.000 solcher Enterprise-Server bei Kunden im Einsatz oder werden gerade getestet. Mit diesen können sichere, verschlüsselte Netz für Firmen-Handys errichtet werden - und zwar egal, ob diese Handys von BlackBerry selbst oder auch von Apple bzw. anderen Herstellern stammen. Im August des Vorjahres waren es erst 19.000 Unternehmen gewesen, die diese Services von BlackBerry genutzt haben. IDC-Analyst Ramon Llamas wird von Bloomberg mit den Worten zitiert, dieses Geschäftsfeld berge "eine große Möglichkeit, wenn sie weiter in diese Richtung gehen". Unternehmen würden eine umfassende Lösung für mobile Sicherheit benötigen. BlackBerry habe bewiesen, dass man auf diesem Gebiet auf einem hohen Niveau arbeiten könne.

Zurück zu den Wurzeln

Einstmals war BlackBerry als Lieferant von Firmenhandys erste Wahl gewesen, auch wegen der Sicherheit der Server, über die heikle Firmen-Mails gelaufen sind. Allerdings hat das Unternehmen so gut wie alle Trends verschlafen: Touchscreens, "freies" Internet am Handy, Apps, Mitnahme und Nutzung eigener Handys (vor allem iPhones) durch Mitarbeiter - die Telekom-Welt anno 2013 unterscheidet sich fundamental von jener anno 2003.

Nun könnte aber eine neue Wende bevorstehen: Unternehmen müssen sich gerade aktiv mit dem Thema Sicherheit beschäftigen - in Europa ist nach dem NSA-Skandal die Frage nach den Zugriffen auf heikle Firmendaten besonders dringlich. Dass immer mehr Mitarbeiter nach dem Motto "Bring Your Own Device" eigene Geräte - vor allem Smartphones und Tablets - für berufliche Aufgaben verwenden, macht die Sache noch komplizierter. Denn damit ist die Abschottung nach außen ebenso Geschichte wie die völlige Kontrolle über das, was die Mitarbeiter IT-mäßig so treiben. Insofern wandelt sich auch die Rolle der IT-Abteilungen gerade gewaltig.

Jedenfalls könnte sich BlackBerry nach Meinung von Analysten auf die Bereitstellung von Services für (Firmen-)Handys aller Marken konzentrieren und damit auf den weiterhin guten Rut als "sicherer" Dienstleister für Unternehmen bauen. Der Markt dafür soll in den kommenden Jahren stark wachsen, auch weil die Auswahl an Smartphones größer wird.

Quellen: u.a. Bloomberg News

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