Trends im Visier – Berufsbild Innovationsmanager

Trends im Visier – Berufsbild Innovationsmanager

Jens Bode kommen pro Monat ungefähr 50 bis 100 Trends unter. Doch nur wenigen davon schenkt der Trend- und Foresight-Manager der Henkel AG mit Sitz in Düsseldorf, einer der Vortragenden des "Austrian Innovation Forums“ in Wien, ernsthafte Beachtung: "Meine Aufgabe ist es, Filter und Impulsgeber zu sein.“

Ungefähr ein Dutzend dieser Trends, die vorwiegend Mikrotrends sind und sich im Gegensatz zu Makrotrends nicht langfristig in der Gesellschaft festsetzen, bespricht Bode mit einem Team von Forschern und Entwicklern, Marketingleuten, Marktforschern, zum Teil auch mit Kunden, externen Experten und Agenturen. Nur ein Bruchteil wird weiter verfolgt und führt zu einem neuen Konzept oder zur Entwicklung eines Produkts, das im Supermarktregal landet.

Immer mehr Unternehmen installieren Manager wie Bode - sie heißen Trend-, Foresight- oder Innovationsmanager. Ihre Aufgabenbereiche mögen variieren, doch es geht darum, jede noch so kleine Mode, aber vor allem die großen Trends im Auge zu behalten und Prozesse voranzutreiben, die zu Innovationen führen. Bestes Beispiel für solche wagemutigen Innovationen ist die Datenbrille " Google Glass “, mit der der Internet-Konzern sein Geschäftsfeld zugleicht vertieft und ausweitet. "Wir leben in einer Zeit, wo jedes Unternehmen sich durch Innovation vom Wettbewerb abheben will“, sagt Gerald Steinwender, Obmann der Plattform für Innovationsmanagement (PFI). Durch Innovationen sei das Differenzieren vom Wettbewerb und damit Wachstum möglich.

Zuerst kommt das Erkennen

Dabei ist weniger das Wissen um Megatrends die Herausforderung, sondern vor allem das Erkennen sogenannter "weak signals“, also schwacher Signale. Das versucht auch Andreas Steinle, Chef des Zukunftsinstituts, das nicht schlecht zu tun hat mit Auftragsstudien zu Themen wie "Die Zukunft der Sicherheit“ (für den TÜV Austria), "Moderne Lebenswelten für das 21. Jahrhundert“ (für Siemens) oder "Event der Zukunft“ (für die Wirtschaftskammer Österreich). Die Auftraggeber hoffen, daraus ablesen zu können, wie ein Herd oder Geschirrspüler oder auch eine Veranstaltung künftig beschaffen sein muss, damit Kunden sich dafür interessieren. Oder, ob das alles in dieser Form überhaupt noch Absatz finden wird.

So beobachtet etwa Jens Bode von Henkel sehr genau die Diskussionen und Entwicklungen im Bereich der waschmittelfreien Waschmaschine - denn falls sich diese auf dem Markt durchsetzt, würden sehr viele Henkel-Produkte zu Ladenhütern verkommen. Die hohe Nachfrage beim Zukunftsinstitut erklärt sich Steinle zum einen mit der Notwendigkeit, innovativ zu sein, zum anderen mit der Komplexität der Märkte: "Die Märkte sind nicht mehr so überschaubar. Plötzlich kommen Wettbewerber aus ganz anderen Unternehmen: Brillen werden von Internetunternehmen hergestellt, Lebensmittelhersteller gehen mit funktionalen Lebensmitteln in Richtung Arzneimittel.“

Kleine beobachten

Dabei sollte man sich aber nicht verrückt machen. Steinle: "Einige rennen jedem Mist hinterher. Dabei geht es doch um Fokussierung und Kontinuität.“ Im Vorteil ist, wer über Hype-Zyklen, also die Wellenbewegungen von Trendverläufen, Bescheid weiß. Oft werden jene belohnt, die in der Ruhe nach dem Sturm an einem Trend dranbleiben. Steinle: "Sie ernten die Früchte, wenn keiner mehr darüber redet.“ Für große Unternehmen ist es oft ohnehin besser, andere zu beobachten: "Konzerne haben gar kein Interesse, früh dabei zu sein.“ Sie lassen die Detailarbeit von den Kleinen machen, um sie dann aufzukaufen.

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