"Mit ERP die Wettbewerbsfähigkeit steigern"

"Mit ERP die Wettbewerbsfähigkeit steigern"

Michael Schober von Trovarit Österreich über die Trends bei ERP, worauf Unternehmen beim Einsatz achten sollten und wie die optimale Lösung gefunden werden kann.

Der ERP- und CRM-Experte Michael Schober ist Leiter des Österreich-Büros der Trovarit AG , die mit IT-Matchmaker eine Suchmaschine für Softwarelösungen im Portfolio hat und unter anderem Prozessberatung sowie Auswahl der richtigen Software für Unternehmen bietet. Im Interview analysiert er die wichtigsten Trends bei ERP (Enterprise Resource Planning), was KMU dabei beachten sollten und wie man die Akzeptanz bei den Nutzern erhöhen kann.

FORMAT: Herr Schober, was sind die wichtigsten Trends bei ERP derzeit?

Michael Schober: Experten zufolge kommt man künftig um das sogenannte „ERP aus der Cloud“ nicht mehr herum, weil diese laut Experten den ERP-Einsatz flexibler macht und Kosten spart. Ein weiterer Trend: Business Intelligence ist derzeit stark mit Big Data verbunden: Das bringt eine ständig wachsende Datenflut und entsprechende Software, die diese in nützliche Informationen verwandelt. Zudem machen Business-Apps auf Smartphones und Tablets das ERP mobil, das ermöglicht den Zugriff von überall und zu jeder Zeit. Und letztlich bedeutet die Verbindung von ERP mit Social Networks wie Xing oder Facebook ein Plus an Chancen für Marketing und Vertrieb.

In den Unternehmen werden immer mehr Aufgaben digitalisiert, quer durch alle Bereiche. Was bedeutet das für ERP-Lösungen?

Schober : Die Ziele sind bereichsübergreifende Auftragsabwicklung, die Planung und Steuerung der Firmenressourcen ohne Medienbrüche. Daraus ergeben sich meiner Meinung nach zwei gegenläufige Trends: Erstens immer umfassendere integrierte Software-Pakete, die alle Anforderungen aus einer Hand abdecken und Durchgängigkeit sowie Einheitlichkeit bieten. Und zweitens die Vision des „Best-of-Breed“, bei der die besten Speziallösungen frei kombiniert werden können.

Wie können sich Unternehmen angesichts dieser Trends einen Überblick verschaffen?

Schober : Unternehmen, die in dieser Flut von Trends ihre ERP-Infrastruktur erneuern wollen – etwa bei einem Releasewechsel oder einer Neuanschaffung - sollten sich auf das Wesentliche konzentrieren: ERP ist ein Werkzeug, um Strategien zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit mit Leben zu füllen. Laut einer aktuellen Trovarit-Studie wird die Steigerung der Effizienz und Schnelligkeit der Unternehmensprozesse als wichtigste IT-relevante Strategie eingestuft, gefolgt von Strategien, die darauf abzielen, Prozesse auch effizient umgestalten zu können.

Was raten Sie konkret bei der Auswahl einer ERP-Lösung?

Schober : Es gibt da einige wichtige Punkte, etwa die Offenheit für leichtere Anpassungen mit moderner Softwarearchitektur bei Sicherung der Releasefähigkeit. Des Weiteren gute modulare Ergänzungsmöglichkeiten mit zusätzlichen Funktionsumfängen. Eine einfache Anbindung über Standardschnittstellen reduziert den Aufwand und das Entwicklungsrisiko. Ein wichtiges Kriterium ist außerdem die ergonomische Benutzerführung, denn diese ermöglicht effizientes Arbeiten, verringert den Aufwand für Einarbeitung und sorgt für hohe Akzeptanz bei den Nutzern.

Gibt es Tipps, wie sich speziell KMU am Markt orientieren können?

Schober : Die Vielfalt an Software-Lösungen kann für ein mittelständische Unternehmen die Suche aufwändig und auch riskant machen – vor allem in Anbetracht der Investitionsvolumina, des Einführungsaufwands und der langfristigen Auswirkungen. Auch diese Unternehmen sollten daher eine strukturierte Vorgehensweise wählen, wobei es eine genaue Übersicht über die eigenen Anforderung sowie den Markt selbst geben muss. Bei Präsentationen und Systemtests vor Ort kann dann der Kandidat für Vertragsverhandlungen ermittelt werden. Wichtig sind in dem Zusammenhang die funktionale Eignung, die Branchenkompetenz des potenziellen Partners, dessen Größe und Standort sowie seine Flexibilität.

Business Solution

IT-Experten fordern mehr Geld für Sicherheit

Business Solution

Mobile Apps: Unternehmen schöpfen Potenziale nicht aus

Business Solution

Office 2016: Microsoft eifert Google nach