Microsoft Office feiert den 25. Geburtstag – wer feiert mit?

Microsoft Office feiert den 25. Geburtstag – wer feiert mit?

Nachdem MS Office 1989 seine Premiere auf dem Mac gefeiert hatte, waren viele Versionen gefolgt. Nun wird das Software-Paket durch Smartphones, Webmail-Clients, Google Docs und Start-ups wie Evernote unter Druck gesetzt.

Am 1. August wird in den Büros von Microsoft gefeiert – denn an diesem Tag jährt sich die Premiere des Software-Pakets MS Office zum 25. Mal: Am 1. August 1989 fasste der Konzern erstmalig Word 4.0, Excel 2.2, PowerPoint 2.01 und Mail 1.37 zu einem Gesamtpaket zusammen; zuvor mussten die jeweiligen Programme separat erworben werden. Die Premiere dieses Pakets fand nicht etwa auf dem hauseigenen Betriebssystem Windows statt – sondern auf Apples Mac. Die Hassliebe zwischen den beiden konträren Unternehmerfiguren Bill Gates und Steve Jobs ist legendär; mal kooperierte man, mal erklärte man sich gegenseitig den Krieg.

Als Bill Gates und Steve Ballmer den Erfolg des Pakets unter Büro-Arbeitern erkannten, folgte im Jahr 1990 eine Version für Windows. Nun ist es Usus, dass die Mac-Version des Office-Pakets nach der Windows-Version erscheint.

Permanent versuchte Microsoft, auch im 21. Jahrhundert das Paket weiter zu entwickeln. So wurde 2003 das Paket durch die Notiz-Software OneNote ergänzt, 2007 das Menü komplett überarbeitet und 2010 mit „Web Apps“ (jetzt bekannt als „Office Online“) eine Online-Version geschaffen, mit der Dokumente auch im Browser bearbeitet werden können.

Die Konkurrenz schläft nicht

Die Änderungen sind vor allem eine Reaktion auf die wachsende Konkurrenz, die mit innovativen Produkten versuchen, ebenfalls ein Stück des Kuchens zu ergattern. So kam im Jahr 2002 etwa das Software-Paket OpenOffice auf den Markt. Diese quelloffene, von ambitionierten Programmierern aus aller Welt entwickelte Alternative lässt sich nicht nur gratis aus dem Internet herunter laden – sie ermöglichte auch das einfache Abspeichern von PDF-Dateien, als sich Microsoft in dieser Hinsicht noch zierte.

Mittlerweile hat Microsoft aber eine Partnerschaft mit Adobe geschlossen, so dass auch das Abspeichern von PDFs möglich ist – und somit den Herausforderer wieder in die Schranken gewiesen: Microsoft Office wird weltweit von einer Milliarde Menschen verwendet, der Marktanteil des Herausforderers liegt – je nach Studie – zwischen fünf und 20 Prozent.

Mobil und Online

Doch auch bei mobilen Geräten und dem Internet steht Microsoft einer Konkurrenz gegenüber. Denn als die Office-Entwickler im Jahr 2010 den Schritt ins Netz wagten, war der Internet-Konzern Google schon lange dort: Mit „Google Docs“ war es ersten Testern schon im Jahr 2007 möglich, im Browser Dokumente zu editieren; wer Googles Betriebssystem Android auf seinem Smartphone oder Tablet-PC verwendet, der greift lieber über den Google-Service auf seine Dokumente zu als über Microsoft. Und das ist bitter: Denn Android ist mit 81 Prozent Marktanteil ( laut Marktforscher IDC ) das weltweit vorherrschende Betriebssystem bei Smartphones, während Microsofts Windows Phone auf bescheidene 2,7 Prozent kommt.

Ähnlich verhält sich das Verhältnis bei Tablet-PCs, wo Microsoft im Jahr 2013 laut Marktforscher Gartner bloß 2,1 Prozent Marktanteil verzeichnen konnte. Auch hier konnte Android mit 61,9 Prozent das Feld anführen – all diese Kunden werden wohl lieber mit ihrem Google-Konto auf Google Docs zugreifen. Und dann wäre freilich noch der Pionier unter den Tablets: Apples iPad – deren Kunden verwenden gerne das mobile Office-Paket „iWork“, das von Apple selbst kommt, seit 2013 auf allen iPads vorinstalliert ist und mit „Pages“, „Numbers“ und „Keynote“ schlanke Alternativen zu „Word“, „Excel“ und „Powerpoint“ bietet, die auf mobile Geräte zugeschnitten sind.

Outlook als Auslaufmodell?

Zudem stellt sich die Frage, wie sehr in Zeiten von Webmail und Smartphones noch Bedarf an stationärer Email-Software wie MS Outlook besteht: Wer will, der kann seine Mails nun per Handy immer und überall abrufen; per Webmail kann er sich auf jedem PC der Welt mit seinem Mailkonto verbinden. Der Marktforscher Litmus hat Anfang 2014 Daten veröffentlicht, laut denen über die Hälfte der geöffneten Mails inzwischen auf mobilen Geräten gelesen werden – und diese Zahl dürfte noch weiter steigen. Der beliebteste Email-Client (26 Prozent) ist somit das iPhone – welches Microsofts Outlook mit einem Anteil von 14 Prozent auf den zweiten Platz verdrängt. Es folgen auf den weiteren Plätzen Googles Android (12 Prozent), das iPad (12 Prozent), Apple Mail (8 Prozent), Gmail (6 Prozent) und erst an siebter Stelle Microsofts eigener Webmail-Service Outlook.com mit sechs Prozent Anteil.

Analog zu den Mails wird auch der Kalender verstärkt auf mobilen Geräten und im Web genutzt – und auch hier positionieren sich Apple und Google, die Platzhirsche des mobilen Lebens, als Gewinner.

Innovative Neulinge

Und auch Neulinge machen dem etablierten Konzern zunehmend Konkurrenz. So schwärmen Wiener Wissensarbeiter im Gespräch mit format.at gerne von der Software Evernote , die ein direkter Konkurrent zu Microsofts OneNote ist: Hier können unterwegs rasch Notizen gemacht werden, die anschließend immer und überall abrufbar sind – die 2008 veröffentliche Software verzeichnete 2012 schon 34 Millionen Benutzer.

Das ist zwar ein rasanter Anstieg – aber freilich ein Klacks im Vergleich zu den zuvor erwähnten eine Milliarde Office-Nutzern. Und so wird auch bei allen Herausfordern letztenendes klar, dass es das Office-Paket, welches nun bereits 25 Jahre am Markt besteht, auch noch eine Zeit lang geben wird – wenn auch vielleicht nicht mit der gleichen Marktdominanz wie in den vergangenen Jahrzehnten.

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