Von wegen Rezession: IT-Budgets steigen 2015 um 33 Prozent

Von wegen Rezession: IT-Budgets steigen 2015 um 33 Prozent

Hauptsächlich wird in Beratung und Software investiert, weniger Geld fließt in Hardware und externe Cloud-Dienste.

Die Wirtschaft steht still, sagen die Experten. Die ganze Wirtschaft? Mitnichten: 2015 sollen IT-Budgets um ein Drittel ansteigen, sagen CIOs in einer Umfrage - und für die kommenden Jahre sind sie gar noch optimistischer gestimmt.

In Österreich sind immer mehr Menschen arbeitslos, das BIP sank im dritten Quartal um 0,1 Prozent - und nun geht das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) davon aus, dass die Konjunktur auch im vierten Quartal an Fahrt verlieren wird. Es würden expansive Impulse aus dem In- und Ausland fehlen, heißt es von den Experten. Auch in Deutschland herrscht Pessimismus: Zuletzt hatte die Deutsche Bundesbank ihre Wachstumsprognose halbiert; das BIP der Bundesrepublik soll 2015 nur noch ein Prozent wachsen.

In der IT-Branche spürt man dies zwar auch, doch allem Anschein nach sind die Weichen auch für das kommende Jahr in Richtung Aufschwung gestellt: Laut einer Umfrage des Consulters Capgemini unter 154 CIOs in Deutschland, Österreich und der Schweiz (darunter mehr als die Hälfte der Dax30-Unternehmen) sollen die IT-Budgets in Unternehmen 2015 um 33,6 Prozent steigen. Das ist zwar ein leichter Einbruch im Vergleich zum Wachstum des Vorjahres (39 Prozent); allerdings sind die IT-Entscheider für die weitere Entwicklung recht optimistisch gestimmt: Sie rechnen damit, dass ihre Etats 2016 und 2017 um je 43 Prozent steigen werden.

Mehr Zusammenarbeit im Unternehmen

Technik ist dabei nicht mehr reiner Selbstzweck für die IT-Abteilungen - ganz im Gegenteil: In knapp zwei Dritteln (62,4 Prozent) der Unternehmen wurde den Fachabteilungen die Verantwortung für die IT-Ausgaben übertragen. Das ist eine Entwicklung, die von den CIOs positiv gesehen wird: "Die Zusammenarbeit zwischen Business und IT funktioniert offenbar immer besser, und beide Seiten bauen Vorurteile ab," sagt Uwe Dumslaff: "Diese Annäherung ist für eine erfolgreiche Digitalisierung unerlässlich".

In erster Linie wird das Geld für den Kauf von Beratungs- und Softwareentwicklungsleistungen sowie Software-Paketen genutzt. Lediglich knapp 19 Prozent der CIOs berichten von Investitionen in externe Cloud Services, bei denen Daten und Prozesse an darauf spezialisierte Unternehmen ausgelagert werden - dieses Konzept bietet den Anbietern laufende Einnahmen und eine starke Kundenbindung und wird daher von Unternehmen wie SAP, Oracle, Microsoft, Google und Adobe stark beworben.

Security-Bedenken bremsen Cloud Computing

Doch nicht zuletzt der NSA-Skandal schürte unter Unternehmen diverse Sicherheitsbedenken gegenüber US-Anbietern - weshalb sich hiesige Anbieter wie die Linzer Fabasoft zunehmend als europäische, sichere Anbieter positionieren. Dieser Trend wird auch durch aktuelle Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat untermauert (Daten unter diesem Link): Demnach sind Sichheitsbedenken für 39 der EU-Unternehmen das größte Hindernis beim Implementieren einer Cloud-Lösung; auch höhere Kosten für das Installieren von Cloud-Diensten und Unsicherheit über das anzuwendende Gesetz, sowie unzureichendes Wissen über die IT-Lösungenn sind beim Siegeszug der digitalen Wolke hemmend.

EU-weit nutzen laut Eurostat nur 19 Prozent der Unternehmen Cloud Computing; Österreich liegt mit 12 Prozent deutlich unter dem EU-Schnitt. Die beliebtesten Cloud-Dienste sind hierzulande Email (51 Prozent) und das Abspeichern von Dateien auf Cloud-Servern (54 Prozent).

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