Hannes Ametsreiter: "Wir brauchen mehr Infrastruktur"

Hannes Ametsreiter: "Wir brauchen mehr Infrastruktur"

FORMAT : Beim Schlagwort Infrastruktur denken viele zunächst an Straßen und Schienen. Infrastruktur sollte aber auch Breitbandausbau und andere technologische Grundlagen umfassen, oder?

Hannes Ametsreiter : Die Verkehrswege sind für uns fast immer sichtbar, deshalb denkt ein Großteil zuerst an Schiene oder Straße, wenn wir von Infrastruktur sprechen. Selbstverständlich gehören auch die Kommunikationsnetze dazu: Ähnlich wie das Straßennetz mit seinen Landstraßen, Schnellstraßen und Autobahnen haben auch wir unterschiedliche, dem Bedarf angepasste Leitungsnetze, die ständig erweitert werden. Unser Glasfasernetz umfasst zur Zeit mehr als 25.000 Kilometer und entspricht den Autobahnen im Straßennetz. Parallel dazu kommen die Mobilfunknetze mit tausenden Stationen im gesamten Bundesgebiet. Kommunikationsnetze transportieren Telefongespräche, Fernsehsendungen und liefern Informationen aus dem Internet. Sie sind damit die wichtigste Grundlage zur Weiterentwicklung einer modernen Wissensgesellschaft.

Wie ist der Standort Österreich hinsichtlich Breitband-Internet aufgestellt?

Ametsreiter : Wir investieren pro Jahr einige hundert Millionen Euro in den Ausbau. In den Ballungszentren ist sowohl im Fest- als auch im Mobilnetz die Breitband-Versorgung sehr gut, das zeigen immer wieder internationale Vergleiche in den Fachmedien. Gleichzeitig steigen die Anforderungen unserer Kunden immer weiter, denken Sie nur an die explosionsartige Ausbreitung von Smartphones und Tablets. So müssen wir unsere Kapazitäten laufend erweitern. 4G/LTE, das Mobilfunknetz der vierten Generation, befindet sich gerade im Aufbau und A1 erreicht heute in den Landeshauptstädten schon mehr als drei Viertel der Bevölkerung. Im Festnetz setzen wir auf das leistungsfähige und zukunftssichere Glasfasernetz, das in Neubauten bis in die Wohnungen verlegt wird. Entscheidend ist die Frage, wie wir schnelles Internet in Wohnbauten bringen, in denen noch Kupferleitungen verlegt sind. Wir lösen das, indem wir die Glasfasern an einen zentralen Punkt einer Siedlung oder Gemeinde bringen, sodass die verbleibende Kupferleitung in die Haushalte nur noch wenige hundert Meter lang ist.

Österreich hat im Mobilfunk eine Vorreiter-Rolle gespielt. Lässt sich diese verteidigen?

Ametsreiter : A1 spielt weiterhin in der obersten Liga der Netzbetreiber mit. Wir haben erst vor wenigen Wochen gemeinsam mit unseren Technologiepartnern LTE-Advanced, die nächste Entwicklungsstufe im Mobilfunk, mit einem Vielfachen der momentan möglichen Kapazitäten, demonstriert. Entscheidend ist, diese Technologien dem Bedarf der Kunden entsprechend einzusetzen.

Die Branche gilt in Österreich als überreguliert.

Ametsreiter : Die Regulierung hat eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Der Bedarf an schnellen Datennetzen nimmt aber rascher zu, als wir, zum Teil regulatorisch bedingt, ausbauen können. Andererseits sind wir in einigen Gebieten mit unseren Ausbaumaßnahmen fertig, dürfen aber keine Kunden anschalten. Wir brauchen nicht mehr Regulierung, sondern mehr Infrastruktur und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen.

Die Entwicklung von Technologien wie IP-TV erfordert Flexibilität. Wie schaffen Sie da den Spagat zwischen kurzfristigem Reagieren und langfristiger Strategie?

Ametsreiter : Wir setzen unverändert auf die Konvergenzstrategie. Aus Kundensicht heißt das Folgendes: 80 Prozent des Datenverkehrs werden von zu Hause aus oder im Büro erzeugt und konsumiert. Dafür ist das Festnetz die beste Lösung. Unterwegs nutzen unsere Kunden Mobiles Internet. Mit Kombiprodukten können Sie beide Welten günstig vereinen. Innerhalb dieser Strategie können wir sehr gut auch kurzfristig Produkte anpassen oder innovative Produkte lancieren.

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