"Facebook at Work": Ein Social Network für Unternehmen

Facebook (USA)
Börsengang: 17.05.2012
Börse: Nasdaq
Emissionsvolumen: 16,007 Mrd. Dollar

Mark Zuckerberg, junger Pionier der Social Networks, dringt nun in das Geschäftsfeld etablierter IT-Konzerne.

Das weltweit größte Social Network muss mehr Umsatz generieren und ist daher auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern. Mit dem Produkt "Facebook für Unternehmen" soll nun die Zusammenarbeit im Büro erleichtert werden - das Problem: Ähnliche Produkte gibt es schon von Microsoft, SAP und Unify.

Social Networks, Smartphones und Tablet-PCs sind aus dem Alltag der meisten jungen Menschen nicht mehr weg zu denken – und geradezu gebetmühlenartig wird von IT-Unternehmen daher regelmäßig betont, dass Arbeitgeber sich anpassen müssen, wenn sie die High Potentials der nächsten Generation an sich binden wollen: Junge Mitarbeiter wünschen sich flexible Arbeitszeiten, moderne Geräte und WLAN überall, heißt es – und vor allem: Die Bürosoftware muss „cool“ aussehen. Am besten so wie Facebook, das weltweit größte Social Network mit inzwischen über 1,3 Milliarden Nutzern.

Unter dem Schlagwort „Collaboration“ haben daher diverse IT-Konzerne Produkte auf den Markt gebracht, die sie als „Facebook für Unternehmen“ anpreisen – darunter etwa MicrosoftsYammer“, SAP mit „Jam“ und Produkte von Unify, welches zuvor als Siemens Enterprise Communications bekannt war. Nun macht der SocialNetworking-Riese selbst den großen Schritt – und bietet Kunden in einer Testphase ein Produkt namens „Facebook at Work“ an.

Ein „Like“ für den Kollegen aus dem Controlling

„Facebook at Work“ sieht aus wie das altbekannte Facebook und beinhaltet Funktionen wie Nachrichten, Chats, Events, Gruppen und die eigene Timeline – mit dem Unterschied, dass die Inhalte nur innerhalb des eigenen Unternehmens sichtbar sind. Damit soll die Zusammenarbeit über das Web erleichtert werden; Schulungen dürften nicht nötig sein, zumal Facebook sehr einfach zu bedienen ist und die meisten Mitarbeiter es ohnehin schon aus ihrer Freizeit kennen.

Facebook verspricht höchsten Datenschutz – wobei Mark Zuckerberg wohl angesichts der bisherigen Faux-Parts beim Consumer-Produkt Schwierigkeiten haben wird, bei skeptischen B2B-Kunden Vertrauen aufzubauen.

Für die ersten Testkunden ist eine entsprechende App bereits in den App Stores für iPhone und Android erhältlich. Über eine Verfügbarkeit für österreichische B2B-Kunden ist noch nichts bekannt.

Mark braucht Moneten

Außerdem machte das Unternehmen noch keine Angaben zu möglichen Kosten für das Produkt. Im renommierten Technologie-Medium TechCrunch wird spekuliert, dass eine Kombination aus Werbung und kostenpflichtigem Produkt möglich sein könnte: Eine kostenlose Version ist – wie das Consumer-Produkt – mit Werbung versehen; gegen Bezahlung wird die Werbung ausgeblendet.

Facebook steht vor allem von Seiten der Aktionäre unter Druck, den Umsatz zu erhöhen; hinzu kommt das Problem, dass junge Nutzer bereits zu anderen Produkten wie der Fotosharing-App Instagram, sowie den Chat-Diensten WhatsApp und Snapchat abwandern. CEO Mark Zuckerberg ist daher bemüht, stets neue Geschäftsfelder zu erschließen: WhatsApp und Instagram wurden inzwischen von Facebook aufgekauft, Snapchat lehnte hingegen ein Übernahmeangebot ab.

Mit „Facebook at Work“ setzt Zuckerberg einen weiteren Schritt in das B2B-Segment – nach dem Produkt „Facebook für Unternehmen“, mit dem Betriebe ihre Facebook-Seiten und Werbekampagnen auf dem Social Network verwalten können. Beim neuen Produkt haben die Kalifornier den Vorteil, dass es bereits eine große Nutzerschicht gibt und Unternehmen sich daher Schulungskosten sparen können – niemand kann wohl ein „Facebook für Unternehmen“ besser gestalten als Facebook selbst. Andererseits haben Größen wie Microsoft und SAP bei den Großkunden bereits einen Fuß in der Tür – und dieser Startvorteil ist nicht zu unterschätzen.

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