CeBIT 2015: Ein Lächeln für China

CeBIT 2015: Ein Lächeln für China
CeBIT 2015: Ein Lächeln für China

Alibaba-Gründer Jack Ma bei seiner Keynote auf der CeBIT 2015

Die Computermesse CeBIT als Dreh- und Angelpunkt der digitalen Wirtschaft: Wer die Messe besucht, will ernsthaft mit IT-Lösungen Geld verdienen. Die Schwerpunkte des Jahres 2015 sind mobiles Arbeiten, IT-gesteuerte Fabriken (Industrie 4.0) und Elektromobilität. Partnerland des Jahres 2015 ist China.

Die CeBIT in Hannover hat in den vergangenen Jahren als Leitmesse ein paar Federn lassen müssen. Die Mobilfiunk-Branche hat dem Norden Deutschlands den Rücken gekehrt und trifft sich stattdessen am „Mobile World Congress“ im sonnigen Barcelona. Auch die Consumer-Electronics-Herstellerzieht es nicht mehr nach Hannover. Sie präsentieren ihre Neuheiten lieber Anfang September auf der IFA in Berlin.

Die Messeveranstalter in Hannover haben aus der Not eine Tugend gemacht und sich auf das konzentriert, was die CeBIT im Kern immer ausgemacht hat: Business Solution. Smarte IT-Lösungen, mit denen Unternehmen Geschäftsprozesse optimieren können - mit dem Fokus auf höhere Wertschöpfung, mehr Effizienz, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und letztlich bessere Geschäfte. In Kauf genommen hat man dabei, dass die CeBIT zu einem echten Branchentreffen geworden ist, das für Nicht-Insider "So sexy wie Buchhaltung" ist.

Aber die CeBIT kann auch anders. Im Vorjahr war etwa Apple-Mitbegründer Steve Wozniak als prominenter Gastredner eingeladen. Durch seine unkomplizierte Art konnte Wozniak etliche Sympathiepunkte beim Publikum gewinnen. Auch die CeBIT selbst konnte durch den Gastauftritt von "The Woz" gewinnen. Bei allem Ernst, zeigte sich, kann auch Buchhaltung sexy sein.

Steve Wozniak, Co-Gründer von Apple, auf der CeBIT 2014.

Die wichtigen Akteure der CeBIT 2015 sind dennoch Anbieter von Business-2-Business-Lösuigen, wie etwa IBM, SAP oder Deutsche Telekom. Ihre Themen reichen vom mobilen Arbeiten über das IT-Monitoring der Mitarbeiter und die digitale Erfassung von Produktionsprozessen bis hin zur Elektromobilität. Das klingt weniger sexy als etwa das neue Galaxy S6 von Samsung, das in Barcelona mit großem Tamtam präsentiert wurde – ist aber für die Business-Klientel das richtige Umfeld, um nach Lösungen zum Aufbessern der eigenen Geschäftsprozesse suchen kann. Die Auswahl ist groß: 3300 Aussteller aus 70 Länder werden in Hannover ihre Lösungen anbieten.

Alles dreht sich um „d!conomy“

Das Schlagwort "Wirtschaftswunder 4.0" geht durch die Messehallen Hannovers. Als Meta-Thema für das heurige Jahr gilt die „d!conomy“ – das Kunstwort steht für die digitale Ökonomie, also die zunehmende Durchdringung von Wirtschaft und Gesellschaft durch Neuerungen in der IT. Eine eigene Halle ist, wie schon im Vorjahr, auch 2015 jungen Start-ups gewidmet, die mit ihren innovativen Ideen die Welt verändern wollen.

China als Partnerland der CeBIT 2015

Partnerland ist heuer China, wo eine gigantische neue IT-Branche im Wachsen ist und neue B2B-Lösungen entstehen. "Es gibt in China kaum Internet-Unternehmen, die länger als drei Jahre existieren", sagte Jack Ma, Gründer des börsennotierten Online-Händlers Alibaba und reichster Mann im Reich der Mitte, in seiner Keynote auf der CeBIT 2015. HInsichtlich Nachhaltigkeit und sind für ihn die etablierten deutschen Konzerne große Vorbilder. "Wir brauchen eine Lösung, wie man so lange überleben kann wie Mercedes und Siemens", erklärte Ma. Ansonsten liefen innovative Unternehmen Gefahr, einen Trend zu setzen und dann in Vergessenheit zu geraten.

Die deutsche und chinesische Regierung wollen sich bei der digitalen Revolution enger abstimmen. Die Unternehmen beider Länder sollten bei Themen wie "Industrie 4.0" zusammenarbeiten, betonten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Chinas Ministerpräsident Li Keqiang bei der Eröffnung der Messe.

Die deutsche Industrie versucht derzeit ebenso wie die Amerikaner, technologische Standards für die Kommunikation zwischen Maschinen zu entwickeln, die in Fabriken oder bei der Logistik immer wichtiger werden. Chinas Vizeministerpräsident Ma Kai warnte jedoch in seiner Rede vor einer Abschottung und bot die Zusammenarbeit seines Landes bei der Entwicklung von weltweiten Standards an. Hintergrund ist, dass die Entwicklung von Standards bei dem Thema "Industrie 4.0" als erheblicher Wettbewerbsvorteil gilt. "China ist bereit, zusammen mit allen Ländern der Welt den Austausch zu verstärken", betonte Ma.

Chinas Ministerpräsident Li verwies in seiner Videobotschaft darauf, dass die deutsche und chinesische Regierung bereits im vergangenen Jahr eine Technologiepartnerschaft zu "Industrie 4.0" vereinbart hätten. 2015 sei das gemeinsame Jahr der Innovationen. China preist sich dabei zunehmend auch als Partner für Internetdienste an, weil es große Konzerne in den Bereichen Software, soziale Dienste und Kommunikation aufgebaut hat wie Huawei, ZTE oder Alibaba.

Business Solution

IT-Experten fordern mehr Geld für Sicherheit

Business Solution

Mobile Apps: Unternehmen schöpfen Potenziale nicht aus

Business Solution

Office 2016: Microsoft eifert Google nach