Die App-Arbeiter

Die App-Arbeiter
Die App-Arbeiter

Wie Onlineplattformen und Apps den Arbeitsmarkt verändern: Ein-Euro-Jobs nehmen zu, aber auch hochbezahlte Spezialisten, die sich nur noch über das Internet anbieten.

Die Wienerin Sonja Klingberg betreibt eine kleine Möbelmanufaktur. Als Mutter und selbstständige Architektin muss sie ihre Ressourcen effizient einsetzen. Sie weiß, der Aufbau eines Internetauftritts kostet Zeit und Geld. Zeit für die Konzeption hat sie sich genommen, die Umsetzung hat sie so viel gekostet wie das Mittagsmenü in einem Wiener Innenstadtlokal. Logo, Visitkarte und Website reichte sie über die Internetplattform fiverr.com an drei Subunternehmer weiter. Ein Designer aus Sri Lanka kümmerte sich um die Website, ein Grafiker aus Nürnberg um das Logo und die Visitkarten entwarf ein Kroate. Kosten für das Projekt "Klingberg - Feine Möbel“: 15 Dollar, erledigt innerhalb von drei Tagen. Klingberg weiß, was sie verlangen kann und was nicht. "Wichtig ist, genau zu wissen, was man will“, sagt sie: "Je exakter man seine Wünsche formuliert, umso besser und schneller wird der Auftrag erledigt.“

Suchen, bestellen, bezahlen. Das Einkaufen von Arbeitsleistung ist in der digitalisierten Welt so einfach, wie ein Buch zu kaufen. Was der britische "Economist“ unlängst ironisch mit "there’s an app for that“ bezeichnete, ist eine neue, junge Seite der App-Economy, die sich der Jobvermittlung verschrieben hat. Jede Arbeit, die sich in sinnvolle Prozessschritte zerlegen lässt, kann übers Internet verkauft werden. Vermittelt wird nicht mehr nur Kreativarbeit am Computer, sondern analoge Dienstleistungen wie Putzen, Babysitten oder Fahrdienste: Good Old Economy eben. Der Job als Ware, diese On-Demand-Wirtschaft ist unter Risikokapitalgebern - vornehmlich in den USA - eine der heißesten Aktien: Die Investitionen in solche Job-und Dienstleistungsplattformen haben sich seit 2009 verfünffacht. Allein 2013 flossen 1,6 Milliarden Dollar in einschlägige Start-ups, deren prominentester Proponent der Fahrdienst Uber ist. Aktiv in 53 Ländern, ist der Fahrtenvermittler so etwas wie der Gottseibeiuns der Taxifahrer. Ubers Börsenwert liegt mit 40 Milliarden Dollar aber nur geringfügig unter dem von Old-Economy-Giganten wie General Motors.

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