Bleibt Online-Banking kostenlos?

Bleibt Online-Banking kostenlos?

Konsumentenschützer der Arbeiterkammer befürchten, dass die Banken in Zukunft dazu übergehen könnten, für das Internetbanking zusätzliche Gebühren zu verrechnen. Erste Anzeichen gibt es schon.

Bleibt Online-Banking - vorausgesetzt, es funktioniert - kostenlos? Die Arbeiterkammer will das jedenfalls. Doch es gibt erste Anzeichen dafür, dass das Gegenteil der Fall sein könnte: Zumindest will laut AK Steiermark der regionale Raiffeisen- und Hypo-Sektor in der Steiermark solche zusätzlichen Spesen per Jahresende für SMS-TAN einführen. Die Institute dementieren neue Gebührenpläne. Die AK fordert, dass die Abwicklung von Bankgeschäften über das Internet auch in Zukunft kostenlos bleiben soll.

Bankkunden, die im Internet Transaktionen selbstständig vornehmen, sollten nicht mit Zusatzspesen belastet werden, fordert die AK am Montag in einer Presseaussendung. Bei einem Test des Internetbankings bei acht Banken in Wien zeigte sich zudem, dass etliche Institute bei Kontoeröffnung mit vollständigen Informationen geizen.

Eine schleichende Erhöhung von Kontoführungsgebühren sei abzulehnen, so die Konsumentenschützer. Es sei beispielsweise nicht verständlich, wenn eine Bank die kostenlosen Papier-TAN künftig nicht mehr anbietet und stattdessen für die SMS-TAN künftig ein Euro pro Monat bzw. zwölf Euro jährlich pauschal - und ab dem fünften SMS-TAN pro Monat eine Zusatzgebühr von zehn Cent - verlangen will.

Laut AK Steiermark planen sowohl die regionalen Raiffeisenbanken als auch Hypobanken per Jahresende mit der Umstellung von Papier-auf SMS-TAN bzw. Card-Reader die Einführung von zusätzlichen Gebühren für das Online-Banking. Die AK befürchtet, dass es sich dabei bloß um "Vorreiter" handelt und früher oder später andere Sektoren und Institute folgen könnten.

Bei der Raiffeisenlandesbank Steiermark sei keine neue SMS-Gebühr für Internetbanking geplant, vielmehr werden die SMS-Kosten durch die fünf zur Verfügung stehenden Kontopakete mit mehr oder weniger vielen freien SMS abgedeckt, so ein Sprecher zur APA. Erst wenn diese Kontingente überschritten werden, entstünden zusätzliche Kosen.

Auch aus der Hypo Steiermark, hieß es auf Anfrage, dass zu den bereits bestehenden keine neuen Gebühren eingeführt werden. Schon jetzt hätten Kunden für das Kontopaket "Panther Plus" für die optionale Nutzung des Internetbankings 1 Euro pro Monat für Papier-TAN bezahlen müssen. Die Papier-TAN werde jetzt aus Sicherheitsgründen allerdings abgeschafft und das Online-Banking auf SMS-TAN bzw. Card-Reader umgestellt. Die Kosten blieben gleich. Ein zweites Kontopaket "Panther Exklusiv" sehe keine gesonderte Abrechnung von TAN vor.

Ein definitives Nein zu solchen Plänen kommt aus der Erste Bank. Dort werden bereits 87 Prozent der Online-Transaktionen per SMS-Bestätigung abgewickelt. "Das ist derzeit absolut kein Thema für uns, weder für Privat- noch für Firmenkunden", heißt es auch aus der Bank Austria. Kein Entgelt wird auch von der BAWAG verrechnet. "Aus heutiger Sicht gibt es dazu auch keine Pläne", so eine Sprecherin.

Weiters fordert die AK, dass bei der Kontoeröffnung dem Kunden alle relevanten Informationen und Unterlagen automatisch ausgehändigt werden. Überdies müssten Stornos einer Buchung innerhalb eines - zumindest kurzen - Zeitraumes gewährleistet werden. Auch bei der Erkennung ungültiger Kontonummern hätten die Banken großen Nachholbedarf. "Es darf kein Absenden von Aufträgen möglich sein, wenn die Bankensoftware einen Fehler erkennt", so die AK.

Um das Online-Banking unter die Lupe zu nehmen, hat die AK in Wien acht Banken getestet. Nur zwei Institute haben demnach bei der Kontoeröffnung auch vollständige Unterlagen ausgehändigt. Drei Banken - BAWAG P.S.K., easybank, Oberbank - gaben dem Tester keine Kopie des Kontoeröffnungsantrages, nur jede zweite Bank händigte die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) aus. Bloß zwei Banken (Erste Bank, Volksbank Wien) gaben Kontoeröffnungsantrag, Geschäftsbedingungen und Unterlagen für den Zugang zum Internetbanking her.

Bei fünf Banken konnte der Tester gleich ins Netz gehen, um Überweisungen online abzuwickeln. Bei den anderen drei Banken dauerte es einige Tage, bis PIN und TAN mit der Post zugesandt wurden. Internetbanking ist in der Kontoführung inkludiert, im Regelfall gibt es keine Zusatzspesen.

Wenn Überweisungen konsequent per Internet und nicht mittels Beleg in der Bank durchgeführt werden, kann ein durchschnittlicher Bankkunde laut AK beim Internetbanking im Jahr bis zu 44 Euro sparen. Je mehr Überweisungen anfallen, desto mehr kann gespart werden.

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