BlackBerry Z10 im FIRMEN-Check

Balance

Mit einem Fingerwisch zwischen Job- und Privat-Modus wechseln.

Laufwerke

Sicher arbeiten im Firmenverbund.

Was der neue BlackBerry Z10 kann, darüber hat FORMAT vor ein paar Wochen bereits berichtet. In der Zwischenzeit hatte die Redaktion Gelegenheit, das neue Smartphone im Firmenumfeld zu testen, gemeinsam mit Ewald Jenisch von der Oesterreichischen Kontrollbank AG (OeKB), die das neue System seit Ende Februar 2013 im Einsatz hat.

Im Zentrum steht eine Funktion, die BlackBerry schlicht Balance nennt – mit einem Wisch kann der Benutzer vom beruflichen in einen privaten Modus wechseln. Für IT-Verantwortliche ist das das eigentliche Asset des neuen Betriebssystems, sozusagen die „Killer App“. Mit Balance werden die privaten und beruflichen Funktionen komplett getrennt, und das konsequent und inklusive aller Sicherheitsanforderungen, die üblicherweise an ein Firmengerät gestellt werden sollten: Der Administrator verwaltet den Firmen-Teil des Smartphones einschließlich der dafür geltenden Sicherheitsvorgaben. Im Privatbereich unterliegt der Benutzer keinerlei Beschränkungen und kann dort etwa beliebige Apps installieren, sowie private E-Mail-Konten verwalten.

Kalender mit zwei Gesichtern

Am BlackBerry kann der Benutzer berufliche und private Termine gemeinsam verwalten, angezeigt in unterschiedlichen Farben. „Wenn ich im Privat-Modus bin, werden die Jobtermine zwar angezeigt, aber ohne konkrete Inhalte“ sagt Jenisch. Termin-Kollisionen werden damit vermieden. Der IT-Verantwortliche im Unternehmen hat keinen Zugriff auf die privaten Dinge des Nutzers: also den Familienkalender, Apps oder Urlaubsbilder.

Der Firmen-Modus kann – wie bei den Vorgänger-Versionen von Blackberry – zentral gesteuert und verwaltet werden. Hier gibt der Administrator vor, welche Apps installiert werden dürfen, und sperrt Dienste und Services, die gegen die Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens verstossen. In der Verwaltung der Firmen-BlackBerrys haben die Kanadier in der Betriebssystem-Version 10 nun ordentlich aufgeräumt und ausgemistet. Jenisch ist begeistert: „Früher gab es ca. 600 Policy-Einstellungen, heute sind es rund 40. Es ist wesentlich einfacher und praktikabler geworden“.

Eine Funktion, die sich in der Praxis in der OeKB schon besonders bewährt hat, sind die sogenannten „Work Drives“. Hier greifen die Mitarbeiter auf verschiedene Netzwerk-Laufwerke der Firma zu, und können die Dokumente darauf – von Word bis zur Präsentation – bearbeiten. Jeder Zugriff ist, wie bei BlackBerry üblich, gesichert. Selbst wenn die Mitarbeiter auf eine Website surfen, werden sie im Firmenmodus über das Firmennetzwerk geleitet und nutzen die dortige Sicherheits-Infrastruktur.

Saubere Trennung

Diese konsequente Trennung von Job und Privatleben erlaubt auch einen sauberen Schnitt, wenn der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt oder der BlackBerry gestohlen worden sein sollte. Der IT-Verantwortliche kann über Fernwartung den Firmenbereich komplett löschen, wie z.B. sämtliche Mails inklusive Attachments. Die Privat-Sachen bleiben auch privat, falls der Mitarbeiter sein Gerät nach Austritt weiter behält.

Voraussetzung dafür, dass man diese Balance-Funktion nützen kann, ist eine sogenannte BlackBerry-Enterprise-Lizenz, die einmalig 78 Euro (bis zu 99 Geräte) kostet. Je mehr Geräte, umso günstiger wird sie. „Wer 2013 eine Lizenz gekauft hat, kann sie kostenlos auf das BlackBerry 10-System umtauschen lassen,“ sagt A1-Mann Jochen Schützenauer.

Die 15 Mitarbeiter, die den neuen BlackBerry in der Oesterreichischen Kontrollbank, seit Februar einsetzen, sind recht angetan. Jenisch: „Der Schulungsaufwand war praktisch null, auch bei nicht so technologieaffinen Mitarbeitern.“ Die ersten Reaktionen waren meist dieselben: „Das sieht ja aus wie ein iPhone mit BlackBerry drauf“. Die Smartphones laufen stabil, die Grafikleistung beeindruckt genauso wie die Spracherkennung, die Jenisch als „ziemlich treffsicher“ beschreibt. Eine ganz private Lieblingsfunktion hat Jenisch auch schon entdeckt: den Timeshift-Modus der Kamera. Sie gestattet es die Motive auch nachträglich perfekt in Szene zu setzen, indem z.B. Augenzwinkern vermieden oder der Moment des besten Lächelns im Bild verewigt wird. Möglich wird dies durch eine Kombination aus schneller Serienaufnahme und der Möglichkeit nachträglich die Gesichter in der Aufnahme zu verändern. Das Ganze funktioniert übrigens auch für Aufnahmen von mehreren Personen.

Das Fazit

Für Smartphones im Firmenumfeld ist der BlackBerry mit dem Betriebssystem 10 zur Zeit das einzige Gerät am Markt, das wirklich hohe Sicherheitsanforderungen abdecken kann ohne den Benutzer merklich einzuschränken. Ein sicherer BlackBerry mit dem Spaßfaktor eines iPhone.

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