BlackBerry feiert sehenswertes Comeback

BlackBerry feiert sehenswertes Comeback

Der angeschlagene Smartphone-Pionier Blackberry hat sich im erbitterten Kampf mit den Konkurrenten Apple und Samsung etwas Luft verschafft.

Der früher unter dem Namen Research in Motion firmierende kanadische Konzern verkaufte in seinem vierten Geschäftsquartal von seinem Hoffnungsträger - der neuen Blackberry-Serie 10 - rund eine Million Stück. Weil auch Kosten gesenkt und der Vertrieb verbessert wurde, landeten die Nordamerikaner sogar in den drei Monaten bis zum 2. März überraschend wieder in der Gewinnzone. Unter dem Strich verdiente der Konzern 98 Mio. Dollar (76,75 Mio. Euro), wie Blackberry am Donnerstag mitteilte. Ein Jahr zuvor war noch ein Minus von 125 Mio. Dollar angefallen. Analysten hatten mit einem reduzierten, aber immer noch deutlichen Fehlbetrag gerechnet.

Trotzdem hat Blackberry noch einen weiten Weg vor sich hin zu alter Stärke: Denn der Umsatz sank im Quartal um 36 Prozent auf 2,7 Mrd. Dollar. Und wie schon im Vorquartal ging erneut die Kundenzahl zurück, was bei einigen Experten Zweifel an den Wachstumsaussichten nährte.

Der mittlerweile von vielen totgesagte Smartphone-Pionier versucht derzeit mit neuem Namen, verbesserten Strukturen und vor allem mit seiner neuen Modell-Reihe Blackberry 10 gegen die schier übergroß gewordene Konkurrenz von Apples iPhone und Samsungs Galaxy-Geräten anzukommen. Die größte Hoffnung liegt auf dem Z10-Modell, das auch auf die Bedienung über Touchscreens setzt und seit Ende Jänner vertrieben wird. Eine Million Stück gingen davon im abgelaufenen Quartal über die Ladentheken. Es wird allerdings auch eine Version mit der typischen Mini-Tastatur von Blackberry angeboten. Entwickler und Mobilfunk-Anbieter bewerten die 10er-Serie bisher gut. "Ich denke, die eine Million ist ein guter Start", urteilte Morningstar-Analyst Brian Colello. "Das Ermutigende ist, dass es Blackberry gelingt, einen guten Teil seiner alten Modelle zu verkaufen und stabile Service-Umsätze einfährt während der Neuaufstellung." Dies sei wichtig für die Profitabilität.

Doch rangiert Blackberry mit seinen Verkaufszahlen weit hinter Apple, Samsung und Nokia. Insgesamt brachte der Konzern im abgelaufenen Quartal knapp sechs Millionen Smartphones an den Mann und die Frau. Das sind weniger als im Quartal zuvor und deutlich weniger als bei der Konkurrenz. Im Vergleich: Apple verkaufte im Schlussquartal 47,8 Millionen iPhones, für Samsung wird der Smartphone-Absatz auf rund 63 Millionen Stück geschätzt.

Am Kapitalmarkt sorgten die Zahlen für ein starkes Auf und Ab. Nachdem sie im vorbörslichen Handel zunächst fast zehn Prozent in die Höhe geschossen und dann ins Minus gedreht waren, behaupteten sie zum Handelsauftakt in den USA ein leichtes Plus von 0,3 Prozent. Das hing auch mit der überraschenden Aussage zusammen, dass sich Blackberry im laufenden ersten Quartal dank Kostensenkungen, einer verbesserten Lieferkette und höheren Margen für seine Geräte an der Gewinnschwelle bewegen werde. Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust von zehn Cent je Aktie gerechnet. "Alles in allem bin ich zufrieden, denn die Mehrheit hat erwartet, dass die Welt über ihnen zusammenbricht, und das ist nicht passiert", sagte Eric Jackson, Gründer und Manager von Ironfire Capital, die Blackberry-Aktien besitzen.

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