Betrugsfalle Bankomat – Skimming heißt ein krimineller Trend

Betrugsfalle Bankomat – Skimming heißt ein krimineller Trend

Wenn sich Kriminelle am Konto bedienen und wie Sie sich davor schützen können.

Bargeld gibt’s am Bankomaten. Diese Binsenweisheit ist nicht nur jedem Besitzer eines Girokontos bekannt, sondern ist auch die Basis eines "Geschäftsfeldes“ cleverer Krimineller. Maria F. staunte nicht schlecht, als sie auf ihrem Kontoauszug eine vierstellige Behebung vorfand. Stutzig machte sie nicht nur die Höhe des Betrags, sondern auch der Behebungsort: Angeblich hatte sie die Summe mit ihrer Bankomatkarte in Indien abgehoben. Ein Anruf bei der Bank löste das Problem. Bereits wenige Stunden später war der Betrag - erstaunlich unbürokratisch - wieder ihrem Konto gutgeschrieben. Doch was war passiert?

Maria F. war Opfer des sogenannten Skimmings geworden. Über ein winziges Kartenlesegerät, das von Kriminellen nahezu unsichtbar vor den Kartenschlitz des Bankomaten montiert wird, können die Betrüger die auf dem Magnetstreifen gespeicherten Daten auslesen. Den PIN-Code erfahren die Skimmer entweder über eine winzige Kamera, die das Opfer bei der Eingabe filmt, oder gleich über ein zweites Tastenfeld, das über dem ursprünglichen angebracht wird. Das Betrugsopfer merkt davon nichts: Die Behebung am Bankomaten funktioniert - Fehlermeldungen gibt es keine.

Mit den gesammelten Daten - den Informationen auf dem Magnetstreifen und dem PIN-Code - können Kriminelle Duplikate der ursprünglichen Bankomatkarte anfertigen. Das einzige Problem: Da diesen Doubletten der Chip (und die dort gespeicherten Daten) fehlt, müssen die Betrüger ins Ausland ausweichen, da hierzulande ohne Chip kaum noch Behebungen möglich sind. Sehr wohl geht das aber in Indien und weiten Teilen Asiens, wo am Bankomaten nach wie vor nur der Magnetstreifen ausgelesen wird.

Schauplatz des Datenklaus bleibt Österreich. "Am häufigsten betroffen sind Bankomaten in Foyers mit hoher Kundenfrequenz“, weiß Silvia Strasser, Pressesprecherin des Bundeskriminalamts. Und: "Die angebrachten Skimming-Apparate sind sehr schwer zu erkennen.“

Mehrere Tausend Fälle pro Jahr sind in Österreich amtsbekannt. Die Schadenssumme könnte sich bereits auf einen zweistelligen Millionenbetrag summieren. Die Zahl der Anzeigen stieg heuer um 300 Prozent. Aber obwohl es schon 15 Festnahmen von Skimming-Betrügern gab, ist die Verfolgung der Täter, meist Banden aus Bulgarien und Rumänien, ausgesprochen schwierig.

Großes Geld ohne Risiko

Die Gefahr, erwischt zu werden, schätzen die Betrüger selbst sehr gering ein. "In sechs bis sieben Sekunden ist so ein Bankomat präpariert“, erzählt Bogdan S. im FORMAT-Gespräch. Er muss es wissen, war der Rumäne doch noch bis vor kurzem auf Skimming-Beutezug in der Schweiz. "Oft montieren wir die Geräte gar nicht mehr ab - die Daten bekommen wir sowieso per Funk.“ Selbst als kleines Rädchen in einer Bande kann man viel Geld verdienen. "Pro Woche waren da schon einmal 10.000 Euro drin“, so Bogdan S. Erwischt wurde er noch nie.

So schützen Sie sich

Werfen Sie vor dem Einschieben der Karte einen Blick auf den Kartenschlitz. Ist dieser locker oder andersfarbig, ist Vorsicht geboten. Bei der Eingabe des Pincodes deckt man den Ziffernblock am besten mit der zweiten Hand von oben ab - damit haben etwaige Mini-Kameras keine Chance, die PIN-Eingabe zu filmen.

Die meisten Betrugsfälle werden von den Opfern gar nicht bemerkt, sondern von den Banken "hinter den Kulissen“ geregelt. Die Chancen, sein Geld wiederzubekommen, stehen jedenfalls sehr gut.

Nokia Zentrale in Espoo, Finnland

Wirtschaft

Nokias Auferstehung: Finnen beleben Handy-Marke wieder

Technik

Apple knickt ein: Weg frei für iPhone-Entsperrung

Technik

Und Action: GoPro kauft zwei Video-Apps