Apple knickt ein: Weg frei für iPhone-Entsperrung

Apple knickt ein: Weg frei für iPhone-Entsperrung

Apple dürfte sich dem Druck der US-Regierung beugen und das Tor zum iPhone für die US-Ermittler öffnen.

Der Widerstand von Apple scheint gebrochen: Der US-Konzern will offenbar nun doch den "Generalschlüssel" fürs Knacken des iPhones an die US-Ermittlungsbehörden aushändigen. Das FBI bestätigte, dass die Entsperrung von iPhones nun doch ein Präzedenzfall werden kann. Und auch andere Hersteller verpflichten wird.

Cupertino (Kalifornien). Kein ziviler Ungehorsam für den Schutz persönlicher Daten: US-Technologiegigant Apple will sich einer letztinstanzlichen Entscheidung zur Entsperrung von iPhones auf Geheiß der US-Sicherheitsbehörden fügen. Dies machte Apple-Anwalt Bruce Sewell am Dienstag bei einer Anhörung im US-Kongress klar. Zugleich bekräftigte er die Kritik am Verlangen der US-Bundespolizei FBI.

Sewell wies Vorwürfe der US-Regierung zurück, wonach es sich bei der strikten iPhone-Entschlüsselung um einen Marketingtrick handle. Es gehe um die Vertraulichkeit der persönlichen Kommunikation. Ein Code zur Entschlüsselung des iPhones des San-Bernardino-Attentäters "würde auf jedem Telefon funktionieren", warnte der Apple-Anwalt.

FBI-Direktor James Comey räumte in der Kongressanhörung ein, dass die Entschlüsselung des Islamisten-Telefons zu einem Präzedenzfall werden könnte. Sollte Apple das Handy entsperren müssen, könnte das FBI den Entscheid auch auf andere Fälle übertragen, sagte er. Damit weicht Corney von seiner Aussage aus der vergangenen Woche ab, als er sagte, die geforderte Entsperrung sei kein Wegbereiter für weitere Fälle.

Apple-Anwalt Bruce Sewell wurde vor seiner Aussage vor dem US-Congress vereidigt. Apple scheint sich offenbar zu fügen.

Das FBI untersucht derzeit, ob die Attentäter von San Bernardino mit der Extremisten-Miliz IS in Kontakt standen. Dafür will das Justizministerium Apple per Gerichtsurteil zwingen, das iPhone eines Angreifers für die Ermittler zu entschlüsseln. Doch der Technologiekonzern wehrt sich dagegen und spricht von einem gefährlichen Präzedenzfall.

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