Amazon startet mit neuen Tablets Frontalangriff auf Apple

Amazon startet mit neuen Tablets Frontalangriff auf Apple

Der weltgrößte Online-Händler präsentierte am Donnerstag in Santa Monica die mit Spannung erwarteten neuen Versionen des Kindle Fire, die größer und schneller sind als die bisherigen Modelle und ein längere Batterielaufzeit haben sollen. Dabei sind sie im Preissegment unter dem iPad angesiedelt. Erstmals bietet Amazon auch in Deutschland den Kindle Fire an.

Als Spitzenmodell stellte Amazon-Chef Jeff Bezos in Kalifornien den 8,9 Zoll großen Kindle Fire HD vor, der mit bis zu 64 GB Speicher angeboten wird und eine Auflösung von 1920 mal 1200 Bildschirmpunkten aufweist. Zudem wird in den USA ab November eine Sieben-Zoll-Variante des HD-Modells auf den Markt kommen wie auch ein aufgefrischter Kindle Fire in der selben Größe. Die Preisspanne beträgt zwischen 159 bis 599 Dollar, während iPads zwischen 399 und 829 Dollar kostet. Zudem stellte Amazon ein neues Lesegerät für elektronische Bücher (E-Book-Reader) mit dem Namen Paperwhite vor.

Die Amazon-Aktie schloss am US-Markt 2,1 Prozent im Plus, nachdem sie im Handel ein Allzeithoch erreicht hatte.

Auf der deutschen Amazon-Website wurden am Abend zunächst nur die Sieben-Zoll-Modelle der neuen Tablets angeboten. Ein Hinweis auf den Paperwhite fand sich nicht. Damit werde der Kindle Fire überhaupt erstmals in Deutschland angeboten. Das kleinste Modell des Kindle Fire kostet 159 Euro. Bei amerikanischen Preisangaben ist in der Regel die Mehrwertsteuer nicht enthalten.

Amazon hatte den Fire erstmals im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht. Das Sieben-Zoll-Gerät kostete etwa die Hälfte eines iPads und eroberte innerhalb von zehn Monaten den zweiten Platz hinter Apples Tablet-Computer. Die beiden Unternehmen verfolgen dabei andere Geschäftsmodelle: Apple macht seine Gewinne insbesondere mit dem Verkauf der Hardware, während Amazon die Geräte vergleichsweise billig verkauft, um dann Profit mit digitalen Inhalten wie Bücher, Musik oder Filmen zu machen.

Bezos nennt Apple nicht beim Namen

Mit den ersten Modellen des Kindle Fire habe Amazon zeigen wollen, dass sie in der Lage seien, ein Paket anzubieten, sagte James McQuivey von Forrester Research. Allerdings habe die Leistung der Geräte nicht ausgereicht. Das Hardware- und Service-Angebot sei nun auf gleicher Höhe angekommen. Es werde für die Konkurrenz schwer sein, bei der Preisgestaltung mithalten zu können, sagte McQuivey - auch für Apple. Zwar erwähnte Bezos bei der Vorstellung der neuen Geräte Apple nicht beim Namen. Allerdings wurden in der Presseerklärung mehrfach Vergleiche mit dem iPad gezogen.

Amazon ist nicht der einzige Elektronik-Konzern, der vor dem Feiertagsgeschäft neue Produkte in dem wichtigen Segment in Stellung bringt. Auch Googles Tochter Motorola Mobility und Samsung haben neue Geräte vorgestellt. Es gilt als sicher, dass Apple am 12. September das iPhone 5 enthüllt. Einige Experten rechnen zudem damit, dass im Laufe des Jahres ein "iPad Mini" vorgestellt wird - ein kleineres Gerät, das direkt mit dem Kindle Fire konkurrieren würde.

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