3D-Drucker: Jetzt wird es ernst mit der Revolution

3D-Drucker: Jetzt wird es ernst mit der Revolution

3D-Printer sind im Elektrohandel zu kaufen: US-Händler Staples beginnt mit dem Verkauf eines Modells von 3D Systems. Weniger schön: In den USA haben Waffennarren die erste, komplett mit dem 3D-Drucker hergestellte Schusswaffe getestet.

3D-Drucker, so die von viele belächelte Ansicht von Experten, werden die nächste industrielle Revolution darstellen. Vereinfacht gesagt können mit solchen Geräten dreidimensionale Objekte mit überraschend geringem finanziellen und technologischen Aufwand selbst hergestellt werden – so kann beispielsweise fehlendes Zubehör in Kleinstserien oder gar als Einzelanfertigungen produziert werden. Die Vision: Jeder hat daheim oder im Home Office so einen Drucker stehen und druckt sich beliebige Objekte selbst aus – genauso einfach wie heute Briefe, Fotos und Broschüren gedruckt werden. Zu den Herstellern von 3D-Druckern für den Heimgebrauch zählt beispielsweise MakerBot , der ein ausgereiftes Modell namens Replicator 2X um rund 2800 Dollar verkauft.

Der nächste Schritt ist schon getan

Nun scheint tatsächlich der nächste wichtige Schritt getan: In den USA hat die Elektro- und Bürobedarfshandelskette Staples mit dem Verkauf eines günstigen 3D-Druckers begonnen. Es handelt sich dabei um das Modell Cube des amerikanischen 3D-Drucker-Herstellers 3D Systems .Eine Suchabfrage im Online-Shop von Staples zeigt, dass das Gerät rund 1300 US-Dollar kostet und in verschiedenen Farben erhältlich ist. Es ist derzeit nur online zu bestellen, soll laut US-Medien aber schon im Juni in vielen Outlets von Staples in den USA erhältlich sein. Das Unternehmen verschickt allerdings keine Produkte in andere Länder. Hingegen kann der Drucker auch direkt bei 3D Systems bestellt werden , dabei ist bei der Spezifikation aber darauf zu achten, dass ein Stromkabel für EU-Stecker zu bestellen ist.

Hier ein Video dieses Druckers:

Die Tatsache, dass 3D-Drucker nun endlich auch im Handel erhältlich sind, ist jedenfalls ein Zeichen, dass die Technologie endgültig massentauglich ist, auch wenn die damit hergestellten Produkte wohl derzeit eher Vorführ- oder Spielcharakter haben.

Waffen aus dem 3D-Drucker

Hingegen ist eine andere Entwicklung weniger lustig: Mit 3D-Druckern können vergleichsweise einfach Schusswaffen hergestellt werden. In den USA hatte es nach dem Massaker an einer Grundschule in Newtown Diskussionen um die von MakerBot betriebene Plattform Thingiverse gegeben. Dort konnten eine Zeitlang Vorlagen für Ersatzteile für Schusswaffen geordert werden. Ende des Vorjahres ließ MakerBot dann diese Teile von der Site nehmen.

Der Trend scheint aber nicht aufzuhalten: Wie BBC berichtet, wurde in den USA nun der erste Test mit einer Pistole durchgeführt, die komplett im 3D-Drucker hergestellt wurde. Es handelt sich um ein Modell von Defense Distributed , einer texanischen (!) Organisation, die sich wohl gleichermaßen am Waffengebrauch und an der Open Source-Idee berauscht. Deren perverse Grundidee nennt sich „The Wiki Weapon Project“ und hat nach eigenen Angaben das Ziel, „frei verfügbare Pläne für 3D-druckbare Schusswaffen“ zu schaffen. Hier das im typisch martialischen Gehabe von Waffenfreunden gehaltene Werbevideo der Waffe im Eigenbau:

BBC zitiert einen 25jährigen Studenten, der sich als einer der Initiatoren des Projekts bezeichnet: Er meint, seine Gruppe würde das für die „Freiheit“ tun. Die selbsternannten Freiheitskämpfer kommen mit ihrem Selbstbau-Waffen ausgerechnet jetzt an die Öffentlichkeit, in der in den USA wieder (und noch immer) heftig um die Waffengesetze debattiert wird.

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