Uber: Limousinen-App ist in Wien legal, in Berlin nicht mehr

Konkurrenz für Taxis und Car2go: Mit der Uber-App öffnet sich für Smartphonebesitzer der Markt für Mietlimousinen. Nach wenigen Klicks und fünf Minuten Wartezeit kommt die Limousine. In Wien ist das Angebot legal, in Berlin wurde es von einem Gericht verboten.

Uber: Limousinen-App ist in Wien legal, in Berlin nicht mehr

Jetsetter, Promis und Geschäftsleute sind normalerweise die Klientel, die in schicke schwarze Limousinen steigt. Das will das amerikanische Startup Uber ändern und den Service für Jedermann anbieten. Das kalifornische Unternehmen expandiert mit seiner Limousinen-App weltweit und ist mittlerweile in mehr als 80 Städten schon vertreten.

Seit Ende Februar bietet das Startup diesen Service als "Uber Black" auch in Wien an. In Berlin hieß es dagegen kurz vor Ostern bereits "UBER and OUT". Nach einer Klage der dortigen Taxi-Innung muss das Unternehmen seinen Dienst "UberPop" wieder einstellen. Private Fahrer konnten auf diese Weise mit dem eigenen Auto zum Taxiunternehmer werden. Ein Gericht hat entschieden, dass Uber einen illegalen Taxiverkehr mit Mietwagen betreibt. In mehreren europäischen Hauptstädten, darunter Paris, Brüssel und London, konkurriert Uber mit den städtischen Taxiunternehmen.

Auch in den USA gab es zuletzt Kritik an dem Limousinen-Service. Es soll zu mehreren sexuellen Übergriffen von Fahrern an weiblichen Fahrgästen gekommen ein. Uber soll außerdem Recherchen von US-Journalisten zufolge private Informationen über die Fahrgäste an die Fahrer weitergeben.

Das Uber-Prinzip

Über die App kann man sich eine Limousine bestellen, meist schwarze Mercedes E-Klassen, BMWs und Audis. Der Kunde steigt ein, der Fahrer bringt ihn ans gewünschte Ziel. Das Ganze ist tatsächlich wie eine Taxifahrt, nur etwas luxuriöser: Der Fahrer hält die Tür auf, es gibt gratis Wasser zu trinken und bei Regen spannt der Chauffeur auch mal den Schirm für den Gast auf. Die App informiert neben Anfahrtszeit und Preis auch über Namen und Bewertung des Fahrers. Demnächst sollen ausgewählte Wagen auch mit WLAN ausgestattet werden, für den Kunden steht es während der Fahrt gratis zur Verfügung.


Bild: Uber

Fünf Minuten wartet man im Durchschnitt

Für den gehobenen Service muss man etwas tiefer in die Tasche greifen als bei einer normalen Taxifahrt. Auf die Grundgebühr von vier Euro werden 40 Cent pro Minute und 1,50 Euro pro Kilometer hinzugerechnet. Mindestens neun Euro werden für eine Fahrt verlangt. Storniert man eine Fahrt, werden zehn Euro fällig. Johannes Wesemann, General Manager von Uber Österreich, relativiert den Preis aber: "Unter Tags sind wir zwar um rund 15% teurer als Taxis, aber wir haben keinen Nacht- oder Funktaxizuschlag. Wir liegen daher preislich parallel bzw. darunter."

Durchschnittlich fünf Minuten muss man auf seine Limousine warten. Steht man allerdings in Hietzing oder Simmering, kann es schon etwas länger dauern. Zum Vergleich: In San Francisco wartet man im Durchschnitt zwei Minuten auf den Wagen.

Darauf verlassen, dass am nächsten Morgen eine Limousine bereitsteht, einen zum Flughafen zu bringen, sollte man sich jedoch nicht. Die Fahrer entscheiden selbst, wann sie ihren Wagen für Kunden anbieten.

Uber bekommt zweistellige Provision

Die Limousinen gehören nicht Uber, auch die Fahrer arbeiten nicht für das Startup, sondern für einen Limousinen-Service, mit dem Uber eine Kooperation abgeschlossen hat. "Uber ist eine reine Technologiefirma, die eine App zur Verfügung stellt, mit welcher der User einen Fahrer buchen kann", so Wesemann. Uber bekommt dafür eine zweistellige Provision von den Limousinen-Services. Im Prinzip eine Win-Win-Situation, da der Limousinen-Service seine Auslastung erhöhen kann.

Bei einem Unfall haftet auch nicht Uber, sondern der Fahrer: "Wir haben hier die gleiche Situation, wie bei einer Taxi- oder einer Mietwagenfahrt. Wenn ein Unfall passiert, dann fällt das 'unter die Zuständigkeit des Fahrers', sofern dieser den Unfall verschuldet hat", so Wesemann.

App-Downloads steigen pro Woche um 25 Prozent

Uber wird es in Österreich vorerst nur in Wien geben und auch das erweiterte Angebot "Uber Pop", bei dem Privatpersonen als Fahrer bestellt werden können, sei für Wien derzeit überhaupt nicht relevant, so Wesemann.

Wie viele Uber-Limousinen auf Wiens Straßen insgesamt unterwegs sind, will Wesemann nicht verraten, es seien schon "viele, aber noch nicht genug". Der Service werde in Wien sehr gut angenommen, Wesemann setzt auf virales Marketing und Mundpropaganda. "Die Download-Zahlen der App sind dreistellig, wir haben jede Woche eine Steigerung um 25 Prozent."

Uber im Praxis-Test

Format.at hat den Service getestet. Öffnet man die App, sieht man auf einer Straßenkarte alle verfügbaren Autos, die man sich bestellen kann. Der eigene Standort ist ebenso sichtbar, der Abholort kann aber beliebig eingestellt werden. Von der Baumgasse im dritten Bezirk soll es in die Josefstadt gehen. Ein Klick auf Abholung und der Wagen ist auch schon unterwegs - eine SMS informiert zusätzlich über Fahrer und seine Bewertung.

Nach rund zehn Minuten ist die schwarze Mercedes-Limousine auch schon da. Zwar hält der Fahrer die Türe nicht auf, aber es stehen zwei Flaschen Mineralwasser bereit. Die Ledersitze sind bequem, der Wagen ist sehr sauber, riecht neu und auch der Fahrer ist höflich. Rund 17 Minuten dauert die Fahrt und kostet 21 Euro. Ist man am Ziel, steigt man einfach aus. Abgerechnet wird bargeld- und kartenlos, über die auf der App hinterlegten Kreditkartendaten. Per Mail erhält man die genaue Abrechnung. Den Fahrer kann man nach der Fahrt bewerten. Fazit: Eine luxuriöse, aber leistbare Alternative zum Taxi.


Bild: Screenshot

Über Uber

Das Startup wurde von Garrett Camp und Travis Kalanick 2009 in San Francisco gegründet. Die Uber-App funktioniert inzwischen in über 80 Städten auf der Welt, die Firma beschäftigt über 700 Mitarbeiter. IT-Gigant Google hat über 250 Millionen Dollar investiert, auch Amazon-CEO Jeff Bezos und Goldman Sachs steckten Geld in das Startup. 3,5 Milliarden Dollar soll Uber wert sein. Seit Ende Februar kann man auch in Wien einen Wagen über das Netzwerk bestellen.

Jeder Neukunde bekommt ein Gutschrift über 20 Euro, wenn er den Bonuscode "Hallowien" eingibt. Die App gibt es gratis für iOS und Android .

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