Roaming – das Ende des Grauens ist nahe

Die EU-Kommission will die Extra-Gebühren für Handy-Telefonate im Ausland schrittweise abschaffen.

Roaming – das Ende des Grauens ist nahe

Telekomfirmen in der EU sollen von Sommer 2014 an freiwillig auf die Berechnung höherer Preise für das sogenannte Roaming verzichten, verlautete am Dienstag aus Kommissionskreisen in Brüssel. Dafür seien Anreize geplant. Von 2016 an sollen Kunden nach dem Willen der EU-Kommission im europäischen Ausland zu denselben Preisen wie zu Hause telefonieren können.

Ein Reformpaket für den Telekommarkt will EU-Digitalkommissarin Neelie Kroes am Mittwoch vorlegen. Die Telekombranche kritisiert die Pläne heftig. Der Vorschlag benötigt die Zustimmung von Europaparlament und den EU-Staaten.

Woher das Roaming kommt

Das Wort "Roaming" stammt aus dem Englischen und bedeutet in etwa umherwandern. In der Welt der Telekommunikation wird damit die Möglichkeit beschrieben, auch in ausländischen Mobilfunknetzen zu telefonieren, angerufen zu werden oder Daten auszutauschen.

Für die Weiterleitung etwa der Gespräche verlangen die Anbieter Gebühren. Die EU-Kommission setzt sich seit Jahren für niedrigere Preise ein und hat die Kosten für Telefonate im EU-Ausland schon erheblich reduziert. Vor allem bei Datenübertragung können aber immer noch beträchtliche Summen anfallen.

Aus für Roaming kann Inlandstarife verteuern

Für die österreichischen Handy-Telefonierer könnte die Abschaffung der Roaming-Tarife in der EU höhere Tarife im Inland bringen, meint T-Mobile-Österreich-Chef Andreas Bierwirth gegenüber dem "Kurier" (Freitagausgabe). Roaming-Einnahmen machten bereits einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz aus. „Fällt dieser Umsatz weg, könnte eine Konsequenz sein, dass die Tarife im Inland wieder steigen.“

Europa hat den Anschluss verloren

Europa hat nach Ansicht der EU-Kommission in der Telekommunikationsbranche zudem den Anschluss verloren. Koreaner und Japaner verfügen über Datenautobahnen, von denen Deutsche oder Franzosen nur träumen können. Die schicksten Mobiltelefone kommen mittlerweile aus Fernost oder aus dem Silicon Valley, während Handy-Pionier Nokia sich selbst verkauft. Für die Brüsseler Kommission ist das alles Anlass genug, um Alarm zu schlagen.

Die Wende soll nun ein neues Bündel von Vorschlägen für einen Telekom-Markt aus einen Guss bringen. Federführend ist dabei Telekom-Kommissarin Neelie Kroes. Bevor der Entwurf Gesetz wird, müssen noch die 28 Mitgliedsländer und das EU-Parlament zustimmen. Anbei die wichtigsten Vorschläge im Detail:

Roaming

Die bislang üblichen Extrakosten für Handytelefonate im EU-Ausland über das so genannte Roaming sollen ab Mitte 2014 schrittweise abgebaut werden. Bei der Umsetzung stellt die Kommission die Mobilfunkanbieter vor die Wahl: Entweder sie bieten EU-weit geltende Telefontarife zu den gleichen Preisen an, die auch im Inland verlangt werden. Oder sie erlauben ihren Kunden, sich im Ausland für einen anderen Roaming-Anbieter zu entscheiden, der günstigere Tarife anbietet. Vorteil: Sim-Karte und Telefonnummer bleiben gleich. Weitere Neuerung: Reisende, die Anrufe auf ihrem Handy im EU-Ausland erhalten, sollen dafür ab dem Juli 2014 nicht mehr extra zahlen müssen.

Netzneutralität

Bislang sind Daten im Internet gleichberechtigt unterwegs - das Prinzip ist als Netzneutralität bekannt. Kroes schlägt nun vor, dass Telekom-Konzerne eine Überholspur im Datennetz einrichten und dafür eine Extra-Maut verlangen dürfen. Auf der neuen Spur sollen Unternehmen "Spezialdienste" mit zugesicherter Dienstqualität wie zum Beispiel HD-Fernsehen, hochauflösende Bilder in der Medizin oder datenintensive Cloud-Anwendungen anbieten, solange dadurch andere Internet-Kunden nicht eingeschränkt werden. Das Blockieren und Drosseln von Internetinhalten soll nach dem Willen der Kommission verboten werden.

Auslandsanrufe

Derzeit verlangen Telefonfirmen für Festnetz- und Mobilfunkanrufe in ein anderes EU-Land einen saftigen Aufschlag. Nach dem Willen der Kommission darf für einen Festnetzanruf innerhalb der EU nicht mehr verlangt werden als für ein Inlandsferngespräch. Mobilfunkanrufe innerhalb der EU sollen nicht mehr als 19 Cent pro Minute kosten. Am Hungertuch müssen die Telekom-Anbieter nach der Preissenkung der Kommission zufolge aber nicht gleich nagen: "Mit der Festsetzung der Preise können Unternehmen ihre objektiv gerechtfertigten Kosten decken, aber keine willkürlichen Gewinne mehr aus Anrufen innerhalb der EU erzielen", erklärt die EU-Kommission.

Verbraucherrechte

Weggallen sollen auch die bislang üblichen 24-Monatsverträge für DSL-Anschlüsse und im Mobilfunk. Verbraucher sollen Anspruch auf einen 12-Monatsvertrag haben, sofern keine längere Laufzeit gewünscht wird. Zweiter wichtiger Punkt: Abonnenten sollen zudem das Recht bekommen, die Geschwindigkeit ihres Internetanschlusses zu überprüfen und gegebenenfalls den Vertrag sofort zu kündigen, falls die Daten nur im Schneckentempo eintrudeln.

Funkfrequenzen

Die Frequenzen, auf denen die Mobilfunker Daten und Sprache übertragen, sind in Europa ein knappes Gut und heiß begehrt. Die Ausschreibung und Zuteilung von Frequenzen soll nun besser zwischen den Staaten koordiniert werden, damit Firmen effizientere und grenzübergreifende Investitionspläne aufstellen können. Die Mitgliedstaaten sollen für die Vergabe aber nach wie vor die Verantwortung tragen - ihnen stehen auch die Gebührenzahlungen der Mobilfunkbetreiber zu. Damit soll sichergestellt werden, dass Europäer verstärkt Zugang zu superschnellen Mobilfunk-Datennetzen auf Basis der LTE-Technik erhalten.

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