Chaos Computer Club will iPhone-Fingerabdruck-Sensor geknackt haben

Apple droht ein herber Rückschlag beim neuen iPhone: Nur zwei Tage nach der Markteinführung wollen die Hacker vom deutschen Chaos Computer Club (CCC) das vermeintlich wegweisende Sicherheitssystem des Edel-Smartphones geknackt haben.

Chaos Computer Club will iPhone-Fingerabdruck-Sensor geknackt haben

Ihrer Darstellung nach können sich Kriminelle "mit einfachsten Mitteln" Zugang zu dem Gerät verschaffen, wenn sie über einen Fingerabdruck des Besitzers verfügen.

Sollte sich dies bestätigen, könnte dadurch die ganze Branche aufgerüttelt werden. Denn der Fingersensor (TouchID) gilt für die Verbraucherelektronik als Riesenschritt in der Nutzung biometrischer Erkennungsverfahren. Er soll Apple zu einem Vorsprung verhelfen im gnadenlosen Wettbewerb mit dem südkoreanischen Erzrivalen Samsung und anderen Herstellern, die ihre Handys mit dem Google -Betriebssystem Android ausstatten. Prominente Sicherheitsexperten bezeichneten den CCC-Test als glaubwürdig. Von Apple war zunächst keine Reaktion erhältlich. Die Aktie des Unternehmens notierte am Montag in Frankfurt 0,6 Prozent tiefer.

Das iPhone 5S mit der neuen Sensortechnik ist erst seit Freitag in den Läden. Apple preist die Innovation als besonderen Gewinn für die Sicherheit an. Durch den Fingerabdruck-Scanner aus Saphirglas soll besser als zuvor verhindert werden, dass Unbefugte das Smartphone nutzen. Per Daumendruck kann der Besitzer es entsperren und mit dem Online-Dienst iTunes Musiktitel einkaufen. Auch Tester schwärmten zuletzt von der Nutzerfreundlichkeit und Verlässlichkeit der neuen Technik - was sogar dem Apple-Aktienkurs Auftrieb gab.

"Kinderspiel" für Kriminelle

Doch nach Angaben des CCC birgt der Sensor erhebliche Sicherheitsrisiken. Spezialisten des Clubs sei es gelungen, das iPhone 5S mit einem künstlichen Finger zu aktivieren. Erforderlich dazu seien Materialien, die in fast jedem Haushalt vorhanden seien. Ein Fingerabdruck sei von einer Glasfläche abfotografiert und auf eine Transparenzfolie gedruckt worden. Mit Hilfe von hautfarbener Latexmilch oder weißem Holzleim lasse sich dann ein funktionierendes Imitat herstellen. "Fingerabdrücke hinterlassen wir überall, und es ist ein Kinderspiel, gefälschte Finger daraus zu erstellen", zitiert der CCC einen Hacker mit dem Pseudonym Starbug.

Rückendeckung erhielt dieser von anderen Fachleuten. Charlie Miller, Co-Autor des Hacker-Handbuchs zum Apple-Betriebssystem iOS, äußerte, mit dem Test hätten die Kollegen das TouchID-System komplett ausgehebelt. "Er eröffnet sicherlich neue Möglichkeiten für Angreifer." Dino Dai Zovi, der ebenfalls an dem Hacker-Handbuch mitarbeitete, ist ähnlicher Ansicht: "Der CCC spinnt nicht rum oder übertreibt, vor allem wenn sie politisch Position beziehen."

Wettstreit der Nerds

CCC-Sprecher Frank Rieger mahnte: "Die Öffentlichkeit sollte nicht länger von der Biometrie-Industrie mit falschen Aussagen an der Nase herumgeführt werden. Biometrie ist geeignet, um Menschen zu überwachen und zu kontrollieren, nicht um alltägliche Geräte vor dem Zugriff zu sichern." Der Club, der weltweit zu den größten und meistbeachteten Hacker-Gruppen gehört, verwies ferner darauf, dass 5S-Nutzer etwa bei Festnahmen relativ leicht dazu gebracht werden könnten, das Gerät zu entsperren. Die Preisgabe eines Passwortes sei dagegen schwerer zu erzwingen.

Unter Computerfreaks war zuletzt ein regelrechtes Hacker-Rennen um die neue iPhone-Sensortechnik ausgebrochen. Mehr als 13.000 Dollar sowie Alkoholika, Bücher und weitere Preise wurden ausgelobt für den, der Apples Sicherheitssystem knackt. Ob der CCC nun offiziell zum Sieger gekürt wird, war zunächst nicht klar. Die beiden Sicherheitsexperten, die den ursprünglichen Wettbewerb initiiert hatten, wollen den Test zunächst genau prüfen. Eine Firma, die ein Preisgeld von 10.000 Dollar in Aussicht gestellt hat, will über den Ausgang selbst entscheiden.

Gestohlene Pässe, Unfälle und sonstige Ärgernisse können rasch den Urlaub verderben.
#urlaub #reise
 

Sicher im Urlaub: Eine App informiert über Reisewarnungen

Die jüngsten Terroranschläge in Ägypten und der Türkei sorgen für …

Mit dem Betriebssystem "Firefox OS" wollte Mozilla vor allem in Schwellenländern die Herzen der Handynutzer erobern. Doch der Plan scheiterte an der enormen Marktmacht des Google-Imperiums.
 

Mobile Kapitulation: Firefox OS verschwindet vom Handy

Mit dem Betriebssystem "Firefox OS" wollte Mozilla vor allem in …

Die besten Weihnachtsangebote der Mobilfunkbetreiber

Nicht alles was Handybetreiber als Weihnachtsangebot anpreisen ist …

Hedy Lamarr- Leinwandgöttin und Erfinderin

Hedy Lamarr- Leinwandgöttin und Erfinderin

Filmstar und Erfinderin Hedy Lamarr, geboren am 9. November 1914 in Wien. …