Google: Internet macht 5,6 Prozent des BIP aus

Das Internet ist schon ziemlich wichtig! Diese Botschaft ist nicht allzu überraschend. Laut einer von Google initiierten Studie trägt das Web mehr als 17 Milliarden Euro zur heimischen Wirtschaft bei. Und das Potenzial ist noch groß - auch für Google und sein Werbesystem.

Google: Internet macht 5,6 Prozent des BIP aus

17,3 Milliarden Euro soll das Internet – oder genauer: die Internet-Wirtschaft – zur österreichischen Wirtschaftsleistung beitragen, da sind 5,6 Prozent des heimischen BIP. Diese Zahl wurde heute von Google bei einer Pressekonferenz in Wien verlautbart. Eine entsprechende Studie wurde im Auftrag der Österreich-Tochter des US-Konzerns von Agnes Streissler, Chefin des gleichnamigen wirtschaftspolitischen Beratungsunternehmens , zusammen mit Fjodor Gütermann verfasst. Die Grundidee: „Wir haben versucht, das Internet in Österreich volkswirtschaftlich zu erfassen“, sagt Streissler. Demnach würde sich aus den durch die österreichischen Unternehmen getätigten Investitionen ins Internet ein jährlicher Betrag von 9,3 Milliarden Euro ergeben, durch den privaten Konsum 7,2 Milliarden. Einberechnet wurden dabei indes beispielsweise alle Anschaffungen wie Computer, die dem Internet zugerechnet werden können. Was der Staat im Internet ausgibt bzw. umsetzt, konnte nicht geklärt werden, daher wurden Vergleichszahlen aus dem Ausland genommen – so kam das Team von Streissler auf 2,4 Milliarden Euro. Abzüglich der Netto-Exporte (1,5 Milliarden) sollen nun die 17,3 Milliarden Euro herauskommen.

Bedeutung des Web

Abgesehen vom offensichtlichen Bemühen Googles, mit der Studie auch auf seine eigenen Dienste hinzuweisen (dazu unten mehr), sollen diese Zahlen auch das Potenzial aufzeigen, dass das Netz noch bietet – beispielsweise fürs Online-Shopping: „Rund 80 Prozent der Haushalte sind im Netz, doch nur 50 Prozent davon sind Online-Shopper“, rechnete Agnes Streissler vor. Daraus ergibt sich, dass zwei Millionen Österreicher erst fürs Einkaufen übers Internet gewonnen werden wollen. Dass das Web überhaut und insgesamt ziemlich wichtig ist, war schon vorher bekannt. Es hapert jedoch laut Studie in Österreich, das sich sonst in Sachen Internet-Affinität im „guten Mittelfeld weltweit“ befindet, etwa an der Verfügbarkeit öffentlicher Daten, etwa zum öffentlichen Verkehr oder zu Forschungsergebnissen. Agnes Streissler: „Vor allem Daten zu Forschungsprojekten, die mit öffentlichen Geldern gefördert werden, sollten verfügbar sein. Das würde beispielsweise KMU sehr helfen.“ Zudem sei es wichtig, das Web für „alle Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen“.

Fokus auf AdWords

Markus Kienberger, Country Manager von Google Österreich, nannte einige Beispiele für Unternehmen, die das Internet für ihr Geschäft nutzen – beispielsweise der Kaminöfen-Hersteller Biofire oder das Hotel Edelweiss in Obergurgl. Das geschah nicht ganz uneigennützig – schließlich werben diese Unternehmen vorwiegend mittels Google AdWords . Bei diesem Werbesystem wird mittels bestimmter Schlüsselworter geworden, die dann als Grundlage dienen, Konsumenten im Netz zu erreichen - etwa wenn diese im Internet nach entsprechenden Informationen suchen oder sonstwie im Web unterwegs sind. Zahlen, wie viele Unternehmen in Österreich damit werben oder was Google hierzulande damit umsetzt, gibt es traditionell nicht.

Um im oder ins Internet zu helfen, bietet Google Österreich unter dem Stichwort „learn with Google“ auch eigene Schulungen an, die aber sehr auf das Thema „Werben bei Google“ fokussiert sind. Generell will Kienberger aber die Bedeutung des Internet für Unternehmen unter anderem durch Zusammenarbeit mit Wirtschaftskammer (etwa bei der Roadshow „Handel goes WWW“ ) hervorstreichen.

Tradition und Moderne

Zurück zur Studie von Agnes Streissler: Darin wird auch darauf hingewiesen, dass Infrastrukturförderung alleine zu wenig sei, um das volle Potenzial der Internet-Wirtschaft zu nutzen. Es brauche auch Initiativen für sichere Zahlungssysteme, ein entsprechendes regulatorisches Umfeld sowie Maßnahmen für den Verbraucherschutz. Darüber hinaus könne das Internet Erschwernisse zur Gründung von Unternehmen beseitigen, etwa weil auch Start-Ups schon einen globalen Markt erreichen könnten. „Aber nicht nur junge Unternehmen, auch traditionelle Firmen müssen mehr im Internet tun“, sagt Streissler.

Google bringt zudem den eTown-Award nach Österreich - Details dazu in diesem Artikel .

Robert Prazak

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