Wenn das Smartphone den Arzt ersetzt

Kein Schritt ohne Aufzeichnung, keine Kalorie, die vergessen, kein Herzschlag, der nicht registriert wird: Sowohl im Fitness- als auch im Gesundheitsbereich wird uns eine neue Art von Geräten begleiten - "Quantified Self" heißt die dazugehörige Bewegung.

Wenn das Smartphone den Arzt ersetzt

Messen, überwachen, protokollieren: Eine neue Art von Geräten im Fitness- und Gesundheitssektor begleitet uns auf Schritt und Tritt. Ob die verbrannten Kalorien beim Joggen gezählt, der Puls gemessen oder die Körpertemperatur ermittelt wird, die eigene Befindlichkeit wird zunehmend digitalisiert - und damit wächst der Berg an empfindlichen, persönlichen Daten.

"Quantified Self" nennt sich die dazugehörige Bewegung, die in den USA entstanden ist und sich das Aufzeichnen und Verarbeiten von persönlichen Gesundheitsdaten zur Maxime gemacht hat. Die Anhänger tracken sich selbst, dass heißt, die zeichnen mit Hilfe von Gadgets, Apps und Smartphone ihre Lebensgewohnheiten wie Schlafen, Essen und Bewegung als digitales Tagebuch auf. Sie analysieren und werten diese Daten aus, um möglichst viel über die körperliche Befindlichkeit zu wissen.

Samsung setzte erst vor kurzem Maßstäbe mit seinem auf dem Mobile World Congress präsentierten neuen Flaggschiff Galaxy S5. Denn an Bord des neuen Smartphones ist ein Herzschlagsensor, der an der Rückseite des Geräts den Puls des Nutzers messen kann. Damit schließt Samsung die Lücke zwischen Smartphones und E-Health, dem zunehmenden Einsatz von IT-Technik im Medizin- und Gesundheitswesen . Nun ist es nicht nur die Software, die die Gesundheit überwacht, sondern erstmals Hardware.


Bild: REUTERS/Albert Gea

Schlaues Armband

Auch Sony stellte auf dem Mobile World Congress sein neues Smartband vor. Das schlaue Armband zählt die Schritte des Benutzers und die verbrannten Kalorien. Per Android ist es mit einer Lifeblog-App verbunden, die ein digitales Tagebuch über die Aktivitäten des Nutzers erstellt. Das Speichern von Bildern, Videos und das Steuern von Musik sind nützliche Nebenbeifunktionen. Laut einer Untersuchung der Marktforschungsfirma Forrester aus dem Jahr 2013 tragen sechs Prozent der erwachsenen US-Bürger beim Sport ein Gerät zur Leistungsmessung. Fünf Prozent tragen Geräte wie Jawbone UP oder Fitbit, um ihre täglichen Aktivitäten oder die Qualität ihres Schlafes zu erfassen.


Bild: Sony

Jawbone UP ist ein Armband, das Schlaf, Bewegung und Essverhalten aufzeichnet. Darin ist ein Präzisionsbewegungssensor eingebaut, der zurückgelegte Schritte, Kalorien, aktive Phasen und Ruhephasen misst. UP erfasst Alter, Geschlecht, Gewicht und Größe und berechnet daraus Intensität und Dauer der Aktivität.


Bild: jawbone

Selbst Krankheiten können die Gesundheits-Gadgets feststellen. Hat man als Kind noch ein Fieberthermometer unter den Arm gesteckt bekommen, hält man zukünftig nur noch ein kleines, rundes Ding an die Stirn. Der Gesundheitstracker Snanadu Scout misst neben der Körpertemperatur auch Blutdruck, Herz- und Atemfrequenz und erstellt bei Bedarf auch ein Elektrokardiogramm. Via Bluetooth werden die Daten an ein Smartphone übertragen. Das Gadget soll einfach anzuwenden sein, wirbt der Hersteller doch mit dem Slogan:"Check your health as easily as your email".


Bild: Scanadu

Der Trend, sein eigenes Befinden zu digitalisieren ist längst auch in Europa angekommen. Die Absatzzahlen für mobil vernetzte Gesundheitsgeräte sind stark angestiegen, dennoch bleiben sie vorerst ein Nischenprodukt. Gegenüber 2012 stiegen etwa die Verkaufszahlen von mobilen Blutdruckmessgeräten in Großbritannien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden um 42 Prozent an, bei vernetzbaren Personenwaagen kletterten die Absätze um gar 88 Prozent.

Laut Gfk erwarten sich die Konsumenten schnelle Antworten und Informationen über ihre Smartphones und Tablets. Dasselbe gelte für den eigenen Gesundheitszustand und die persönliche Aktivität.

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