Zukunft der Arbeit: Das Büro auf dem Mars

Moderne Technologie ermöglicht uns, unabhängig von Zeit und Raum zu arbeiten. Einer Studie des IT-Spezialisten Cisco zufolge könnte die Reise in den kommenden Jahren sogar bis auf den Mars führen.

Szene aus dem Science Fiction-Film "Totall Recall" (1990) mit Arnold Schwarzenegger: Für flexibles Arbeiten würden Mitarbeiter sogar auf den Mars ziehen.
Szene aus dem Science Fiction-Film "Totall Recall" (1990) mit Arnold Schwarzenegger: Für flexibles Arbeiten würden Mitarbeiter sogar auf den Mars ziehen.

Der Mars, der rote Planet als nächste Off-Shore Adresse?

Rund ein Viertel der Arbeitnehmer wäre bereit, auf den Mars oder einen anderen Planeten zu ziehen, wenn ihr Unternehmen dort eine Niederlassung eröffnen würde – das ist eine der Aussagen aus dem „Cisco Connected World Technology Report 2014“, in dem der IT-Konzern das Zusammenzwischenspiel zwischen Mensch und Technik portraitiert. Unternehmen können daraus unter anderem HR-Strategien für die Zukunft ableiten.

Unter diesem Link gibt es den Report zum Download.

Zugegeben, die Idee vom Arbeiten auf fremden Planeten dürfte noch eine utopische Vision sein – doch sie zeigt, wohin die Reise geht: Die Menschen wünschen sich Flexibilität in der räumlichen und zeitlichen Gestaltung ihres Berufs. Demnach geht der Trend weg vom herkömmlichen 9-to-5-Job, hin zu einem Arbeitstag mit längeren Pausen zwischendurch, der dafür aber bis in die späten Abendstunden dauert. Über die Hälfte der Arbeitskräfte hat den Eindruck, dass ihre Personalabteilung ihnen mobilere und flexiblere Arbeitsmodelle ermöglicht – allerdings geht das einem Drittel nicht schnell genug.

Etwa ein Viertel der Befragten in der globalen Studie (Österreich nahm nicht teil) gibt an, dass ihnen ihr Unternehmen auch die Arbeit von zu Hause ermöglicht. Ist das hauptsächlich ein Angebot für die junge Internet-Generation, die so genannten Millenials? Mitnichten, heißt es in der Studie: Denn unter den 31- bis 50jährigen (die sogenannte Generation X) bevorzugen mehr Menschen das Arbeiten von zu Hause als in der so genannten Generation Y (18- bis 30-jährige). Reale Bürogebäude wird es nach Ansicht der meisten Befragten in naher Zukunft trotz des Trends zum geographisch flexiblen Arbeiten noch geben – allerdings glauben rund 40 Prozent, dass sie deutlich kleiner sein werden.

Mein Handy, meine Cloud, mein Job

Arbeiten, wann und wo man will – ermöglicht wird dieser Trend vor allem durch die technologischen Entwicklungen der vergangenen Jahre. Spätestens seit dem Jahr 2007, in dem das erste iPhone vorgestellt wurde, wird mobiles Arbeiten immer mehr salonfähig. Die wichtigsten Firmenmails trägt der Manager von heute ebenso in der Hosentasche herum wie die Kontakte der Geschäftspartner. Fakten können in Besprechungen flugs aus dem Web recherchiert werden. Dokumente werden durch Software wie Office 365 oder Google Drive gemeinsam bearbeitet; über Telekonferenz-Lösungen können Besprechungen zwischen Bangkok und Wien nicht nur am PC, sondern auch am Tablet oder Smartphone durchgeführt werden.

Das clevere Handy hat sich zum Lieblings-Tool der Angestellten entwickelt; der Großteil der Befragten glaubt gar, dass das Smartphone bis 2020 das wichtigste vernetzte Gerät im beruflichen Umfeld sein wird – schon jetzt würden 60 Prozent der Befragten ein anderes Gerät als den Laptop im Beruf verwenden, wenn sie die Möglichkeit dazu bekämen. Eine Tendenz, die auch von den Personalentscheidern getragen wird: 70 Prozent glauben, dass Generation-Y-Mitarbeiter mit mobilen Geräten und Apps schneller arbeiten als mit Laptops und Desktop-PCs.

Personalsuche über Videochat und Spiele

Auch die Suche nach neuen Mitarbeitern wird sich in Zukunft ändern; denn der Studie zufolge wären 58 Prozent der HR-Verantwortlichen bereit, einen Kandidaten alleine auf Grund eines Videointerviews einzustellen. Die Vorteile der virtuellen Recruitings liegen auf der Hand: Bewerbungsgespräche können auf globaler Ebene durchgeführt werden, wodurch ein viel größerer Kandidatenpool zur Verfügung steht; außerdem geht weniger Zeit durch unnütze Formalitäten verloren.

Doch Jeanne Meister, Partnerin beim Consulting-Unternehmen Future Workplace, spinnt den Gedanken in einem Blogbeitrag noch etwas weiter. Demnach wird es künftig nicht nur Videointerviews mit den Kandidaten geben; sie werden über YouTube-Filme auch mehr über ihren künftigen Arbeitgeber erfahren, sich über Collaboration-Tools in Wissenstests profilieren und sich in eigens entwickelten Videospielen beweisen müssen, die Aufgaben aus dem Berufsalltag simulieren. „Schließlich wird die Kandidatin eingestellt, ohne ein einziges Mal zuvor das Bürogebäude betreten zu haben“, prognostiziert die Expertin. Die Zusage zum neuen Job wird die Kandidaten im Jahr 2020 wohl auf einem neuartigen Gerät lesen – zum Beispiel auf einer Smartwatch.

Neue Geräte – neue Möglichkeiten

Denn Smartphones und Tablet-PCs sind nicht der Weisheit letzter Schluss – neue Geräte werden folgen und in den kommenden Jahren den Markt erobern. Einen Trend sehen Experten hier etwa im Bereich der so genannten „Wearable Devices“ – also Technik, die man direkt am Körper trägt. Erste Beispiele hierfür sind smarte Armbanduhren, wie etwa die kürzlich vorgestellte „Apple Watch“, auf der Manager eingehende Nachrichten rasch erfassen können, ohne das Handy dafür aus der Sakkotasche ziehen zu müssen. Smarte Brillen wie „Google Glass“ könnten in der Fertigung und Wartung verwendet werden, indem Mechaniker etwa Anleitungen direkt ins Auge gespielt bekommen – und daher beide Hände für ihre eigentliche Arbeit frei haben.

„Im Büroumfeld könnte ein solches Gerät Ihnen sagen, welche Kollegen im nahen Umfeld Ihnen bei Ihrem Projekt helfen können“, erläutert Jacob Morgan, Autor des Buchs „The Future of Work“: „Und Marketing-Manager könnten auf dem Weg zum nächsten Termin rasch Kundendaten über die smarte Armbanduhr abrufen.“ Außerdem messen die Geräte Körperfunktionen wie gegangene Schritte, Puls und Körpertemperatur – und können aus den Daten Rückschlüsse darüber ermöglichen, mit welchem Lebensstil der Manager seine Produktivität noch erhöht.

Ein Viertel der Befragten würde sogar so weit gehen, sich ein Gerät implantieren zu lassen, das ihnen ständig Zugang ins Web verschafft, falls eine solche Lösung verfügbar sein sollte. Das klingt nach einer recht gruseligen Lösung – die aber vielleicht ebenso Alltag werden könnte wie das eingangs erwähnte Büro auf dem Mars.

IT-Experten fordern mehr Geld für Sicherheit

Laut einer Studie glauben 88 Prozent der IT-Experten, dass ihre …

Mobile Apps: Unternehmen schöpfen Potenziale nicht aus

Unternehmen nutzen das Potenzial mobiler Apps für Smartphones und Tablet …

Office 2016: Microsoft eifert Google nach

Sicherheit, Zusammenarbeit und Mobilität - mit diesen Schlagworten feiert …

TELEFIT-Roadshow: IT-Wissen für KMU auf Tour durch Österreich

Mit der TELEFIT-Roadshow vermittelt die WKO IT-Wissen an KMU und …