Gründer-Garage: Google greift Start-ups unter die Arme

Das richtige Umfeld ist der Nährboden für erfolgreiche Unternehmen - das beweisen viele Beispiele aus Silicon Valley. Eine neue Initiative von Google soll nun auch den Boden für europäische Start-ups aufbereiten.

Gründer-Garage: Google greift Start-ups unter die Arme

Neidisch blicken Jungunternehmer in Europa oft nach Silicon Valley, wo Unternehmen wie Facebook, Apple und Google in Garagen und Studentenbuden geboren wurden, um sich zu milliardenschweren Konzernen zu mausern. In der Gegend rund um San Francisco hat sich eine Unternehmerkultur entwickelt, bei der innovative Start-up-Firmen auf ein Umfeld aus risikofreudigen Investoren, ausreichend Know-How und so genannten "Inkubatoren" aufbauen können - darunter werden meist Gemeinschaftsbüros verstanden, in denen sich die Gründer gegenseitig unterstützen, sowie Kontakt zu Mentoren und Geldgebern erhalten.

Auch in Europa sind solche Angebote in den vergangenen Jahren aus dem Boden geschossen; in Wien gibt es etwa den auf Start-ups mit akademischem Hintergrund spezialisierten Inkubator INiTS oder die Brutstätte i5invest , die Unternehmen wie Runtastic, 123people und Wikifolio beherbergte. Auch in Berlin floriert das Geschäft mit dem Großziehen von Newcomern - das beste Beispiel ist Rocket Internet, der Inkubator der Gebrüder Samwer, aus dem das Unternehmen Zalando entsprungen ist.

Ideen sollen Business werden

Doch es kann nie genug Nährboden für neue Unternehmen geben. Und deshalb hat sich eine Union aus Google, Allianz Digital Accelerator, 3M, Volkswagen, Stiftung Entrepreneurship und Factory aus Deutschland formiert, die mit der Gründer-Garage laut Presseaussendung "eine Initiative für Menschen mit Gründergeist aus dem ganzen deutschsprachigen Raum" darstellt.

Gesucht werden für den Wettbewerb Geschäftsideen aus allen Bereichen der Gesellschaft ‒ ob aus Wirtschaft oder Kultur, Umwelt oder Soziales in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auf einer Online-Plattform ( www.gruender-garage.de )durchlaufen die angehenden Gründer zunächst ein umfassendes Trainingsprogramm. Danach kämpfen sie in der Wettbewerbsphase um Aufmerksamkeit und Punkte der "Online-Crowd" sowie einer Expertenjury. Am Ende winken Preise im Gesamtwert von über 100.000 Euro.

Im Unterschied zu anderen Wettbewerben setzt die Gründer-Garage vor der eigentlichen Gründung an, heißt es in der Presseaussendung: Gesucht werden Ideen, die im Laufe der Initiative zu einem schlüssigen unternehmerischen Modell weiter entwickelt werden. Um dies zu erreichen, erhalten die Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz von Juli bis September ein kostenloses Training bestehend aus Videos, Online Sessions und Workshops in verschiedenen Städten. Die Stiftung Entrepreneurship steuert dazu ein Video-Tutorial bei, das in neun Modulen erklärt, wie man eine Idee findet und systematisch daraus ein Konzept entwickelt.

Mentoren im Web

Außerdem gibt es Coachings über das Web, in Form von Live Online Sessions der Partner, sowie sogenannte Startup Clinics des Alexander von Humboldt Institutes für Internet und Gesellschaft. Dort können die Gründer Fragen stellen zu Themen, die nicht zu ihrem Kerngeschäft gehören - etwa zu Personal und Management, Sales, Recht, Business Model und Finanzierung. In weiteren Online-Sessions gibt die IHK Berlin Hilfestellung bei klassischen Gründerfragen, wie Rechtsformen, Crowdfunding oder Unternehmensfinanzierung. Außerdem gibt es Workshops von 3M, Volkswagen, Google, Mandalah, Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft.

Ab Ende August (25.8.2014) können die TeilnehmerInnen ihre Idee im Rahmen des Wettbewerbs öffentlich machen und Punkte sammeln. Aus den Reaktionen im Netz, der Anzahl wertvoller Posts und Kommentare von und über die Teilnehmer sowie dem Feedback der Experten wird der sogenannte "Garagen-Faktor" ermittelt. Er definiert eine Rangfolge der besten Ideen im Wettbewerb. Im letzten Schritt vergibt die Experten-Jury ihrerseits Punkte für die besten Projekte. Aus beiden Elementen ergibt sich das finale Gewinner-Ranking.

Die Sieger werden auf einem feierlichen Abschluss-Event in der Factory in Berlin am 12. Oktober 2014 öffentlich bekannt gegeben. Ziel des Wettbewerbs sind möglichst viele kreative Geschäftsmodelle, die sich nachhaltig am Markt behaupten.

Experte aus Österreich

Aus Österreich ist StartUp-Experte Daniel Cronin in der Jury vertreten. Cronin ist Co-Founder sowie Board Member von AustrianStartups und unterrichtet "Mobile Business and Marketing" an der Fachhochschule in Hagenberg. Er war Moderator der TV-Show "2 Minuten 2 Millionen – die PULS 4 Start-Up-Show" und des Pioneers Festivals.

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