Software und Inhalte: Kreative bekommen bei Adobe alles aus einem Paket

Das Lästige an der kreativen Arbeit ist, dass man eigene Ideen haben muss. Dieses Problem will Adobe, der Konzern hinter Software wie InDesign und PhotoShop, nun lösen: Für 800 Millionen Dollar wird die Foto-Plattform Fotolia übernommen, dessen 34 Millionen Bilder und HD-Videos die Adobe-Kunden für ihre Projekte verwenden können.

Software und Inhalte: Kreative bekommen bei Adobe alles aus einem Paket

Wer in der Kreativbranche arbeitet, der kommt an Software von Adobe nur schwer vorbei: Der amerikanische Konzern hat sich mit der Bildbearbeitungssoftware Photoshop, dem Videoschnitt-Programm Adobe Premiere und dem Layout-Tool InDesign fix in den Filmstudios, Werbeagenturen und Magazin-Redaktionen der Welt verankert. Doch Software ist nicht alles; es kommt auch – wie so oft - auf die inneren Werte, also die eigentlichen Inhalte, an. Da Designer unmöglich jedes Foto ihrer Flyer und Magazine selber besorgen können, greifen sie dazu meist auf professionelle Foto-Plattformen zurück. Zu den Größten der Branche zählen etwa Corbis, Getty oder Shutterstock.

Einen Player der Branche wird Adobe nun kaufen: Für 800 Millionen Dollar in bar wird die Plattform Fotolia vom Konzern übernommen; die Website hat 34 Millionen Fotos und HD-Videos im Repertoire. Dies wird jenen Adobe-Kunden zugutekommen, die auf das Abo-Modell „Creative Cloud“ setzen. Bei diesem Modell kaufen die Kunden die Software nicht, sondern mieten ein Paket aus verschiedenen Programmen gegen eine monatliche Gebühr. Beim letzten Gesprächstermin mit format.at stellte ein Vertreter von Adobe einen in die Creative Cloud integrierten Marktplatz vor, über den die Kunden auf lizenzfreie Bilder und Videos zugreifen können – und eben dieser Marktplatz wird nun um besagte 34 Millionen Dateien größer. Ab einem bestimmten Preismodell könnte es für Adobe-Kunden die Inhalte gar gratis geben – was gänzlich neue Möglichkeiten schafft, vor allem für kleinere Studios und Agenturen mit limitierten Kapazitäten.

Jene Kreative, die nicht die Adobe-Cloud nutzen wollen, können weiterhin gegen Gebühr auch über die Website auf die Fotos zugreifen, versichert das Unternehmen – so kann der Konzern also einerseits seine Creative Cloud reizvoller gestalten, andererseits über das bestehende Fotolia-Angebot mehr Umsatz generieren.

Stärkere Position – stabilere Umsätze

„Dieser Deal wird Adobes ohnehin schon starke Position in der Kreativwirtschaft noch verstärken“, sagt dazu Josh Olson, ein Analyst bei Edward & Jones Co.: „Digitale Fotoinhalte werden jeden Wettbewerbsvorteil verstärken, den das Unternehmen jetzt schon hat.“ Gleichzeitig mit dem Deal hatte CEO Shantanu Narayen auch die Zahlen für das vergangene Quartal bekannt gegeben – und die Erwartungen der Analysten übertroffen: Erwartet wurde ein Umsatz von 1,06 Milliarden Dollar, schließlich lag er bei 1,07 Milliarden Dollar; die Zahl der Abonnenten für das Cloud-Modell stieg um 644.000 – Analysten hatten bloß 543.000 Neukunden erwartet.

Die „Creative Cloud“ ist für Adobe wichtig. Denn sie bindet die Kunden an das Unternehmen und schafft stabile, wiederkehrende Umsätze. Adobe war eines der ersten Tech-Unternehmen, die auf das Cloud-Modell statt auf einmaligen Verkauf von Programmen setzten, inzwischen ist auch Microsoft mit seinem „Office 365“ auf Abo-Umsätze umgestiegen. Im Jahr 2013 hatte der Wechsel noch sinkende Umsätze verursacht; nun ist Adobe nach Eigenangabe wieder auf der Erfolgsschiene: „Aus einer finanziellen Perspektive heraus betrachtet haben wir die Transition nun durchgestanden“, sagt Mark Garrett, CFO von Adobe: Die Umsätze aus Abo-Modellen machen nun 66 Prozent des Gesamtgeschäfts aus – als Garrett im Jahr 2007 ins Unternehmen kam, waren es nur fünf Prozent, betont der Finanzchef. Von 3,5 Millionen Abo-Kunden Ende des vierten Quartals soll die Zahl auf 5,9 Millionen Ende nächsten Jahres steigen.

Fotolia wurde 2004 gegründet und hat heute Büros in New York, Paris und Berlin. Laut Bloomberg ist die Foto-Plattform der drittgrößte Zukauf von Adobe, nachdem der Konzern Omniture 2009 für 1,55 Milliarden Dollar und Macromedia im Jahr 2005 für 3,15 Milliarden Dollar gekauft hatte.

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