Uhrenmesse Genf: Schweizer Hersteller setzen auf Luxus

Uhrenmesse Genf: Schweizer Hersteller setzen auf Luxus

Die Schweizer Uhrenhersteller kämpfen seit der Aufhebung der Euro-Franken-Wechselkursbindung und der folgenden Erstarkung des Schweizer Frankens mit sinkenden Exportzahlen. Auf der Luxusuhrenmesse SIHH (Salon International de la Haute Horlogerie) in Genf zeigen sie neue Modelle, die ihr Geschäft wieder in Schwung bringen sollen.

Schweizer Uhrenhersteller erwarten nach fast zwei Jahren sinkender Exportzahlen 2017 zumindest eine Stabilisierung ihrer Umsätze. Seit der Aufhebung der Wechselkursbindung zwischen dem Euro und dem Schweizer Franken im Jänner 2015 haben sich die Chronometer aus ihren Manufakturen international um rund 20 Prozent verteuert. Die Nachfrage ist in der Folge entsprechend zurückgegangen.

In den wichtigen Märkten China und USA gebe es nun aber Zeichen für eine Trendwende, erklärten Branchenmanager auf der Uhren- und Schmuckmesse SIHH in Genf. "Wir hoffen auf ein Jahr der Stabilisierung und Konsolidierung", sagte Nicolas Bos, Manager bei der Richemont -Marke Van Cleef&Arpels. "Gegen Ende des vergangenen Jahres hat sich eine etwas bessere Entwicklung abgezeichnet."

Uhren als Bestechungsgeschenk

Im wichtigen Markt Hongkong ist die gesunkene Nachfrage allerdings weniger auf den Franken-Wechselkurs zurückzuführen als auf die verschärften Anti-Korruptionsbestimmungen in China, die zur Folge hatten, dass teure Uhren als Bestechungsgeschenke aus der Mode gekommen sind. Kauffreudigen Touristen aus dem Nahen und Fernen Osten wurden außerdem durch die Terrorgefahr in Europa abgeschreckt, Russen durch den stark gefallenen Rubel-Kurs. Auch in den USA, einem weiteren wichtigen Markt, waren die Verkäufe ins Stocken geraten.


Purer Luxus: Impressionen von der SIHH 2017


Besucher am Roger Dubuis Stand.

Besucher am A. Lange & Soehne Stand.


"In unserer Branche ist Ungewissheit der schlimmste Feind", sagte Van Cleef&Arpels-Chef Bos. Kunden kauften keine außergewöhnlichen Stücke, wenn sie nicht in Stimmung seien. Dies sei auch im Zuge der US-Präsidentenwahlen zu spüren gewesen. Erst im Dezember hätten die Verkäufe wieder angezogen.

Richemont, der hinter LVMH zweitgrößte Luxusgüterkonzern, zu dessen Sortiment unter anderem der Uhren- und Schmuckhersteller Cartier und die Edeluhrenmarke Vacheron Constantin zählen, konnte nun ein erfreuliches Zwischenergebnis veröffentlichen. Im Weihnachtsquartal hatten sich die Verkäufe besser entwickelt als erwartet. LVMH-Chef Jean-Claude Biver sagte: "Das Schlimmste scheint hinter der Schweizer Uhrenindustrie zu liegen." China dürfte sich 2017 wahrscheinlich gut entwickeln, aber in Hongkong sei keine rasche Erholung zu erwarten: Die Händler verfügten hier noch über große Lager und würden daher weniger neue Zeitmesser bei den Herstellern ordern. Zudem gingen weniger reiche Chinesen zum Einkaufen in die Sonderzone.

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