Seiko - der unterschätzte Gigant der Uhrenzunft

Seiko - der unterschätzte Gigant der Uhrenzunft

Uhrmachermeister Shizukuishi Ito bei der Arbeit an einer "Grand Seiko" - dem Besten, das der japanische Uhrenkonzern Seiko zu bieten hat.

Die Japaner sind für ihre Zielstrebigkeit und ihren Perfektionismus bekannt. Derartige Eigenschaften machen vieles möglich - sogar, der Schweiz in Sachen Uhrenbau Konkurrenz zu machen.

Nahezu ein halbes Jahrhundert ist es her, dass sich die Verantwortlichen bei Seiko ein denkbar hohes Ziel setzten: Sie wollten die beste mechanische Armbanduhr der Welt bauen. Im mehr als 9.000 Kilometer entfernten Schweizer Jura, der sogenannten Wiege der Uhrmacherkunst, hätte das damals großes Erstaunen, mitunter auch Schmunzeln ausgelöst. Zum einen war man sich in der Schweiz sicher, niemand könne der kumulierten Expertise der eidgenössischen Uhrenzunft das Wasser reichen. Zum anderen sorgte man sich damals weniger um Rekordjagden als um die grundsätzliche Zukunft der mechanischen Uhr. Schließlich drohte die Begeisterung für die neuartige, hochpräzise Quarztechnologie, die traditionelle Mechanik von den Handgelenken zu verdrängen.

Die anfangs noch teuren Quarzkaliber wurden dank Mikroelektronik und explodierender Produktionszahlen kontinuierlich günstiger. Diese Konkurrenz, die durchaus nicht nur aus Japan kam - auch renommierte Schweizer Manufakturen wie Patek Philippe oder Girard-Perregaux trugen wesentliche Entwicklungen zum Quarz-Boom bei -, sollte die traditionelle Uhrmacherkunst für immer verändern.

Projekt Grand Seiko

Am anderen Ende der Welt sah man all das völlig unaufgeregt. Egal, ob Quarz oder Mechanik - man wollte einfach die besten Uhren für eine anspruchsvolle Klientel fertigen. Nicht mehr und nicht weniger. Deshalb startete Seiko im Dezember 1960 ein Projekt unter der Leitung von Tsuneya Nakamura, das Uhrmachergeschichte schreiben sollte. Im Fokus der Entwicklungsarbeit standen Kaliber, welche die Anforderungen der Schweizer Chronometerprüfung (besser bekannt als COSC) nicht nur erfüllten, sondern übertrafen. Etliche Spitzenplätze bei internationalen Chronometriebewerben Ende der Sechzigerjahre unterstrichen diese Kompetenz von Seiko eindrucksvoll. Doch auch die großartigen mechanischen Uhren "Made in Japan" fielen dem globalen Quarzboom zum Opfer. Nach sukzessiver Reduktion wurde die Fertigung mechanischer "Grand Seiko"-Uhren 1975 komplett eingestellt.

ALLTAGSTAUGLICH. Grand Seiko "Spring Drive Snowflake" um 6.600 Euro.

VIELSEITIG. Grand Seiko "Spring Drive GMT Chrono" um 17.300 Euro.

Erst in den Neunzigerjahren erlebte die mechanische Uhrmacherkunst ein Revival - eine Entwicklung, die auch in Japan mit Interesse verfolgt wurde. 1998 führte Seiko die ersten mechanischen Kaliber der zweiten "Grand Seiko"- Generation ein und konnte dank der hohen Präzision der auf modernsten Maschinen gefertigten Bauteile und der bestens ausgebildeten Uhrmacher schnell an die historischen Erfolge anknüpfen.

Ein Wunder namens "Spring Drive"

1977, also mitten in der Zeit, in der die klassische mechanische Uhr abgemeldet war, wollte ein junger Seiko-Ingenieur seinen Traum von einer "unendlichen" Uhr realisieren. Das Ziel war eine Gangabweichung von maximal einer Sekunde am Tag - eine Genauigkeit, wie sie zuvor nur von hochwertigen elektronischen Uhren erreicht wurde. Yoshikazu Akahane verfolgte sein Ziel 28 Jahre voller Beharrlichkeit. Es gab zahllose Rückschläge, über 600 Prototypen später war man am Ziel: 2005 wurde Seiko "Spring Drive" geboren.

Das "Spring Drive"- Kaliber 9R86 bietet eine Gangreserve von 72 Stunden und wird vor der Auslieferung in sechs Lagen reguliert

Das Geheimnis liegt im "Tri-Synchro"-Regulationssystem, das die klassische Hemmung ersetzt. Wie eine Schaltstelle kontrolliert und nutzt es drei Energiearten -mechanische, elektromagnetische und elektrische Energie. Als Nebeneffekt stellt die "Spring Drive" quasi den natürlichen Lauf der Zeit dar, indem die Zeiger gleichmäßig und ohne Ticken über das Zifferblatt gleiten. Abgesehen von diesem ästhetischen Effekt überzeugt "Spring Drive" durch beeindruckende Ganggenauigkeit und Langlebigkeit.


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