Panerai: Schweizer Perfektion, Stile Italiano

Panerai: Schweizer Perfektion, Stile Italiano

Panerai-Werke sind alles andere als 08/15, wie das Kaliber P.2005 - ein mechanisches Skelettuhrwerk mit Handaufzug und Tourbillon - eindrucksvoll zeigt.

Die Fusion von italienischem, historischauthentischem Design und feiner Schweizer Uhrmacherkunst ist ein Alleinstellungsmerkmal, das Officine Panerai zu einer Ikone der Luxus-Uhrenszene werden ließ. Nun eröffnet die Marke ein neues Kapitel ihrer Geschichte.

Wenn man von Panerai spricht, denkt man unweigerlich an italienischen "stile di vita" und mediterranen Chic. Eingefleischte Fans lieben auch die historischen Aspekte der Uhren, die ursprünglich in den 1930er und 1940er Jahren in Florenz für die italienische Marine gefertigt wurden. Die Faszination, die Panerai auf seinen Liebhaberkreis ausübt - die sogenannten "Paneristi" bilden übrigens die größte aktive, organisierte Fancommunity der Uhrenszene -, basiert vor allem auf den historischen Wurzeln und auf dem unverwechselbaren Erscheinungsbild.

Eine Panerai erkennt man schon aus großer Entfernung an ihren ikonischen Designmerkmalen. Paneristi lieben und schätzen diesen Wiedererkennungswert und achten bei Neuerscheinungen vor allem auf Authentizität und Rarität - je näher am Original und je limitierter, desto besser.

Natürlich ist es unerlässlich, darüber hinaus neue Zielgruppen mit entsprechender Kaufkraft zu erreichen. Das Kernsegment von Panerai liegt inzwischen im Preisbereich von 5.000 bis 12.000 Euro. Um diese anspruchsvolle Klientel zu überzeugen, tritt man mit angestammten Manufakturen in Mitbewerb. Ergo war eine Weiterentwicklung im uhrmacherischen Bereich die einzig logische Strategie. Das oft strapazierte Schlagwort "Manufaktur" ist in diesem Marktsegment omnipräsent. Wer keine eigenen Kaliber entwickelt und fertigt, findet in oben genannter Preisklasse kaum noch Akzeptanz.

Technische Evolution

Kurz nach der Jahrtausendwende setzte Panerai bereits konkrete Schritte in Richtung "Haute Horlogerie" - mit der Eröffnung der ersten Panerai-Manufaktur in Neuchâtel (Schweiz). 2005 lancierte man das erste eigene Werk: P.2002, ein Handaufzugskaliber mit GMT-Funktion und acht Tagen Gangreserve. 2007 folgten gleich drei weitere Kaliber aus der eigenen Entwicklungsabteilung: P.2003 mit einer Gangreserve von zehn Tagen, der Ein- Drücker-Chronograph P.2004 und das Kaliber P.2005 mit einer interessanten Neuinterpretation der berühmten Komplikation Tourbillon. Unzählige weitere Innovationen folgten.

Längst sind Kritiker verstummt, die Panerai anfangs (nach dem Neustart und der Übernahme durch den Richemont-Konzern) mangels uhrmacherischer Kompetenz eher als Marketingprojekt betrachtet hatten. Die Produktentwicklung hat auf werktechnischer Seite wie auch auf dem Materialsektor ganze Arbeit geleistet, ohne dabei die ikonischen Designs einer "Luminor Marina" oder "Radiomir" allzu sehr zu verändern. Von Anfang an war klar, dass der Charakter dieser historischen Modelle die Basis des Erfolgs sein würde, während die anspruchsvolle technische Ausstattung die Uhren heutigen Ansprüchen anzupassen hat.

RADIOMIR 1940

Außen fast die Alte, innen topmodern: "Radiomir 1940 3 Days Automatic Acciaio -45 mm". Das durch den Gehäuseboden sichtbare Kaliber P.4000 mit Mikrorotor aus Wolfram bietet eine Gangreserve von 72 Stunden.

PREIS: 9.900 EURO

LUMINOR SUBMERSIBLE

Ein echter Sammlerhit: Die Taucheruhr mit Bronzegehäuse im XL-Format, "Luminor Submersible 1950 3 Days Automatic Bronzo -47 mm", ausgestattet mit dem Manufakturkaliber P.9010 und bis 300 Meter Tiefe wasserdicht.

PREIS: 14.000 EURO

Sinnvolle Expansion

Mit der Eröffnung der neuen Manufaktur von Officine Panerai unweit des alten, zu klein gewordenen Standortes in Neuchâtel - im Herzen der Region, die seit Jahrhunderten zu Recht als Zentrum der hohen Uhrmacherkunst gilt - wurde eine neue Ära eingeläutet. Auf über 10.000 Quadratmetern finden erstmals sämtliche für die Entwicklung und Fertigung der Uhren erforderlichen Ressourcen und Kompetenzen unter einem Dach Platz. Die Uhrwerke und Gehäuse der Uhren werden hier in der eigenen Entwicklungsabteilung konzipiert, zur Serienreife gebracht und gefertigt.

Neben Werkproduktion und Montage zeichnen die in Neuchâtel tätigen Spezialisten auch für die Qualitätskontrolle sämtlicher Stadien des Produktionsprozesses verantwortlich. Von der Unternehmenszentrale in Mailand aus werden lediglich die Kommunikationsaktivitäten und die Produktpolitik gesteuert.

Manufaktur mit Emotion

Bereits das Entrée des neuen Gebäudes in Neuchâtel macht deutlich, dass hier eine Manufaktur der etwas anderen Art zu Hause ist. Vom Interieur bis zum Uhrmachermantel, den auch Gäste anlegen dürfen, prägt italophile Stilsicherheit das Ambiente. Der Umgang mit Besuchern ist von einem für die Schweizer Uhrmacherei eher untypischen Temperament geprägt. Das Flair der Marke sorgt von der ersten Minute an für gute Laune. Wie überall ist man stolz auf seine Produkte, das ist nicht weiter ungewöhnlich, das gewisse Etwas steckt jedoch in jedem Detail - typisch Panerai eben. In der neu erbauten Manufaktur treffen hochinnovative Technologien auf traditionelle Schweizer Handwerkskunst, neu interpretiert in einem bestechenden "stile italiano", der die Uhrenszene mit Sicherheit auch weiterhin bereichern wird.


Der Artikel ist der trend-Ausgabe 44/2017 vom 3. November 2017 entnommen.

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