7 Locations und Reisen, um die Sie besser einen Umweg machen

7 Locations und Reisen, um die Sie besser einen Umweg machen

Kreuzfahrten liegen im Trend. In Wahrheit sind sie die Pest.

Kreuzfahrten, Luxuszüge, die Inseln der Karibik oder Erwachsenen-Hotels? Warum Sie die Träume, die Ihnen die Tourismuswirtschaft verkaufen möchte besser vergessen sollten.

Auf Reisen gibt es mehr als genug, was einen verärgern kann: Enge Sitze in Flugzeugen, Verspätungen, Sicherheitskontrollen, lange Warteschlangen bei der Einreise, Taxi-Fahrer, die Ortsunkundige ganz offensichtlich mehrmals im Kreis fahren, schmierige Kellner, ... Doch es kann noch schlimmer sein. Sieben Reisemöglichkeiten und Destinationen, die Sie überhaupt besser gleich meiden.

1. KREUZFAHRTEN

Kreuzfahrten sind beliebt und liegen im Trend. Die Wahrheit ist: Sie sind die Pest. Im wahrsten Sinn des Wortes. Die Riesenschiffe verpesten die Umwelt in einem Ausmaß wie kein anderes Fortbewegungsmittel. Mit einem Ausstoß von etwa einer Milliarde Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, so liest man, sind sie für etwa drei Prozent der gesamten von Menschen verursachten CO2-Emissionen verantwortlich.

Es kann einem auch jede Hafenstadt leid tun, die Tag für Tag von Hunderten und Tausenden von Kreuzfahrern überfallen wird, die viel Mist, aber kein Geld hinterlassen. Städte wie Venedig, Dubrovnik oder Barcelona, aber auch Inseln wie Capri oder Santorin stöhnen und zerbrechen unter der Last. Wer jedoch Spaß daran hat, mit Hunderten oder Tausenden anderer Menschen auf einem Riesenschiff eingesperrt zu sein, wer eigenartige Dinner-Rituale schätzt, wer ein Faible für öde Shows im Bord-Theater hat und ein Interesse an Landgängen, bei denen man in Riesengruppen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit gehetzt wird, dem wird so eine Kreuzfahrt ein Vergnügen sein.

2. LUXUSZÜGE

Auch wenn man grundsätzlich ein Fan von Eisenbahnen ist und eine Bahnfahrt die zivilisierteste Form des Reisens ist: Die Fahrt mit Luxuszügen wie dem Eastern & Oriental Express, dem Golden Eagle, dem Andean Explorer oder dem Rovos Rail ist eine Perversion. Die sind etwas für jene, die reisen wollen, ohne mit dem fremden Land und seinen Menschen all zu eng in Berührung kommen zu müssen.

Wenn man Einheimische trifft, dann sind es die Stewards an Bord oder die Verkäufer am Souvenir-Stand, zu denen man geführt wird, wenn man für einen kurzen Ausflug seinen Luxuszug verlässt. Manchmal sieht man durch das Fenster die lokale Bevölkerung, wie sie dem vorbeifahrenden Zug zuwinkt. Wer etwa im Rovos Rail Afrika von Kapstadt nach Daressalam durchquert, kann Champagner trinken und so durch das Fenster bequem und gut die Probleme des Kontinents studieren.

3. AIRBNB

"Als wirksamstes Mittel zur Beseitigung der letzten Venezianer hat sich die Ferienwohnung erwiesen. Nicht mal die Pestepidemie von 1630 war so effektiv", schrieb neulich die Italien-Expertin Petra Reski, eine deutsche Journalistin und Autorin, die seit geraumer Zeit in Venedig lebt.

Wie recht sie doch hat. Und das Böse hat auch einen Namen: Es nennt sich Airbnb. Weil immer mehr Wohnungen über Plattformen wie Airbnb an zahlungskräftige Touristen vermietet werden, werden die Kauf- und Mietpreise von Wohnungen so in die Höhe getrieben, dass Einheimische nicht mehr mithalten können. So gehen Touristifizierung und Gentrifizierung Hand in Hand. Vor dieser destruktiven Wucht ist keine Stadt sicher.

4. SAUDI-ARABIEN

Riad, die Kaffee- oder Teehäuser an der Prince Mohammed bin Abdulaziz Street. Die hat den Ruf, die Champs Elysées von Riyadh zu sein. Man trinkt Wasser oder einen Fruchtsaft, und sieht an Abenden keine einzige Frau. Die Saudis haben die Sache mit der Champs Elysées irgendwie falsch verstanden.

5. ÄGYPTEN

Die Resorts am Roten Meer: Zu viel Wind, zu abgeschieden, zu viel Masse statt Klasse. Die Sehenswürdigkeiten rund um Kairo und Luxor: Zu viele Souvenirverkäufer, Kamelvermieter und selbsternannte Tourguides, zu wenig Touristen. Das kann gar nicht gut gehen. Kairo erstickt im Verkehr, Lärm und Gestank. Ägypten ist nur etwas für recht leidensfähige Touristen.

6. DIE KARIBIK

Die Inseln der Karibik haben den Ruf, Ferienparadiese zu sein. Die Wirklichkeit vor Ort sieht meist anders aus: Sie sind alles andere als paradiesische Eilande. Bisweilen hat der Tourismus hier mehr Schaden angerichtet als so mancher Hurrikan. Von einer lokaler Kultur ist meist nicht viel geblieben, stattdessen findet man die Resorts der großen Hotelketten, wo neureiche, arrogante und ignorante amerikanische Touristen mit ihrem lauten und präpotenten Verhalten jede Urlaubsfreude killen.

7. ADULTS ONLY

"Kids are the new blacks", sagen Zyniker, die in der sogenannten Hospitality Industries, also im Hotel- und Gastgewerbe, tätig sind. In der Tat: Segregation ist wieder angesagt. Doch diesmal sind es nicht ethnische oder religiöse Kriterien, nach denen aussortiert wird, sondern das Alter. Hotels und Restaurants, die Kinder aussperren, liegen im Trend. "Adults only", heißt es dann. Wer missmutige Menschen zu schätzen weiß und sich in steifer Atmosphäre wohl fühlt, ist an diesen Plätzen gut aufgehoben.

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