Zeitumstellung: It`s Summertime!

Sommerzeit: Genuss, bis spät in die Nacht mit positiven mikroökonomischen Effekten.

Sommerzeit: Genuss, bis spät in die Nacht mit positiven mikroökonomischen Effekten.

Am Palmsonntag, den 25. März, werden die Uhren wieder umgestellt. Es beginnt die Sommerzeit. Die EU überlegt, diese abzuschaffen. Doch es gibt gute Gründe, die dafür sprechen, die Sommerzeit beizubehalten. Auch wenn diese nur rein mikroökonomisch sein mögen.

Welche Aufreger gibt es noch, in dieser aufregungsreichen Zeit? Zum Beispiel, dass in ganz Europa eine Zeitenwende droht, zumindest was die (in der Nacht vom 24. auf den 25. März 2018 angesagte) Umstellung auf die Sommerzeit betrifft.

Die geliebte Sommerzeit nämlich, die uns Jahr für Jahr abendsonnenbeschienene Schanigärtenbesuche, laue Grillabende, mildes Dämmerlicht bis halb elf Uhr abends schenkt (und uns damit glücklich macht!) soll razzfazz abgeschafft werden. Eine satte Mehrheit der EU-Parlamentarier will das. Will eine Rückkehr zur Winterzeit auch im Sommer.

Man könnte witzeln: So versucht das EU-Parlament eben, dem Klimawandel Einhalt zu gebieten. Doch nein, die meinen das ernst! Hätte alles nix gebracht, keine Energieersparnis, nur Verwirrung für die armen Kühe im Stall, Verzweiflung bei Bauersleuten, exorbitante Kosten für Bahnen und Fluglinien, die ihre Fahrpläne, kaum, dass sie erstellt sind, auch schon wieder umstellen müssen. Gesundheitliche Schäden für unseren zarten Organismus, der derartige biorhythmische Gewalttaten auf Dauer nicht verkraften könne, seien durch Studien belegt.

Der mikroökonomische Energiegewinn

Ach, Studien! Eine Studie im privaten Umfeld sagt, dass der „daylight saver“, wie die Engländer so treffend sagen, vielleicht makroökonomisch keine Energieersparnis, mikroökonomisch aber eindeutig einen Energiegewinn bringt: Nach Arbeitsschluss eine Stunde länger draußen sein, radeln, bummeln, baden, Spritzer trinken. Das ist Lebensqualität, das ist Sommer, dass ist geil.

Mungo Jerry, Original Line-up, mit "In The Summertime" (1970).

Diesen Spaß wollen uns die EU-Parlamentarier jetzt nehmen. Auch wenn vorerst nur untersucht und geprüft wird, allein die Idee, die seit vierzig Jahren erprobte Summertime abschaffen zu wollen, ist eine gefährliche Drohung, ein wirklicher Aufreger.

Uns Bürgern bleibt da nur die eine Hoffnung: Uneinigkeit. Denn dieser Rückfall zurück in die frühen Siebziger Jahre könnte nur bei Einstimmigkeit der EU-Mitgliedsländer umgesetzt werden. Ausnahmsweise also hoffen wir auf den europäischen Dissens. Und darauf, dass zum Schluss doch noch die allgemeine Sehnsucht nach der Sommerabendsonne obsiegt.

Kommentar
Peter Schentler, Principal Horváth & Partners Österreich

Management Commentary

Warum niedrige Zinsen für CFOs kein Thema mehr sind

Kommentar

Standpunkte

"Abschottung bedeutet Verzicht auf wichtige Netzwerke"

Kommentar

Standpunkte

Arbeitsmarkt: ein Berg voller Herausforderungen